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Angst !?!
Verfasst: 14.09.2004 15:03
von DeCampo
hallo leute!
bin seit heute ganz neu im forum, also erst mal haalloo
ich habe folgendes problem und hoffe mal auf ein paar gute ratschläge von euch.
diese woche wollte ich mit dem motorrad führerschein anfangen (bin 21 jahre alt) und mit mit dem bestehen auch gleich ne sv 650 s kaufen. ich bin auch schon angemeldet und freue mich seit langem auf das erste mal fahren. jetzt gibts da aber folgendes problem.
ich bin bei der polizei und nehme demnach ziemlich viele unfälle auf. im moment werde ich mit motorradunfällen geradezu bombadiert. vor zwei wochen war ich an nem unfallort. der fahrer schwerverletzt, hat geschrien wie am spieß, bein total zertrümmert es war furchtbar. jetzt mache ich mir tagtäglich einen riesen kopf um die sache und frage mich immer wieder: soll ich das wirklich machen? irgendwie habe ich jetzt etwas angst davor bekommen. immerhin: ein schwerer unfall und ich kann meine ausbildung an den haken hängen. die frage ist ja denk ich mal nicht ob es mich legt, sondern wann und wie arg.
ich habe immer noch lust auf den fs, aber die sache geht mir nicht aus dem kopf...könnt ihr mir da einen rat geben.
vielen danke schon mal.
grüße aus karlsruhe
Verfasst: 14.09.2004 15:09
von silver650
Ersteinmal herzlich Willkommen m Forum.
Wenn du Motorrad fahren möchtest, solltst du das stets mit einem freien Kopf machen und nicht über solche Dinge nachdenken.
Klar, kann dir das passieren, aber das geht uns nicht besser.
Wenn du den Führerschein machst, wirst du sehen, ob es was für dich ist oder nicht.
Solltest du dich dabei unwohl fühlen, nimm die Finger weg vom Motorradführerschein. Erzwingen bringt gar nichts.
Motorradunfälle haben wir alle schon gesehn, oder sogar am eigenen Leib miterlebt. Wir fahren immer noch
Das kann dir auch auf der Strasse passieren, das du angefahren wirst und deine Ausbildung nicht beenden kannst.
Ich würde ihn machen und bitte versuche die Bilder aus dem Kopf zubekommen.
Das behindert dich, nicht nur beim Führerschein machen, sondern auch bei der Arbeit.
Viel Glück bei deiner Ausbildung!
Re: Angst !?!
Verfasst: 14.09.2004 15:13
von Buchi
Erst mal herzlich Willkommen hier.
Mal meine persönliche Meinung zum Thema Angst:
Wenn Du Angst hast dann lass es. Es wird Dir dann keinen Spaß machen. Moppedfahren hat man im Blut und es ist wie eine Sucht die einen nicht mehr los lässt.
Selbst nach einem Unfall, meiner war 11/2003, machst dir nur Gedanken ums Mopped und wann du wieder fahren kannst. Angst spielt da keine Rolle.
Wenn Du Dir aber Gedanken um vernünftiges Fahren machst, dann mach den Führerschein, setz Dich auf die SV, fahr, fahr, fahr. Am besten suchst Dir jemanden Erfahrenen der voraus fährt und Du wirst die Sucht spüren und nicht mehr davon loskommen.
Passieren kann Dir überall was und ein gebrochenes Bein ist mir immer noch lieber als in einem Auto eingeklemmt (sorry) zu verrecken.
Re: Angst !?!
Verfasst: 14.09.2004 15:17
von Bombwurzel
DeCampo hat geschrieben:der fahrer schwerverletzt, hat geschrien wie am spieß, bein total zertrümmert es war furchtbar.
Kenn ich, hab auch schon so dagelegen.
Einen Tag später hab ich im Krankenhaus schon wieder Kataloge gewälzt und mich nach nem neuen Mopped umgesehen. Das Leben geht nunmal weiter.
Passieren kann dir so viel auf der Welt, auch als Fussgänger oder Autofahrer.
Sei dir der Gefahren des Motorradfahrens bewusst, steiger dich aber nicht hinein, das macht auf Dauer blos paranoid.
