Motorrad Lenken


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Gutso
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#46

Beitrag von Gutso » 29.01.2005 13:28

Hier mal das Fahrverhalten eines Zweirads aus sicht der Technischen-Mechanik:


1. Kreiselkräfte
Nimmt man ein Vorderrad (Fahrrad) in die Hand, versetzt es in Drehung und neigt es nach rechts, so schwenkt das ganze Vorderrad automatisch ebenfalls nach rechts (analog sind die Verhältnisse natürlich zur linken Seite hin. Seine Ursache hat dieser für den Lenkvorgang elementare Effekt in den physikalischen Gesetzmäßigkeiten von Kreiseln: Diese sind starre, rotationssymmetrische Körper, die durch Drehung um die eigene Achse die Tendenz bekommen, diese Achslage zu stabilisieren und das umso mehr, je höher die Drehzahl wird, mit der der Kreisel rotiert. Wirken nun Äußere Kräfte auf den Kreisel, so weicht dieser mit einer sog. Präzessionsbewegung (von lat. "Vorrücken") der angreifenden Kraft aus. Im eingangs erwähnten Effekt bewirkt also die nach rechts kippende Kraft eine Drehung um die Hochachse nach rechts; s.a. > Kreiselkräfte.

2. Nachlauf
Läuft der Aufstandspunkt eines Rades seiner Drehachse hinterher (so die Definition des > Nachlaufs), so wirken die Kreiselkräfte des Vorderrades mit einem Hebelarm in den Lenkvorgang ein.

3. Richtkraft
Das hinter seiner Drehachse herlaufende Vorderrad bekommt durch den > Rollwiderstand (> Teewageneffekt) eine stabilisierende Kraftkomponente, die das Rad in Fahrtrichtung ausrichtet.

4. Fliehkraft
Körper besitzen aufgrund ihrer > Masse das Bestreben, eine einmal eingeschlagene Bewegungsrichtung beizubehalten (Beharrungsvermögen oder Trägheit). Werden sie nun in eine Kurve oder Kreisbahn gezwungen, so versuchen sie, diesem Zwang mittels einer vom Mittelpunkt der Kurve oder Kreisbahn weg radial nach außen gerichteten Kraft - der > Fliehkraft - zu entfliehen, weitere Einzelheiten s.d.

Gleichgewichtshaltung

bei geringem Tempo
Schwierig ist die Gleichgewichtshaltung bei sehr langsamer Fahrgeschwindigkeit (ca. Fußgängertempo), da hier die stabilisierende und regulierende Kraft des Vorderradkreisels noch zu wenig wirksam ist. Der Zweiradfahrer muss daher die Gleichgewichtserhaltenden Lenkausschläge verstärken, d.h. > übersteuern. Folge: starke Schlangenlinien.

bei hohem Tempo
Mit zunehmendem Tempo erhöht sich die stabilisierende Wirkung der Kreisel (wozu ja auch das Hinterrad gehört), was das Halten des Gleichgewicht vereinfacht, zudem wird auch die Richtkraft größer. Folge: Die Schlangenlinien glätten sich zunehmend.

Bei hohem Tempo ist die stabilisierende Wirkung der Kreisel dann so groß, dass zur Gleichgewichtshaltung kaum noch Lenkausschläge erforderlich sind. Der Zweiradfahrer lenkt dann per Gewichtsverlagerung vorwiegend durch Schräglage Folgen:
Die Abrollfläche des Reifens auf der Straße - bei Geradeausfahrt Teil eines Zylindermantes - wird in Bezug auf die Laufradachsen leicht kegelig. Und wie ein auf dem Boden gerollter Kegel eine Kreisbahn um sein spitzes Ende beschreibt, so rollt auch der Zweiradfahrer jetzt in einem Kreisbogen zu der Seite hin, zu welcher er sich neigt.

Verglichen mit seinen Lenkausschlägen hat der Zweiradfahrer hier eine Feinstregulierung zu Verfügung, da er seine Schräglage und damit seinen Kurvenradius genau dosieren kann. Unbedachte Lenkausschläge bei hohem Tempo können einen Zweiradfahrer dagegen regelrecht "von Bord fegen".

