Sinn und Unsinn eines Öltemperatur-Direktmessers?!


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eagle


Kühlung

#31

Beitrag von eagle » 22.04.2004 5:04

Stimmt, Öl hat eine Doppelfunktion, Schmierung und in gewissem Maß und an bestimmten Stellen auch Kühlung.

Um's ganz kompliziert zu machen, es gibt dazu noch die sogenannte Innenkühlung durch das Frischgas. Wollte man mehr Kühlung, hat man das Gemisch angefettet, der überschüssige Treibstoff hat durch Verdunstung oder Verdampfung im Zylinder gekühlt. Dieser Effekt wurde aber durch die Schadstoffreduzierung vernachlässigbar. Dem sind dann auch die luftgekühlten Boxermotoren bei VW und Porsche zum Opfer gefallen.

Jetzt sind wir aber mächtig abgeschweift und könnten ein neues Thema aufmachen.

Gruß,
armin

Tauschi
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#32

Beitrag von Tauschi » 22.04.2004 7:59

jensel hat geschrieben: Und ich finde bestimmt auch noch die pysikalische Erklärung dafür, warum das Kühlwasser deutlich schneller warm wird als das Öl.
@Jensel

In der Warmlaufphase des Motors wird die Kühlwassermenge, die über den Kühler läuft, mengenvariabel geregelt. Wenn Motor kalt :arrow: weniger Wasser über Kühler, somit schnellerer Temperaturanstieg des Kühlwassers.

Ansonsten sehr interessanter Thread!

jensel
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#33

Beitrag von jensel » 22.04.2004 8:54

Jau Tauschi, was ich im letzten Absatz beschrieben habe, sollte genau das aussagen :)

Das dass Öl auch kühlende Aufgaben übernimmt, stimmt natürlich. Ich hatte jetzt meine Antwort diesbezüglich nur auf Kara, dass das Öl der Hauptkühlfaktor sei.

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#34

Beitrag von Tauschi » 22.04.2004 10:06

Hallo Jensel,

letzen Absatz hab ich im Eifer natürlich übersehen...

KuNiRider


#35

Beitrag von KuNiRider » 22.04.2004 10:18

Ihr streitet euch um Kaisers Bart! :lol: Seht euch doch mal nen Bandit-Motor an der ist Luft-Ölgekühlt, BMW-Boxer auch. Die SV hat zusätzlich eine Wasserkühlung, trotzdem muss das Öl kräftig mitkühlen (siehe Ölkühler bei den K3+4). Die Ölkühlung hat ein paar Vorteile: Sie kann mehr Wärme abführen (trotz kleinerer Wärmekapazität, weil es sehr viel mehr Temp-Differenz verträgt als Wasser :idea: ), es ist auch an sehr heißen Stellen einsetzbar (zB Zylinderkopf bei den Ventilen), es kann direkt auf bewegte Teile wirken (Zylinder von unten, Getriebe, Nockenwelle,...) weil es ja schmiert.
Der Vorteil der Wasserkühlung ist die preiswerte 'Grundkühlung', die Sicherheitsreserve (beim Verdampfen wird viel Energie aufgenommen und es ist gut sichtbar) und vor allem: Der Kühlwassermantel dämpft ganz vorzüglich mechanische Geräusche! Dies ist der Hauptgrund, warum Luft-Ölgekühlte Motoren aussterben: Die Geräuschvorschriften :cry:

jensel
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#36

Beitrag von jensel » 22.04.2004 10:27

Nich streiten KuNi. Diskutieren. Ich fand das jetzt echt mal interessant :)

So´ne kleine Technikunterhaltung, kann man nur lernen bei (vor allem ich :))

KuNiRider


#37

Beitrag von KuNiRider » 22.04.2004 10:51

Kara hat geschrieben:Jensel, gerade darum nimmt man Wasser nicht als Kühlflüssigkeit, weil Wasser bei 100 °C anfängt zu sieden. Öl erst ab >> 150 (wo genau weiß ich nicht, hängt vom Öl ab).
Also mein Sonnenblumenöl in meiner Friteuse verträgt schon 185°, Motoröl locker 240°
Und der Vergleich zur Küche: Dir ist schon klar, daß Dein Öl im Möppi aber auch gar nix mit Deinem Öl in der Pfanne zu tun hat. Hmmm... so weit weg ist das gar nicht, vor nicht allzu langer Zeit haben Rennfahrzeuge (und solche die es sein wollten) einen sehr eigentümlichen Geruch verbreitet! Die hatten nämlich eine heftigen Anteil Rhizinusöl in Ihrem Öl, weil es besser schmiert als damalige Erdölprodukte. es war damals auch im Castro RS :roll:
@Jensel: Streitgespräch ist doch das deutsche Wort für Diskussion :roll: oder?? :wink: :lol:
Aber du hast Recht, bei solchen Benzingesprächen üner Technik, stößt man immer wieder auf interessante Neuigkeiten. :D

eagle


Luft-/Ölkühlung

#38

Beitrag von eagle » 22.04.2004 21:20

@Kuni:
nicht nur die Geräuschvorschriften, sondern, wie ich oben erwähnte, auch die Schadstoffreduzierung hat dafür gesorgt, bzw. sorgt dafür, dass die Luftkühlung ausstirbt. Ein luft-/ölgekühlter Motor braucht ein fetteres Gemisch zur zusätzlichen Innenkühlung. Ich hatte vor Jahren ein interessantes Gespräch mit einem Mitarbeiter der Porsche-Motorenabteilung über die Probleme der alten Boxermotoren.

Wenn die Schadstoffgesetze in der Strenge auch für die Zweiräder eingeführt werden, werden auch hier die vergaserbeatmeten luftgekühlten Motoren aussterben. Optisch allerdings auch schade!

Gruß,
armin

Kara


#39

Beitrag von Kara » 22.04.2004 21:55

So, um was es so richtig ging, weiß ich gar nicht mehr, aber nachdem ich nun stundenlang mit meinem Mann darüber diskutiert habe, will ich das Ergebnis der Diskussion nicht vorenthalten:

Da Öl eine kleinere Wärmekapazität hat als Wasser, muß es sich schneller aufheizen.

Wie Supastar schon geschrieben hat:
Wasser 15°C: c = 4,21 x 10³ J/kg K
Heizöl : c = 1,97 x 10³ J/kg K

D.h. bei Wasser muß ich 4,2 TJoule reinstecken um 1 Kelvin zu erhalten, bei Öl muß ich "nur" 1,97 TJoule reinstecken um 1 Kelvin zu erhalten.

Ergo: Öl heizt sich schneller auf.


KuNi, der Einsatz von Lebensmittelöle (wie in Deinem Bsp. Rhizinusöl) in Motoren ist ja nicht ganz so tragisch wie umgekehrt. Ist meines Wissens irgendwann in den 80ern passiert, wo ein paar schlaue Bauern in Spanien ihr Olivenöl mit Mineralölen ("Öl ist Öl") strecken wollten.

Puh, ist das anstrengend :wink: . Jensel, ich hab' total den Faden verloren. Warum war's eigentlich wichtig, was sich nun schneller aufheizt???

Tschüß, kara

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