So, hab' mir den Text mal reingepfiffen.
Inhaltsangabe
Die zentralen Stellen in dem Text sind aus meiner Sicht:
Mototune hat geschrieben:
(1) Nowadays, the piston ring seal is really what the break in process is all about.
(2) There's a very small window of opportunity to get the rings to seal really well ... the first 20 miles !!
(3) Warm the engine up completely
(4) The main thing is to load the engine by opening the throttle hard in 2nd, 3rd and 4th gear.
(5) The best method is to alternate between short bursts of hard acceleration and deceleration.
(6) For the first 200 miles or so, get out into the country where you can vary the speed more and run it through the gears !
(7) Remember that both hard acceleration and hard engine braking (deceleration) are equally important during the break in process.
Sie werden ergänzt durch:
Q: What is the most common cause of engine problems ???
A: Failure to:
Warm the engine up completely before running it hard !!!
Q: What is the second most common cause of engine problems ???
A: An easy break in !!!
Q: What's the third most common cause of engine problems ???
A: Not changing the oil soon enough after the engine is first run !!
Der Autor schreibt, dass es beim Einfahren heutiger Motoren im Wesenlichen darum geht, die Kolbenringe abzudichten (1). Das gehe nur, wenn der Verbrennungsdruck hoch genug ist. Der Kolbenring werde nämlich nicht durch irgendeinen Federdruck sondern durch den Verbrennungsdruck selber gegen den Zylinder gedrückt. Wenn der Druck zu gering ist, werde der Kolbenring nicht vollständig oder ungleichmäßig gegen den Zylinder gedrückt. Als Folge dichte der Kolbenring nach dem Einfahren nicht richtig ab.
Daher solle man den Motor wie folgt einfahren:
- Motor erst gut aufwärmen (3)
- Kurz aber stark beschleunigen mit weit geöffnetem Gas. Nach dem Beschleunigen das Gas ganz wegnehmen, so dass der Motor bremst. (4, 5, 7)
Entscheidend seien schon die ersten 20 Meilen. Andererseits schreibt der Autor, man solle auf den ersten 200 Meilen auf der Landstraße die Geschwindigkeit variieren und durch die Gänge beschleunigen. (2, 6)
Schon nach 20 Meilen solle man den ersten Ölwechsel machen, weil durch das Einfahren viel Metall im Öl sei.
Bewertung
Krass an dem Text sind IMHO eigentlich nur folgende Ratschläge:
- Man soll schon während des Einfahrens stark beschleunigen. Aber immer nur kurz, in Schüben. (Nur den ersten Satz finde ich krass. Der zweite ist völlig okay.)
- Das meiste spielt sich schon auf den ersten 20 Meilen ab. Die seien entscheidend dafür, ob die Kolbenringe später gut abdichten oder nicht.
- Ölwechsel schon nach 20 Meilen
Ich würde nicht schon auf den ersten paar 100 km bis zum roten Bereich beschleunigen. Auch ist es schlecht, schon bei niedrigen Drehzahlen voll das Gas aufzudrehen. Das schrieb unser TÜV-Mensch Olanse mal. Ich halte (4, 5) für etwas übertrieben. In gemäßigter Form ist es aber richtig:
- Auch beim Einfahren manchmal kurz kräftig beschleunigen. Aber nicht bis in die Nähe vom roten Bereich und auch nicht gerade mit Vollgas.
- Wie empfohlen gleich nach dem Beschleunigen ordentlich Motorbremse halte ich für problemlos.
Dass sich fast alles auf den ersten 20 Meilen abspielt, kann ich auch nicht so ganz glauben. Zumal sich der Autor da selber etwas widerspricht (2, 6).
Ölwechsel nach 20 Meilen?? Aber
spätestens nach 1000 km - wie von Suzuki empfohlen - auf jeden Fall. Mit dem Einfahröl ist der Verschleiss nämlich höher als mit normalem Öl.
Vergleich
Mit dem SV-Fahrerhandbuch (S. 32):
- Auch da steht, dass der Motor beim Einfahren belastet werden soll. Aber da steht auch, dass er nicht
überlastet werden soll. Präzisiert wird das insbesondere durch die Angaben der maximalen Drehzahlen.
- Auch da steht, dass die Drehzahl verändert werden soll. Mit der gleichen Begründung wie bei Mototune: Unterschiedlicher Druck.
Mit dem R6-Fahrerhandbuch (S. 5-5):
- Hier wird ausdrücklich von
längerem Vollgasfahren abgeraten. Aber nicht von
kurzzeitig viel Gas. Der Tenor hinsichtlich der Drehzahl ist aber der gleiche wie bei Suzuki.
Fazit
Bloß
nicht mit konstanter Drehzahl auf der Autobahn einfahren! Das schreiben alle drei.
Immer erst den Motor warmfahren, bevor man ihn belastet!
Öfter mal schon beim Einfahren kurz kräftiger beschleunigen. Gleich danach Gas wegnehmen (Motorbremse).
Bis zum roten Bereich würde ich beim Einfahren aber nicht fahren. Wenn man die von Suzuki angegebenen Einfahrdrehzahlen kurz um 2000 U überschreitet, dann halte ich das aber für völlig unkritisch (sofern der Motor warm ist).
Nicht bekloppt machen mit dem Einfahren. IMO ist es ganz einfach:
Zivilisiert Landstraße fahren. Wenn der Motor kalt ist, ganz gemütlich fahren. Wenn er warm ist, darf man auch schon beim Einfahren bisschen Spaß mit dem Gasgriff haben. Aber zivilisiert.