Unterfahren des eigenen Schwerpunkts
Eine weitere Eigenheit der Gleichgewichtshaltung beim einspurigen Zweirad ist das Unterfahren des eignen > Schwerpunktes:

Wie beim Balancieren eines Besens auf dem Finger muss der Zweiradfahrer seinen Schwerpunkt stets genau über dem Aufstandpunkt der Reifen austarieren.

Abweichungen muss er durch Unterwandern des Schwerpunktes zur jeweils anderen Seite hin kompensieren, was weitestgehend bei den eingangs beschriebenen Vorgängen des Wechselspiels von Kreiselkräften und Fliehkraft erfolgt.

Soll aber die Richtung bewusst geändert werden, aus der Geradeausfahrt beispielsweise eine Kurve nach rechts erfolgen, ergeben sich folgende Sachverhalte:

Mit einem Lenkausschlag nach rechts würde der Zweiradfahrer in der folgenden Rechtskurve nach links kippen und müsste innerhalb der Kurve mit einer kleinen Linkskurve eine Gegenlenkaktion starten, was ihn aus der Kurve katapultieren könnte. Daher leitet er die Kurve zunächst mit einem kleinen Lenkausschlag nach links ein, um zunächst die zum Durchfahren der Kurve nötige Schräglage nach rechts zu bekommen.

Aus der Geradeausfahrt wird nun eine Kurve nach links. Prompt wirkt die Fliehkraft (Beharrung in Bewegungsrichtung) auf Zweirad und Fahrer und richtet beide wieder auf. Meist wirkt die Fliehkraft zu stark und beide neigen sich jetzt leicht nach rechts. Entsprechend erfolgt spontan ein Lenkausschlag nach rechts und eine Rechtskurve, die "Ross und Reiter" wieder nach links neigen usw.


Dieses zum Unterfahren des eigenen Schwerpunktes nötige Gegenlenken ist übrigens eine der Schwierigkeiten, mit der Radfahranfänger zu kämpfen haben, bis sie automatisiert, also in Fleisch und Blut übergegangen ist.


www.smolik-velotech.de

cyberjoe


#47

Beitrag von cyberjoe » 30.01.2005 2:39

ja danke für die infos,aber so genau wollte ich das mit der Physik net wissen :)

ne, wusste halt net, dass man dadurch die Schräglage noch weiter ausreizen kann ... aber son Fahrsicherheitstrainig werd ich mir im Frühjahr mitnehmen (wenn net alles ausgebucht ist)

Mfg

Fatty


#48

Beitrag von Fatty » 30.01.2005 3:17

Stefan1000 hat geschrieben: Entspannung ist der Schlüssel, lenken tuts von selbst. :) moped
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :ACK:

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#49

Beitrag von Gutso » 30.01.2005 13:33

Fatty hat geschrieben:
Stefan1000 hat geschrieben: Entspannung ist der Schlüssel, lenken tuts von selbst. :) moped
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :ACK:
Bewusst Lenken ist sicherer, als so im Halbschlaf ohne eigentlich zu wissen was man mit der Lenkstange da überhaupt macht.

Michael


#50

Beitrag von Michael » 30.01.2005 13:49

Zu Gutsos Physik-Vorlesung und folgendem Zitat:
Stefan1000 hat geschrieben:Lockere Haltung und Blick weit nach vorne, dann machst du automatisch alles richtig!
Mit der Fahrphysik rumpielen und sich damit vertraut machen ist unter sicheren Bedingungen sehr nützlich. Z. B. bei einem Sicherheitstraining oder auf einem Parkplatz. Im "Ernstfall" bringen einem diese theoretischen Kenntnisse aber nix (weil alles sehr schnell gehen muss, keine Zeit zum Überlegen). Nur was in Fleisch und Blut übergegangen ist hilft da.

In der Boxengasse sage ich mir, direkt bevor es auf die Strecke geht, nur noch: Locker sein! Weit vorausschauen! Das bringt dann mehr als komplizierte theoretische Überlegeungen. Die verwirren im "Ernstfall" nur.