Kauf dir das Buch "Die obere Hälfte des Motorrades" von Bernt Spiegel. Dort sind gute Tips wie du dich mental auf schwierige Verkehrssituationen vorbereiten kannst, ohne jemals im Leben in solchen Situationen gewesen zu sein.
Mach deine Fahrschule. Fahre viele Kilometer. Hab Freude am Fahren. Lies die Todesanzeigen in den ganzen Foren nicht, sie sorgen nur dafür dass du dich schlecht fühlst.
Mache soviele Sicherheitstrainings wie du kannst. Die machen riesigen Spass und du lernst was dabei.
Verfasst: 14.09.2004 15:25
von Schubser
Auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.
Also ich denke, Angst sollte man vor dem Motorradfahren nun wirklich nicht haben. Eine gehörige Portion Respekt davor kann nie schaden und schützt einen vielleicht frühzeitig einen Abflug zu machen

.
Bis denne
Verfasst: 14.09.2004 15:44
von SV_Wunsch
Hallo,
bin auch seit heute neu hier!
Also zu deiner Frage............
Ich hatte vor ca. 10 Jahren einen schweren Unfall als Fußgänger, bin von einem Auto niedergebügelt worden! Das kann dir immer passieren und hat mit dem Motorrad fahren nichts zu tun.
Mit Angst an die Sache ran zu gehen ist total falsch, dann spar dir lieber das Geld für den Führerschein, du wirst dich so nie wohl fühlen beim fahren!
Ich fahr seit ich 13 Jahre alt bin, früher (noch ohne Schein) im Verein Motocross (es gibt keine Bessere Schule fürs Bike) und dann seit ich 18 bin und mit Führerschein, hauptsächlich nur noch auf der Strasse. Seitdem hab ich x Motorräder gehabt und bin tausende von Unfallfreien Kilometern gefahren. Ich möchte keinen davon missen
Wichtig ist meiner Meinung nach, das man sich selbst einschätzen kann und mit Hirn vorausschauend fährt!
Rechne einfach mit Fehler der anderen und besteh nicht unbedingt auf dein Recht (z. b. bei vorfahrten usw. ), eine gewisse Vorsicht kann nicht schaden und alles wird gut

Verfasst: 14.09.2004 16:13
von B-Huhn
Hallo deCampo
ich denke ein kleines bisschen Angst ist okay, das trägt dazu bei für andre mitzudenken und das Hirn nicht auszuschalten beim Aufsteigen aufs Motorrad. ( es gibt dazu übrigens einen schönen Beitrag in der letzten Forenkategorie unter Alles rund um andre Themen - Titel: "ab heute fahre ich anders") .
alles war über den "normalen" Angstfunken hinausgeht - laß es lieber erstmal und warte ab wie es morgen, nächstes Jahr, oder in ein paar Jahren aussieht und probiers dann nochmal. Falls Du nach dem Scheinmachen immer noch unsicher bist - vielleicht verhilft Dir dann auch ein Fahrertraining zu einer gewissen "Normalität".
Verfasst: 14.09.2004 16:45
von Onkel Tom
Geh mal locker an die Sache ran!
Keiner verneint hier, dass Motorradfahren gefährlich ist. Aber was ist schon ungefährlich???
Wenn du die Statistik anschaust, folgt bei den Todeszahlen dem Motorrad auf Platz 2 die fahradfahrer. Mit großem Abstand dann die Autofahrer. Fährst du deswegen kein Fahrrad mehr? Wahrscheinlich fährst du auch ohne Helm.
Sich im Verkehr zu bewegen ist immer gefährlich. Als mein Cousin vor vier Jahren mit dem Motorrad tödlich verunglückt ist, hab ich den Wunsch auch an den Nagel gehängt. Nur irgenwann ist er wieder da gewesen und ich hab den Schein dann doch gemacht und keine einzige Sekunde bereut. Durch gute und vorausschauende Fahrweise lässt sich das Risiko doch ziemlich minimieren. Aber sich nen Kopf zu machen und dann mit Angst zu fahren, ist schlecht.
