Motorrad Lenken


Allgemeine Gesprächsthemen, Fragen und Antworten.
mattis


#16

Beitrag von mattis » 29.10.2004 17:53

Hallo,

das mit dem Lenken ist mal wieder ein Defizit vieler Fahrschulen.

Mir wurde das ganze damals erst nach dem Studium der genannten Bücher richtig klar.

Dann kann man die Theorie in der Praxis schön ausprobieren und die Wirkung der verschiedenen Aktionen schön testen.

Favourit: Perfekt fahren mit Motorrad (gibts auch als Video ;-) )


Gruß
Matthias

Michael


#17

Beitrag von Michael » 29.10.2004 20:10

mototr3 hat geschrieben:Ich hab mir das Video von " Perfekt fahre mit Motorrad" angeschaut, sowie das Buch dazu gelesen.
(...) wobei ich aber nach eurer Empfehlung mit über die Wintersaison mit das Buch " Ober Hälfte des Motorrad" mal zulegen werden.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sich beide Bücher ziemlich ähnlich sind. Deswegen habe ich mir PfmM nicht gekauft.

"Die obere Hälfte" gab's zuerst. Vielleicht steht in PfmM viel daraus. Hat bei PfmM Bernt Spiegel, der Autor von der "oberen Hälfte", mitgeschrieben?

Das Beste an der "oberen Hälfte" ist aus meiner Sicht:
- Der Abschnitt "Mal probieren" mit den kompakt formulierten, kurzen Vorsätzen
- Die Erklärungen zur Ich-Person und Tiefenperson.

Wenn das nicht in PfmM steht, lohnt sich der Kauf der "oberen Hälfte" für Dich.

Mopped-Man


#18

Beitrag von Mopped-Man » 30.10.2004 1:10

Hi!
das mit dem Lenken ist mal wieder ein Defizit vieler Fahrschulen.
Stimmt. Kumpel von mir Fährt seit 10 Jahren und hat es wie ich erst erst vor 1,5 Jahren beim Sicherheitstraining gezeigt bekommen. :?
Ist die Grenze zu einem Sturz leicht zu erreichen oder erlaubt die Physik da eine grossen Spielraum ?
Ich denke, die grösste Gefahr geht vom Schrecken aus, der einen packen kann, wenn plötzlich das Mopped weiter in die Kurve klappt. Wenn man dann anfängt rumzuzappeln, oder gar in die Bremse greift, kann es blöd ausgehen... :(
Aber daß zB die Haftung an den Reifen abreisst (Lowsider?) ist unwahrscheinlich.
Also: Immer schoen ruhig und locker bleiben!
Spät einlenken. Schnell einlenken.
Stimmt! Hab anfangs immer versucht Kurven möglichst "harmonisch" zu durchfahren. In Verbindung mit frühem einlenken kann da echtes Geeiere und Gefahrenpotential auftreten (Linie auf Gegenfahrbahn etc.).
Durfte dann mal mitansehen, wie erfahrene Tourer ihre Dickschiffe auf kleinsten Strassen ordentlich spät und dann aber knackig in die Kurven "prügelten". Das war ein echter Hingucker...das üb ich noch...

Gruss vom Moppedman!

Urgestein


#19

Beitrag von Urgestein » 30.10.2004 3:36

tpl hat geschrieben:Wenn ich mich recht erinnere, ist in einem der Keith Code Bücher beschrieben, das man das Motorrad ausschließlich über den Lenkimpuls lenken kann. Die Superbike School hat zu diesem Zweck ein Motorrad mit verschweißtem Lenkkopf und dieses Ding kann nur geradeausfahren, egal was man macht.
Oder habe ich es doch woanders gelesen?
völlig egal wo du´s gelesen hast, aber es stimmt ;) es funktioniert NUR so und nicht anders!! jede "lenktechnik" läuft nämlich auf das selbe prinzip hinaus, siehe weiter unten ;)
Alex hat geschrieben::roll: Ich hab mir gerade Gedanken gemacht - und festgestellt, dass ich nicht weiß, wie ich lenke. Aber irgendwie klappts doch.... :) :wink:
würd dir auch wie lelebbebel ein training empfehlen ;) und kostet in deinem alter beim adac ja auch nicht viel und macht auch spaß, sogar im regen :) da bekommst du dann zwar das wie gesagt, aber das warum wissen wohl die meisten nicht (und würde ich nicht mach studieren wüsste ich es auch nicht ;) ). uns wollte man dort nämlich weiß machen das man durch den lenkimpuls den schwerpunkt verlagern würde <= quatsch mit soße :) up mir ist nur dunmmerweiße in dem moment der name der kraft, welche für das "umkippen" des motorrades verantwortlich ist, nicht mehr eingefallen. aber sie war von den vielen studenten sowieso schon ein wenig verwirrt :lol: aber nun gut, lange rede kurzer sinn: wir lenken alle mit diesem prinzip hier: Präzession des Kreisels oder auch Coreoliskraft (Achtung: es gibt noch eine Coreoliskraft!) genannt. Ist hier ganz gut beschrieben. Wenn ihr dem Bild entsprechend also am Lenker rechts nach vorne drückt (in Richtung von "-F") sollte dann klar sein, warum das Motorrad nach rechts kippt und man schöne viele Kurven fahren kann :) sv