Ich halte also beides für richtig: Beides zu seiner Zeit. Die beste Darstellung zu der <MeisterRöhrich>Problemodik</MeisterRöhrich> enthält wohl das Buch von Prof. Spiegel: Das was er zur Ich-Person und Tiefenperson schreibt.

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#51

Beitrag von Stefan1000 » 30.01.2005 17:01

Gutso hat geschrieben:
Fatty hat geschrieben:
Stefan1000 hat geschrieben: Entspannung ist der Schlüssel, lenken tuts von selbst. :) moped
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :ACK:
Bewusst Lenken ist sicherer, als so im Halbschlaf ohne eigentlich zu wissen was man mit der Lenkstange da überhaupt macht.
:lol: :D :)

Du kannst gar nicht bewusst lenken! Du kannst wissen wie es funktioniert, aber nicht bewusst lenken! Lenkbewegungen die du machst liegen zwischen 0,2Grad (Dosenbahn) und 0.8Grad (Landstrasse). Das sind Bewegungen von Bruchteilen von Millimetern bei hohem Tempo bis zu knapp einem Zentimeter bei langsamerer Fahrt. Möchte Dich mal sehen bei Tempo 200 bewusst 0.6Millimeter am linken Lenkerende zu ziehen! Du kannst Dir mit 200km/h wohl noch bewusst überlegen wie das geht, aber die Handlung selbst ist Dir nicht bewusst. Und Entspannung hat mit Halbschlaf nichts zu tun, wenn Du locker bist "spürst" du die Strasse viel besser und kannst schneller/sicherer fahren.

gruss Stefan

Michael


#52

Beitrag von Michael » 30.01.2005 20:05

Stefan1000 hat geschrieben:Du kannst gar nicht bewusst lenken!
Ich schon.

Nicht dass ich mich dabei darauf konzentriere, den Lenker um 1,2 cm zu bewegen oder so. Aber halt darauf, kurz zu drücken. Wenn ich nach rechts will, drücke ich kurz gegen den rechten Griff (und kucke dabei dahin, wo ich hinmöchte). Das geht auch bewusst. Aber wenn man's erstmal kapiert hat, kann man's noch besser unterbewusst. Wie Du und ich schon begründet haben.

Dass man durch Gegenlenken (umgekehrter Lenkimpuls) lenkt, sollte man sich schonmal klarmachen und damit rumspielen. Darin stimme ich Gutso voll zu. Nur so kann man effizient lenken. Ich fahre auch sehr gerne zwischendurch mal Schlangenlinie, wenn kein anderer in der Nähe ist (insbesondere Polizei). Macht locker und verleiht Gefühl für's Mopped. Dabei wird mir die Sache mit dem Lenkimpuls bewusst und unterbewusst schön klar.

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#53

Beitrag von Stefan1000 » 30.01.2005 20:53

SV Michel hat geschrieben:
Stefan1000 hat geschrieben:Du kannst gar nicht bewusst lenken!
Ich schon.

Nicht dass ich mich dabei darauf konzentriere, den Lenker um 1,2 cm zu bewegen oder so. Aber halt darauf, kurz zu drücken. Wenn ich nach rechts will, drücke ich kurz gegen den rechten Griff (und kucke dabei dahin, wo ich hinmöchte). Das geht auch bewusst. Aber wenn man's erstmal kapiert hat, kann man's noch besser unterbewusst. Wie Du und ich schon begründet haben.

Dass man durch Gegenlenken (umgekehrter Lenkimpuls) lenkt, sollte man sich schonmal klarmachen und damit rumspielen. Darin stimme ich Gutso voll zu. Nur so kann man effizient lenken. Ich fahre auch sehr gerne zwischendurch mal Schlangenlinie, wenn kein anderer in der Nähe ist (insbesondere Polizei). Macht locker und verleiht Gefühl für's Mopped. Dabei wird mir die Sache mit dem Lenkimpuls bewusst und unterbewusst schön klar.
Einverstanden, du kannst Dir bewusst machen wie es geht, durch Überlegungen und Herumspielen, was sicher auch von Vorteil ist.
Schlangenlinie fahren, oder mal auf der Hausstrecke sich selber zuschauen was man da überhaupt macht. Richtig machen tut das aber jeder von selbst, denn sonst würde sich jeder Anfänger, der nicht schon Bücher oder Foren :lol: gelesen hat unweigerlich in der ersten Kurve auf die Fresse legen.

