Berufsmotorradfahrer (Kuriere, Polizisten, Redakteure von Motorradzeitschriften, etc.) werden schon seit Jahren von den Berufsgenossenschaften verpflichtet ausschließlich Kleidung mit CE geprüften Protektoren zu tragen. Demnächst soll eine Europa weite Norm für Motorradschutzbekleidung kommen, die dann für alle Berufsbiker bindend sein wird. Momentan streitet man sich wohl noch über die Mindestanforderungen, aber das Gesetz steht im großen Ganzen.
Bei der finanziellen Situation der Krankenkassen sehe ich große Chancen, dass eine entsprechende Regelung auch im privaten Bereich Einzug halten wird. Ich würde einen solchen Schritt jedenfalls sehr begrüßen.
Ähnliche Diskussionen gab es schon vor gut 20 Jahren als die allgemeine Helmpflich eingeführt wurde. Ja ja, solange gibt's die noch gar nicht. Die Einführung der allgemeinen Helmpflicht erfolgte in Deutschland zwar schon 1976, bei Strafe verboten war es aber erst ab 1.August 1980.
Mittlerweile hat die Mehrheit der Biker es endlich in den hohlen Schädel bekommen, dass so ein Helm ziemlich praktisch sein kann.
Die "ich fahr ja dann vorsichtiger"-Fraktion sollte sich mal folgende Statistik zu Gemüte führen:
Fakt ist, und das ist mehrfach belegbar, dass im Falle eines Unfalles der ungeschützte Biker so oder so eine nicht unerhebliche Mitschuld an den Unfallfolgen angelastet bekommt. Sollte es also um Schmerzensgeldforderungen gehen, schaut die gegnerische Versicherung ganz genau hin, ob man ordentliche Schutzbekleidung getragen hat oder nicht.Motorräder boomen: Seit den 90er-Jahren hat sich der Bestand in der Schweiz fast verdoppelt und zählt heute rund 570.000 Fahrzeuge. Eine ähnliche Entwicklung ist in Deutschland zu verzeichnen, wo 3,7 Millionen Motorräder unterwegs sind. Gleichzeitig ist das Unfallrisiko für Motorradfahrer rund achtmal höher als für Autofahrer. Sind Motorradfahrer Raser und mehrheitlich selbst schuld an den zahlreichen Unfällen? Verschiedene Statistiken zeigen, dass dem nicht so ist. Vielmehr werden zwei Drittel aller Motorradunfälle durch Pkw-Fahrer verursacht. Nur gut 20 Prozent aller Motorradunfälle sind so genannte Selbst- oder Alleinunfälle. Typisch sind Abbiege- oder Kreuzungsunfälle, bei denen der Autofahrer das Motorrad übersieht. Autolenker tragen also eine große Verantwortung. Mehr Partnerschaft und Rücksicht zwischen Pkw- und Motorradfahrern ist gefragt.
Die Rechtssprechungen gehen dabei teilweise bis zur völligen Schmerzensgeldverweigerung. Wer sich auf dem Weg zur Arbeit befindet, riskiert unter Umständen sogar einen eventuellen Rentenanspruch bei einem Unfall mit bleibenden Schäden.
Klar, jeder meint für sich selbst verantwortlich zu sein. "Ich mach einfach was ich will, es ist ja ganz und gar meine Sache." ist die beste Ausrede aller denkfaulen. Hinterm eigenen Tellerrand ist die Welt halt zuende.
Hübsche Grundhaltung die sich leider durch alle Lebensbereiche zieht. Die Folge davon ist unsere Gesellschaft wie sie gerade ist.
Vielleicht sollte der eine oder andere mal genauer über das Wort "MITVERANTWORTUNG" nachdenken.