Sich aber Gedanken zu machen und nen Gang langsamer fahren, ist sicherlich dem einen oder anderen zu empfehlen.
Also Kopf abschalten und Schein machen!!!
Verfasst: 14.09.2004 16:49
von Herr Hase
Hallo DeCampo,
herzlich willkommen hier im Forum. Was deine Frage angeht habe ich eine etwas differenziertere Meinung als viele andere hier. Gut, ANGST gehört meines Erachtens wirklich nicht zum Motorradfahren, RESPEKT aber sehr wohl. Und durch deine Erfahrungen als Polizist hast Du die einmalige Möglichkeit, wesentlich mehr Respekt vor dem Hobby an den Tag zu legen als die meisten anderen hier.
Wenn Du Dich hier umsiehst, wirst Du feststellen, dass Themen wie "umbauen", "schneller" und "schräger" wesentlich häufiger diskutiert werden als Themen wie "Unfall" oder "Tod". Vermutlich weil es mehr Spaß macht über das Erlebte zu reden als über die Gefahr. Dennoch wissen wir alle, dass wir ein gefährliches Hobby haben - und fahren trotzdem.
Das Buch "Die obere Hälfte des Motorrads" habe ich auch im Schrank und auch schon gelesen. Man lernt darin wirklich sehr viel. Nach dem Lesen muss man dann noch eigenverantwortlich lernen, das theoretische auch in einer praktischen Notsituation fehlerlos anzuwenden. Beispiel: Alle wissen, dass in einer zu schnell angefahrenen Kurve das Mopped weiter gedrückt werden muss. Trotzdem fahren viele unangespitzt geradeaus in den Wald, oder schlimmer - weil sie reflexartig bremsen. Dabei stellt sich nicht nur die Frage "Warum habe ich falsch reagiert obwohl ich es besser weiß" sondern auch die Frage "Warum bin ich schneller gefahren als es die Situation zugelassen hat".
Außerdem wurde das Buch nicht geschrieben, um Ottonormal-Motorradfahrern zu helfen, sondern um Rennfahrern die Angst zu nehmen und sie dadurch schneller zu machen. Nicht alles ist 1:1 anwendbar und sinnvoll.
Ich wusste nach der ersten Fahrstunde, dass das ein geiles Hobby ist und das ich mich richtig entschieden habe. Dennoch hatte ich immer und überall Respekt. Angst habe ich nur, wenn ich so manchen Beitrag lese.
Verfasst: 14.09.2004 16:56
von andywutz
Bin auch seit heute neu im Forum (wie Du), hallo auch an alle Anderen.
Habe in meinem "biblischen" Alter von 36 Jahren noch den Motorradführerschein gemacht. Trotzdem ich mit gehörigem Respekt (den solltest Du im Gegensatz zu Angstgefühlen beim Mopedfahren immer haben) an die Sache gegangen bin, habe ich letzte Woche meinen ersten "Crash" gehabt

. Habe einen Moment gepennt und bin meinem Bruder in seine TL 1000 gerutscht, außer kleinen Schäden an den beiden Bikes ist jedoch nichts passiert. Das bei Tempo 30 in der Stadt, hinter einem bremsenden Auto.
Wenn ich Dir das als Greenhorn sagen darf: Stürze wirst Du nie ganz vermeiden können, wichtig ist es, nicht übermütig zu werden und hohe Geschwindigkeiten, die Du (noch) nicht beherrschst vor allem in kurvigem Gelände zu vermeiden.
Ich auf jeden Fall freue mich, bereits auf meinen nächsten Ausritt, sobald
mein Bike wieder hergerichtet ist. Wenn Du einmal Feuer gefangen hast,
ist die Angst schnell vergessen.