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#54

Beitrag von Gutso » 30.01.2005 21:02

Stefan1000 hat geschrieben: ...denn sonst würde sich jeder Anfänger, der nicht schon Bücher oder Foren :lol: gelesen hat unweigerlich in der ersten Kurve auf die Fresse legen.
´

…oder ziehen sich ewig lange Vorlesungen rein :idea: :wink:

www.tu-darmstadt.de/fzd/index.html
http://www.tu-darmstadt.de/fzd/deutsch/ ... admmi.html

mattis


#55

Beitrag von mattis » 31.01.2005 12:11

Moin,

"Einfach fahren und gut ist"?

Hmm. Ich denke auch, das das bewusste "Gegenlenken", das Belasten der richtigen Fußraste (nämlich der äußeren) und das Verschieben des inneren Knies zu mehr Fahrdynamik und besserem Kurvenfahren führt.

Es fährt sich einfach präziser, direkter, knackiger ums Eck.

Leider ist es auch heutzutage noch nicht selbstverständlich, das die Pfeifen der Fahrlehrerfraktion dies ihren Schülern auch beibringen.


Gruß
Matthias

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#56

Beitrag von Stefan1000 » 31.01.2005 13:37

mebner hat geschrieben:Moin,

"Einfach fahren und gut ist"?

Hmm. Ich denke auch, das das bewusste "Gegenlenken", das Belasten der richtigen Fußraste (nämlich der äußeren) und das Verschieben des inneren Knies zu mehr Fahrdynamik und besserem Kurvenfahren führt.

Es fährt sich einfach präziser, direkter, knackiger ums Eck.

Leider ist es auch heutzutage noch nicht selbstverständlich, das die Pfeifen der Fahrlehrerfraktion dies ihren Schülern auch beibringen.


Gruß
Matthias
Bestreite immer noch, dass das "bewusste gegenlenken" bewusst ist. Bewusst schalten tust Du auch nicht, kannst es aber trotzdem, oder? Dir "etwas bewusst machen" oder etwas bewusst tun ist nicht dasselbe.
(Verliere noch das Bewusstsein wenn das so weitergeht...)
Lenkimpuls zum Ausweichen ist sicher in Ordnung, habe ich auch bei den "Pfeifen der Fahrlehrerfraktion" :sauer: :lol: gelernt. Bin selber nicht Motorradfahrlehrer, weiss aber aus zuverlässiger Quelle :lol: , dass (zumindest in der Schweiz) möglichst mit wenigen fahrstunden die Prüfung bestanden werden soll. Da wird den Fahrschülern das beigebracht was sie an der Prüfung können sollen. Und an der Prüfung musst Du nicht schneller exakter und knackiger ums Eck! Was diese Punkte angeht, gibt es Fahrtrainings und Material zum lesen. Wer das Motorrad als reines transportmittel braucht, muss um sicher anzukommen weder auf Rasten drücken, noch knie verschieben. Sicher ankommen ist aber das Ziel eines Transportmittels. Wer das Bike als Freizeitgerät braucht, der soll sich gefälligst damit befassen! :alleswisser:

gruss Stefan

mattis


#57

Beitrag von mattis » 31.01.2005 13:48

Stefan1000 hat geschrieben:
mebner hat geschrieben:Moin,

"Einfach fahren und gut ist"?

Hmm. Ich denke auch, das das bewusste "Gegenlenken", das Belasten der richtigen Fußraste (nämlich der äußeren) und das Verschieben des inneren Knies zu mehr Fahrdynamik und besserem Kurvenfahren führt.

Es fährt sich einfach präziser, direkter, knackiger ums Eck.

Leider ist es auch heutzutage noch nicht selbstverständlich, das die Pfeifen der Fahrlehrerfraktion dies ihren Schülern auch beibringen.


Gruß
Matthias
Bestreite immer noch, dass das "bewusste gegenlenken" bewusst ist.
Ich denke schon.