Dann mal weiterhin viel Spaß mit der Theorie, auf das die nächste Praxisphase bald kommen möge :)

Michael


#20

Beitrag von Michael » 30.10.2004 10:42

Kann man es nicht einfach so sagen?
  • Durch das Drücken am rechten Griff lenkt das Vorderrad nach links. Also fährt es unter mir und dem sonstigen Motorrad nach links.
  • Aber ich und das sonstige Motorrad bleiben - aufgrund der Massenträgheit - wo wir sind.
  • Dadurch entsteht Schräglage nach rechts.
Die Schräglage bewirkt dann eine Zentripetalkraft und deswegen fährt man eine Kurve. Zugegeben, das mit der Zentripetalkraft ist auch nicht so ganz einfach. :wink:

Und das mit den Kreiselkräften, was der Clemens geschrieben hat, kommt dann wohl noch dazu (ich erinnere mich auch dunkel an sowas aus dem Physik-Nebenfach vor... mehr als 10 Jahren). Aber die Kreiselkräfte alleine sind es wohl nicht. Bernt Spiegel bringt doch das Beispiel mit dem Velogemel: Sozusagen ein Fahrrad mit kleinen Skiern statt Rädern. Soweit ich mich erinnere, lenkt man das auch mit umgekehrten Lenkimpuls.


Aber für's Fahren ist es gar nicht so wichtig, zu wissen wie der umgekehrte Lenkimpuls physikalisch funktioniert. Für's Fahren reicht zu wissen:
  • Wenn ich kurz an einem Lenkergriff drücke, bekommt das Motorrad Schräglage zu der Seite und fährt dann zu der Seite.
  • Je kräftiger ich drücke, desto stärker ist der Effekt

Michael


#21

Beitrag von Michael » 30.10.2004 11:33

Die Zeitdauer des Drucks spielt auch eine Rolle. Hmmm... wohl besser kürzer und etwas kräftiger als länger und schlapp. Siehe oben (schnell einlenken). Oder bedeutet langsames Einlenken vielmehr, dass man mehrmals schwach einlenkt?

In einem der englischen Bücher habe ich mal was von "One-Shot-Action" gelesen. Das beschreibt's ganz gut, so sollte es im Idealfall sein: Eine kurze bestimmte Bewegung, und das war's. Geht aber nicht immer. Schon gar nicht auf unbekannter Strecke und bei schlecht einsehbaren Kurven. Auch nicht bei sich änderndem Kurvenradius.

Aber soviel Kraft braucht man gar nicht für's Einlenken auf der SV. Geht ganz leicht, finde ich. Vor allem muss es auch geschmeidig ablaufen (oder "smooth" wie die Angelsachsen sagen).

