Sonntagmorgen 20.06.04
Der erste schöne Tag seit ca. 2 Wochen. Ich stand auf, hab gefrühstückt und mich in meine Lederkombi geschmissen. Odenwald war das Ziel. Ich wählte meine Lieblingsstrecke, die ich sehr gut kannte und die auch sehr kurvenreich war. Alles lief ganz gut, bis zu einem kurvigen Stück, an dem mich wieder mal ein Sonntagsfahrer ausbremste. Ich fuhr geduldig einige Kilometer hinter ihm her, bis sich eine günstige Gelegenheit zum Überholen ergab. Gesagt – getan, ich überholte ihn und fuhr die Strecke ganz locker weiter ab. Nach einigen weiteren Kilometern kam eine lange Gerade. Einige Regentropfen landeten auf meinem Visier. Für mich kein Grund zur Panik, fuhr ich doch schon oft im Regen, und war dabei kein Schisser. Ich fuhr ca. 120, der Niesel ließ nach. Nach der Geraden folgte eine Wechselkurve, die ich schon oft sehr unkritisch mit 120 Sachen nahm, und daß immer ohne Probleme. Doch dieses mal kam es anders:
Ich schaute weit in die Kurve hinein, und sah, dass sie trocken und frei von Hindernissen war, also behielt ich die 120 bei. Die erste Rechtskurve lief noch ohne Probleme ab, die SV verhielt sich absolut neutral. Bei der darauffolgenden Links wischte mir aber urplötzlich das Hinterrad weg, so schnell, dass ich absolut nicht reagieren konnte. Ich schlug sanft auf, rutschte einige Meter über den Asphalt, und sah dabei, wie meine SV funkensprühend vor mir herrutschte. Dann kam der Einschlag in den Graben. Ich überschlug mich mehrmals heftig, mein Helmvisier riß ab und nach kurzer zeit kam ich zum stehen ....
Ich konnte sofort aufstehen und hatte keine Schmerzen. Trotzdem checkte ich mich erst mal, aber alles schien in Ordnung. Schon kam ein Autofahrer an, den ich runterwunk. Trotzdem hatte er die Teile auf der Fahrbahn übersehen, und fuhr volle Kanne über meinen linken Fussrastenhalter.
Der Autofahrer hielt an, fragte ob alles in Ordnung sei, ich bejate. Er rief dann den ADAC an, da ich die Käffernamen drumherum nicht kannte, und er es besser erklären konnte.
Während dem Telefonat sah ich mir meine Kleine an:
Sämtliche Verkleidungsteile sind hinüber. Im Graben verteilt lagen sie. Teile der Heckverkleidung, Spiegel, Blinker, Soziusabdeckung, mein helmvisier, die Verkleidungsscheibe. Dazu noch meine ABE´s und das Erste-Hilfe-Kit ( dass ich glücklicherweise nicht brauchte ).
Der ADAC kam ca. 30 min. später, und zog meine Kleine mit einer Seilwinde aus dem Graben. Da ich normales Mitglied bin, konnte er mich nur bis zur nächsten Werke fahren. Dies war in Erbach, ca. 30 km von mir daheim. Ich ließ mich dann von meinem Vater heimfahren ( und durfte mir gut was anhören ). Zuhause legte ich mich erst mal ins Bett und versuchte zu schlafen. Dies ging aber nur teilweise, da ich mega Kopfbrummen bekam, und meine linke Schulter anfing zu schmerzen. Ich bat meine Mutter mich ins Krankenhaus zu fahren, wo sich mich untersuchten. Nix gebrochen, allerdings eine Muskelzerrung in der linken Schulter. Sie gaben mir Schmerzmittel und ich konnte heimfahren. Zuhause angekommen hatte ich viel Zeit zum nachdenken ...
Eigentlich hatte ich Glück, denn an der Unfallstelle gab es keine Leitplanken. Die Bäume habe ich auch nur um einen halben Meter verfehlt. Ich will gar nicht wissen, wie der Sturz ausgegangen wäre, wenn ich irgendwo gegen geprallt wäre ...
Warum ich nun gestürzt bin, kann ich nicht sagen. Ich war nicht sonderlich schnell unterwegs und hatte noch massig Schräglagenfreiheit. Die Straße war sauber und trocken, und der Z6 sollte etwas Temperatur gehabt haben. Ich bin schon so manches mal gefahren wie ein Bekloppter, und es passierte nix, aber heute war das Glück wohl nicht auf meiner Seite.
Nun noch ein paar Bilder:
Montag 21.06.04
Heute bin ich erst mal zum Onkel Doc gefahren und habe mich krankschreiben lassen. Meine Schulter tat immer noch weh, aber rumsitzen wollte ich nicht. Also habe ich erst mal den Kombi gereinigt ( Handschuhe sind hin, Helm ist zerkratzt – den werde ich auch nicht mehr benutzen ... und dabei war er erst 2 Monate alt ). Dann habe ich einen Hänger organisiert und beim ADAC angerufen. Das Moped konnte ich gegen 18 Uhr abholen.
Als mein Vater die SV sah, meinte er, dass ich sie gleich verschrotten lassen kann. Ich geb mich aber nicht so schnell geschlagen
Kurz vor 22 Uhr hab ich dann das Werkzeug beiseite gelegt. Ich will ja kein Streß mit unseren Nachbarn. Morgen früh geht’s weiter.

PS: Wer mir beim wiederaufbau etwas unter die Arme greifen will, kann im Marktplatz vorbeischauen. Ich brauch ne Menge Ersatzteile ...