Kara hat geschrieben:Irgendwo (Code ? Spiegel ?) habe ich von zwei Bremspunkten gelesen: der erste, wo man mit Bremsen beginnt und der zweite, wo man vor der Kurve mit aufhört und "wieder Gas anlegt".
Der Bremsendpunkt kann auch in der Kurve liegen. Das nennen die Angelsachsen dann "Trail braking". Bei Rennen wird das gemacht. Vorteil: Man kann dann schwerer überholt werden. Aber den Rundenzeiten schadet es eher. Beim Trail-Braking wird die Bremskraft immer geringer je weiter man in die Kurve fährt. Am Anfang bremst man stark, bei hoher Schräglage nur noch schwach.
Auf der Landstraße bin ich meistens vor der Kurve mit dem Bremsen fertig. Auf der Rennstrecke in den ersten Runden auch oft, später verschiebe ich Bremsanfang und Bremsende immer weiter nach hinten.
Die Kurven
eingangsgeschwindigkeit früh festlegen (= frühe Bremspunkte) ist Bestandteil von "
The Pace" von Ienatsch. Bei Code läuft es unter "Discharging". Es ist eine nützliche Technik, um die richtige Kurveneingangsgeschwindigkeit besser schätzen zu können. Mir hat diese Technik auf der Rennstrecke sehr geholfen. Daduch wurde ich viel schneller. Später die Bremspunkte nach hinten zu verschieben fand ich dann auf der Rennstrecke leicht. Auf der Landstraße mache ich es aus Sicherheitsgründen nicht.
KuNiRider hat geschrieben:meinen normalen Kurvenstil, will ich dir lieber nicht empfehlen, denn ich lenke auf der Bremse ein und habe dabei das Gas schon anliegen...
Echt?? Oder meinst Du, dass Du beim Runterschalten während des Bremsens die Drehzahl anpasst?
KuNiRider hat geschrieben:Einfach immer wieder mal beim Geradeausfahren 1-2Gänge runterschalten und versuchen, genau soviel Gas zu geben, dass du rollst ohne zu bremsen oder zu beschleunigen.
Das halte ich auch für eine gute Übung für die Drehzahlanpassung. Besonders für Einsteiger halte ich das frühe Festlegen der Kurveneingangsgeschwindigkeit aber für mindestens genau so nützlich. Profi-Rennfahrer verwenden auf einer unbekannten Rennstrecke am Anfang auch frühe Bremspunkte. Erst spät werden die Bremspunkte nach hinten verschoben.
Was man nicht machen sollte, ist, vor dem Einlenken schon viel Gas zu geben. Dadurch wird das Einlenken nämlich schwerer (Chopper-Effekt, weil die Gabel aus der Federung kommt). Mit ein bisschen Bremse einlenken erleichtert das Einlenken bei einigen Reifen dagegen (z. B. Metzeler Rennsport). Denn dadurch kommt das Motorrad ja vorne weiter runter.
Ich fahre auf der Landstraße oft mit angelegtem Gas in die Kurve. Also gerade soviel Gas, dass beim weiteren Aufdrehen der Lastwechsel gering ist. Aber nicht soviel, dass das Motorrad schon beschleunigt. Möglichst früh nach dem Einlenken drehe ich dann langsam und sanft das Gas auf (Throttle Rule #1 bei Code). Durch das Gasgeben fährt das Motorrad stabiler durch die Kurve. Was ich immer mache, ist, Gas anlegen bevor ich aufdrehe. Besonders in Schräglage halte ich das schon für wichtig. Sonst irritiert der Lastwechsel und stört die Linie.