mattis


#22

Beitrag von mattis » 30.10.2004 11:37

Moin,
Die Zeitdauer des Drucks spielt auch eine Rolle. Hmmm... wohl besser kürzer und etwas kräftiger als länger und schlapp. Siehe oben. Oder bedeutet langsames Einlenken vielmehr, dass man mehrmals schwach einlenkt?
Kurvenfahren bedeutet doch einen Impuls zum Einleiten und meistens mehrere, kontinuierliche Impulse/Druckveränderungen zur "Korrektur" der Linie.
In einem der englischen Bücher habe ich mal was von "One-Shot-Action" gelesen. Das beschreibt's ganz gut, so sollte es im Idealfall sein: Eine kurze bestimmte Bewegung, und das war's. Geht aber nicht immer.
Ebend. Und eine Kurve ist oft eine aneinanderreihung von mehreren Radien welche entsprechende Änderungen erfordert.
Aber soviel Kraft braucht man gar nicht für's Einlenken auf der SV. Geht ganz leicht, finde ich. Vor allem muss es auch geschmeidig ablaufen (oder "smooth" wie die Angelsachsen sagen).
Das ist es. Wenn ich teilweise sehe wie vor mit ein Alter Herr auf seiner BMW (evtl. mit Sozius) relaxt durch die Ecken pfeift und cih schon arbeiten muss :? Erfahrung ist halt durch nix zu ersetzen.


me
Zuletzt geändert von mattis am 30.10.2004 12:30, insgesamt 1-mal geändert.

Michael


#23

Beitrag von Michael » 30.10.2004 11:52

mebner hat geschrieben:Wenn ich teilweise sehe wie vor mit ein Alter Herr auf seiner VMW (evtl. mit Sozius) relaxt durch die Ecken pfeift und cih schon arbeiten muss :? Erfahrung ist halt durch nix zu ersetzen.
Ja, und sowas tröstet einen alten Mann wie mich. :wink: Auch, dass in der deutschen Supersport-Meisterschaft der 42jährige Herbert Kaufmann zweiter wurde. Und Michael Schulten, der Champ bei den Superbikes, ist ja auch ungefähr in dem Alter.

Urgestein


#24

Beitrag von Urgestein » 30.10.2004 13:48

SV Michel hat geschrieben:Kann man es nicht einfach so sagen?
  • Durch das Drücken am rechten Griff lenkt das Vorderrad nach links. Also fährt es unter mir und dem sonstigen Motorrad nach links.
  • Aber ich und das sonstige Motorrad bleiben - aufgrund der Massenträgheit - wo wir sind.
  • Dadurch entsteht Schräglage nach rechts.
Die Schräglage bewirkt dann eine Zentripetalkraft und deswegen fährt man eine Kurve. Zugegeben, das mit der Zentripetalkraft ist auch nicht so ganz einfach. :wink:
Genau das hat er uns krampfthat versucht in den schädel zu bringen (der typ der TM III übung, der lele kann euch in ein paar semestern davon auch berichten :lol: ;) ) es hat überhaupt nichts mit verlagerung des schwerpunktes zu tun. es ist einzig und alleine die änderung des drehimpulsvektors und dem dadurch entstehenden moment um die längsachse des motorrades bzw. reifens!! kann man auch leicht mal selber ausprobieren: man nehme ein fahrradreifen mit einer achse und dreht ihn (je schneller desto größer das moment). dann dreht man den reifen an der achse in eine richting (z.B. dem bild entsprechend) und man wird merken, das rad kippt zur seite). wenn man das mal selber ausprobiert hat ist man viel leichter bereit das zu akzeptieren. es kommt nicht dazu, sondern das ist DER verantwortliche effeckt... deine variante hört sich zwar logisch an, aber bis sich der schwerpunkt soweit verlagert hätte das du dadurch in schräglage kommst wärst du wahrscheinlich schon zehmal im graben geradeaus gefahren ;)
und wenn man sich mal überlegt: man würde eine links kurve fahren aber hat schräglage nach rechts das würde sowas von überhaupt nich funktionieren, denn duch die zentrifugalkraft würde man sofort auf der nase liegen, weil es keine entgegen gerichtete kraft gibt. => damit wäre klar, das die theorie von michel mit der das ganze hier angefangen hat :lol: humbug ist. denn bevor punkt 3 eintereten würde läge man schon auf dem boden...

Hierbei hast du allerdings recht :) Aber ich find´s trotzdem interessant und hab´s auch erst ne Weile nach besagter Übung gerafft/angenommen...
SV Michel hat geschrieben:Aber für's Fahren ist es gar nicht so wichtig, zu wissen wie der umgekehrte Lenkimpuls physikalisch funktioniert. Für's Fahren reicht zu wissen:
  • Wenn ich kurz an einem Lenkergriff drücke, bekommt das Motorrad Schräglage zu der Seite und fährt dann zu der Seite.
  • Je kräftiger ich drücke, desto stärker ist der Effekt
aber sei´s drum, lass nächstes jahr lieber in die vogesen fahren und das ganze praktisch umsetzen :D

Michael


#25

Beitrag von Michael » 30.10.2004 14:32

Vorweg: Das mit den Vogesen lass uns im Auge behalten. Der Alpenurlaub mit Euch hat mir nämlich viel Spaß gemacht. :)
Urgestein hat geschrieben:es hat überhaupt nichts mit verlagerung des schwerpunktes zu tun
Ich habe doch eigentlich das Gegenteil geschrieben: Die meiste Masse, also auch der Schwerpunkt, bleibt an seinem Ort. Die Räder fahren darunter zur Seite weg. Wenn man rechts drückt, fahren sie nach links.