Wenn man sich über die Physik im Klaren ist, wird man den Vorgang "bewusster" (mit mehr Nachdruck) einleiten und die Kraft "bewusst" regulieren ;-)

Und zur Fahrschule:
Ich erlebs immer wieder (war bei mir damals auch so) das bei bestimmten Techniken ein erstauntes "Ach, so geht das" kommt.

Ich finde es nich toll, das die meisten Fahrschulen die Newbies eben ohne diese (oft Lebensrettenden) Tips ins Mopped-Leben entlassen.



me

WilheLM TL


#58

Beitrag von WilheLM TL » 01.02.2005 2:23

Hallo,
ich denk mal, die Steigerung von „bewußt tun” ist der (eingeübte) Reflex.
Beim Teerwandern reicht wohl „bewußt tun” - bei schnellen Ausweichen nicht.
Wie oben gesagt: üben tut man das erstmal beim Schlangenlinienfahren.

Auf den Kanaldeckel zu (50km/h) und letztmomentlich ausweichen. Links ausweichen: Lenker rechts (gut fest-) halten, links mit lockerer Hand in Fahrtrichtung „anschlagen” --> die Fuhre kippt links und fährt nach links. Dasselbe nochmal, links festhalten, rechts „anschlagen”... die Fuhre fährt nach (m/w)ildem Haken wieder in ursprüngliche Fahrtrichtung. Die Heftigkeit des Richtungswechsels ist durch den „Schlag” exakt steuerbar.

Es gibt keine effektivere Möglichkeit, einem Zweirad präzise und schnell eine Richtungsänderung aufzuzwingen. Das gilt fürs Ausweichen und für die Kurve. Und tatsächlich nimmt man das „anschlagen” später nicht mehr bewußt wahr...
man will einfach in diese Richtung ... und tut es.

Ruh-Fi


#59

Beitrag von Ruh-Fi » 01.02.2005 9:15

SV Michel hat geschrieben:
Aber für's Fahren ist es gar nicht so wichtig, zu wissen wie der umgekehrte Lenkimpuls physikalisch funktioniert. Für's Fahren reicht zu wissen:
  • Wenn ich kurz an einem Lenkergriff drücke, bekommt das Motorrad Schräglage zu der Seite und fährt dann zu der Seite.
  • Je kräftiger ich drücke, desto stärker ist der Effekt
....kann mich dem nur anschließen - zusätzlich schön mit den Oberschenkeln drücken - runter wie ein Profi ( naja fast ... ) :D

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Stefan1000
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#60

Beitrag von Stefan1000 » 01.02.2005 10:39

Hallo zusammen,

Auf die Gefahr hin aus dem Forum ausgeschlossen zu werden oute ich mich hier als Autofahrlehrer. :D
Muss Euch ein Beispiel machen, welches für mich beweist, dass alles nur von der Blicktechnik abhängig ist. NAch wie vor ist es meine Meinung, dass es wichtig ist etwas von den oben beschriebenen Techniken zu wissen, aber es ist nicht zwingend.
Das Beispiel: Ich gehe mit einem Fahrschüler (Auto) auf einen grossen Platz der schneebedeckt ist. Dieser Fahrschüler kann noch nichts ausser anfahren und lenken. Er hat noch nichts gehört von gegenlenken oder so. Nun sage ich ihm er soll etwa 30-40km/h fahren und dabei ganz leicht nach links lenken, sage ihm aber nicht wo er hinschauen soll. Wenn ich nun die Handbremse ziehe drehen wir uns garantiert. Also die ganze Übung noch mal von vorn. Diesmal sage ich ihm vorher einen Punkt in Fahrtrichtung, auf den er seinen Blick fixieren soll. Wenn er das konsequent macht, lenkt er automatisch richtig, und die Karre fährt wieder geradeaus. Probierts mal selbst aus!
Fahre mit dem Motorrad hinter einem Pkw. Der macht eine Vollbremsung. Wenn ich auf sein Heck schaue, knalle ich rein, wenn ich nicht genug Abstand habe. Wenn ich am Pkw vorbeischaue, dann fahre ich auch an ihm vorbei. Ob ich schon mal was von Lenkimpuls gehört habe oder nicht.

Gruss Stefan

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