Verfasst: 14.09.2004 16:59
von DeCampo
hallo!
erst mal danke für die zahlreichen antworten. ich habe mir alle eure meinungen genau durchgelesen. ich fühle mich jetzt um einiges besser. wisst ihr, angst mich aufs motorrad zu setzen hab ich nicht. dann ließt man allerdings so ne nachricht wie über den dennis aus dem zxr forum, der jetzt sein leben lang im rolli sitzt und fängt an zu grübeln!?!
ich werde den schein jetzt machen. meine vorfreude und faszination fürs motoradfahren ist einfach stärker. und ich wette nach den ersten kilometern werde ich süchtig danach sein.
also, nochmal vielen dank für eure unterstützung
grüßle
Verfasst: 14.09.2004 17:19
von svbomber
DeCampo hat geschrieben:... so ne nachricht wie über den dennis aus dem zxr forum, der jetzt sein leben lang im rolli sitzt und fängt an zu grübeln!?!
Ich würd es anders umschreiben, denn gegrübelt hab ich da bis heute nicht drüber. Es ruft einem ins Gedächnis zurück, wie schnell es gehen kann. Allerdings ist es, wie in anderen Dingen auch, nicht langanhaltend und man im Zwiespalt mit sich selbst vielleicht auch der Meinung, dass einem das selber nicht passiert, was natürlich nicht stimmt. Die was ist wenn Frage habe ich mir vor meiner ersten Fahrstunde nie gestellt. Heute kommt sie nur ins Spiel, wenn jemand nahestehendes betroffen ist. Mit Gleichgültigkeit hat das aber nix zu tun. Wie jeder einzelne damit umgeht und Schicksalsschläge verarbeitet, weiss er nur selbst am besten.
DeCampo hat geschrieben:... ich wette nach den ersten kilometern werde ich süchtig danach sein.
Mmmh, kann sein ... kann aber auch sein, dass dir dein Unterbewusstsein da einen Streich spielt. Und mit einer Blockade im Kopp funktioniert Motorradfahren nicht. Aber das wird sich zeigen. Versuch macht kluch, viel Glück

Verfasst: 14.09.2004 17:20
von flyingernst
Abgesehen davon habt ihr auch, wenn du hier schon so offen bist was ich gut finde, Polizeipsychologen die dir darüber bestimmt auch was sagen können, erst recht wenn dir solche Geschichten nach gehen.
MFG Michael
Verfasst: 14.09.2004 17:59
von Elion
Hi ...
DeCampo hat geschrieben:dann ließt man allerdings so ne nachricht wie über den dennis aus dem zxr forum, der jetzt sein leben lang im rolli sitzt und fängt an zu grübeln!?!
... das ist ein Schicksal das uns allen blühen kann und dessen sollte wir uns bewust sein. Es ist der Preis den einige für dieses unbeschreibliche Gefühl bezahlt haben das wir alle so lieben. Manche können mehr dafür andere fast nicht's ausser das sie gerade am falschen Ort waren. Will sagen man kann das Risiko einschränken in dem man auf der Strasse eben nicht auf der letzten Rille fährt. Aber doch gibt es immer wieder Unfälle mit Motorradfahrern die wirklich nichts dafür konnten.
Wenn Du fährst fahr vorsichtig, wenn Du wissen willst was geht geh auf die Rennstrecke NICHT auf die Strasse. Wenn Du beim fahren Angst bekommst bzw. die solche Bilder im Kopf klemmen lass es sein. Die Zweifel sollten mit dem drehen des Zündschlüssels verschwinden ... dafür ist beim Fahren keine Zeit.
Viel Glück mit deiner Entscheidung ... wie immer sie ausfallen mag.
Viele Grüsse
Elion
... der sein Nummernschild vieleicht trotzdem bald an den Nagel hängt aber nicht ohne Zweirad sein kann.
Verfasst: 14.09.2004 20:21
von Hellrider
Hallo DeCampo erst mal herzlich willkommen,ich hatte auch mal ein Unfall 8 Wochen Krankenhaus keine schöne Zeit ich wusste aber warum ich da lag nicht weil ich Angst hatte nein weil ich mit dem Moppet noch nicht Umgehen konnte nach der Fahrschule.
Da lehrnt man vieles langsam Fahren und wie man Ausweicht aber nicht wie man sich in Gefahrensituationen verhält das lehrnt man nur auf der Strasse und deshalb Respekt vor der Strasse und scheint sie noch so einfach Auszusehen