Und jetzt hole ich mir mal Schützenhilfe bei Prof. Spiegel (s. Seite 43 - 45, 55 - 58 ): :wink:
Prof. Spiegel hat geschrieben:So - und was hat es jetzt noch mit den Kreiselkräften auf sich? - Ihre Bedeutung ist groß aber sie werden dennoch überschätzt. Der immer wieder in dieser oder jener Formulierung auftauchende Satz beispielsweise, (...), daß das Motorrad sein "umgekehrtes Lenkverhalten" erst aufgrund der Kreiselkräfte zeige, diese Sätze sind schlechterdings falsch, jedenfalls solange das in dieser Ausschließlichkeit behauptet wird.
Prof. Spiegel bringt ein sehr schönes Beispiel mit einem Spaten bzw. Besenstiel, der mit dem Griff auf der Hand balanciert wird. Wenn man die Hand nach links bewegt, kippt der Spaten nach rechts. Er nennt auch den Skibob und das Velogemel als Gegenbeweis und auch Kinderroller mit ihren kleinen Rädern und geringen Kreiselkräften. Es gibt doch seit nicht so langer Zeit auch diese Roller mit den Minirädern (Durchmesser <10 cm). Deren Kreiselkräfte kann man ja wirklich vernachlässigen. Ich bin damit noch nicht gefahren, aber bei denen lenkt man doch wohl auch mit umgekehrtem Lenkimpuls, oder?

Bild
Skibob

Bild
Velogemel

Bild
"Micro-Scooter"

So, und nächstes Mal bring dem "Typen aus der TM III-Übung" mal was Leckeres zu trinken mit. Der Arme hat's bestimmt nicht leicht mit Euch gehabt. Obwohl er wohl Recht hatte, jedenfalls wenn er das gleiche sagte wie ich. 8) :lol: :wink:

Urgestein


#26

Beitrag von Urgestein » 30.10.2004 15:19

SV Michel hat geschrieben:
Urgestein hat geschrieben:es hat überhaupt nichts mit verlagerung des schwerpunktes zu tun
Ich habe doch eigentlich das Gegenteil geschrieben: Die meiste Masse, also auch der Schwerpunkt, bleibt an seinem Ort. Die Räder fahren darunter zur Seite weg. Wenn man rechts drückt, fahren sie nach links.
schon klar was du meintest, aber dadurch wird ja auch der schwerpunkt bzgl. der längsachse "verlagert" ;)

Zum Thema Kreiselkräfte vernachlässigen: Jeder weiß ja wieviel Kraft so ein Gyrotwister entwickeln kann. Natürlich macht dort die Winkelgeschindigkeit viel aus, aber acuh schon bei kleinen Drehzahlen sind die Kräfte doch schon recht beachtlich.

Zu diesen Miniscootern: Bin zwar auch nur selten mal so nen Teil gefahren, aber ich glaube mich daran zu erinnern, das ich mit Lenkimpuls da nicht weit gekommen bin sondern es mich gleich gefetzt hätte aufgrund diesem hier:
Urgestein hat geschrieben: und wenn man sich mal überlegt: man würde eine links kurve fahren aber hat schräglage nach rechts das würde sowas von überhaupt nich funktionieren, denn duch die zentrifugalkraft würde man sofort auf der nase liegen, weil es keine entgegen gerichtete kraft gibt. => damit wäre klar, das die theorie von michel mit der das ganze hier angefangen hat :lol: humbug ist. denn bevor punkt 3 eintereten würde läge man schon auf dem boden...
aber so genau weiß ichd as jetzt auh nicht mehr, müsste man gleich mal ausprobieren :)

Mein Fazit aus der Sache wäre:

- Beim Motorrad haben eindeutig die Kreiselkräfte das Sagen denn das Rad dreht sich relativ schnell und wiegt auch ein paar kg => das Moment ist ziemlich groß. Die Theorie mit der Trägheit der Masse hat hier wohl sehr wenig bis gar nichts damit zu tun.

- Bei sehr kleinen, leichten und langsamen Rädern hat das ganze dann wohl doch was mit Gewichtsverlagerung zu tun :roll:

Aber ich glaube das diskutieren wir dann lieber in den Vogesen weiter aus ;)

Michael


#27

Beitrag von Michael » 30.10.2004 15:26

Okay, ich würde sagen, lass es uns erstmal bei folgendem belassen:

Es gibt beide Effekte.
Die Kreiselkräfte wachsen mit der Radgröße und der Geschwindigkeit.
Welcher Effekt beim Motorrad der größere ist, kann man wohl nur schwer beweisen.

Oh! Äähm, auch auf die Gefahr hin, zu nerven. Mir fiel da noch was ein: Carbon-Felgen, Magnesium-Felgen... Wenn die Kreiselkräfte so wirkungsvoll wären für's Lenken, warum macht man sie dann kleiner um das Motorrad handlicher zu machen???

Urgestein


#28

Beitrag von Urgestein » 30.10.2004 15:44

weil sie dann immer noch groß genug sind, aber ein anderer faktor dann wieder mit einfließt :roll:

endlosthema und wohl nicht im forum zu erschlagen ;) ich glaub wir haben den rest hier auch schon vertrieben :lol:

*nervmodeon*
nix gibt´s, ich beharre auf den kreiselkräften :mrgreen:
*nervmodeoff*

ich glaub ich geh jetzt biken, scheiß wetter aber egal :) am 1.11. hab ich kein tüv mehr und für die 3 wochen in denen ich die drossel raus machen kann geh ich nicht nochmal da hin :)

lelebebbel


#29

Beitrag von lelebebbel » 30.10.2004 15:48

weil man dann weniger kraft für den lenkimpuls braucht, würde ich sagen.
bei wirklich hohem tempo ist das problem ja eher, das das rad durch die kreiselwirkung ZU stabil wird.

im direkten zusammenhang: es gibt auf jeden fall beide effekte! wer das ausprobieren will muss sich nur auf ein fahrrad setzen und so langsam wie möglich rollen.
die daumenregel "ab 25km/h stabilisieren die kreiselkräfte das fahrzeug"
beschreibt dann den übergang, ab etwa dieser geschwindigkeit überwiegen dann wohl die kreiseleffekte.

den wert "25" km/h hat sich natürlich mal wieder irgendeiner aus den fingern gesaugt, der wird je nach rotierender masse ganz unterschiedlich ausfallen. mit den angesprochenen leichten felgen dürfte er halt höher liegen als mit bleiguss-rädern


edit: moin urgestein :mrgreen: ich geh jetz auch beiken, fahr nach filderstadt. da soll angeblich auch noch gutes wetter sein!

Urgestein


#30

Beitrag von Urgestein » 30.10.2004 19:40

lelebebbel hat geschrieben:weil man dann weniger kraft für den lenkimpuls braucht, würde ich sagen.
bei wirklich hohem tempo ist das problem ja eher, das das rad durch die kreiselwirkung ZU stabil wird.
jup, das wäre z.b. ein faktor den ich gesucht habe ;)

habe das ganze gerade eben während der fahrt auch nochmal genauer beobachtet. das motorrad kippt quasi zeitgleich mit dem drücken gegen den lenker zur seite. und da is das bike wenn überhaupt nur minimal von der linie abgewichen. damit man durch die massenträgheit weit genug von der längsachse vom motorrad weg kommt, um so eine große genuge kraft zu bekommen die einen in schräglage versetzt müsste das bike schon ein gehöriges stück zur seite fahren, oder man wiegt ein paar hundert kg. und damit das bike ein großes stück zur seite fährt und man gleichzeitig in entgegengestzter richtung mit dem schwerpunkt liegt funktioniert dann wieder nicht wegen dem oben beschriebenen sachverhalt (keine gegenkraft zur zentrifugalkraft) => ja wohl eindeutig das das lenken nichts mit der massenträgheit und der damit verbunden schwerpunktverlagerng bzgl. der längsachse hat :!: da kann der spiegel in seinem tollen buch erzählen was er will, für mich steht die sache fest und ich glaube meinen proffessoren... amen. ;)

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