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Rutschender Hinterreifen
Verfasst: 24.03.2005 22:55
von Schmidt
Hi,
War eben im forumschatt, wo gerade diskutiert wurde, über das verhalten bei einem wegruschenden hinterreifen.
Was sollte man also tun, wenn einem das Hinterrad in einer Kurfe wegrutscht??
1. Sollte man die Kupplung ziehen um den reifen weniger belastungen auszusetzen, so dass er wieder Gripp bekommt ...... oder ist das Kuplungziehen eher gefährlich, weil dadurch ein highsider verursacht werden kann??
2. Sollte man das gas wegnehmen?? .......wenn ja schnell oder langsam.. und wiso
Bitte schreibt mal eure erfahrungen ... was ihr in dieser Situation tun würdet ....... oder was in dieser Situation in Fahrtrainings vorgeschlagen wird....
Gruß
Daniel
Verfasst: 24.03.2005 23:04
von Sledge
Gas geben
lieber ein driftendes Hinterrad als ein Highsider
Verfasst: 24.03.2005 23:20
von Doctor Spoktor
Sledge hat geschrieben:Gas geben
lieber ein driftendes Hinterrad als ein Highsider
bzw, lieber ein lowsider als ein highsider

Verfasst: 24.03.2005 23:43
von RAINOSATOR
>>>gas geben<<
Na ja, das möchte ich so nicht sagen

;
"Driften" tut das Hinterrad erst wenn man diese hohe kunst des fahrens beherscht.
Alles andere ist schlicht und einfach "Rutschen".
Und wenns rutscht , und man gibt Gas, obwohl man nicht in der lage ist ein "Driftendes" Motorrad zu beherschen,dann liegt man auch auf der Fresse.
Da dieses Forum zu 75 % aus Fahranfängern besteht (bei denen ich mir bei den meisten sicher bin das sie nichtmal zwischen Rutschen und Rucken unterscheiden können), wär ich vorsichtig mit solchen tipps wie "Gas geben".
Was sollte man also tun, wenn einem das Hinterrad in einer Kurfe wegrutscht??
Ich kann dir nur sagen was man VORHER tun sollte : fahrnfahrnfahrnfahrn.
denn nichts macht sicherer als erfahrung.
Wenn du dir jetzt die ganze Rübe zuballerst mit irgendwelchen "was tu ich in welchem Fall" -Theorien und regeln , wirst du im entscheidenden moment merken das du dir das falsche gemerkt hast.
Falls du noch die zeit dafür hast.
Obwohl es gereicht hätte wenn du minimal am Lenker ziehst . Für `ne 10tel sekunde.
Weil die sache von fall zu fall verschieden ist
Bei reichlich erfahrung hätten das deine Reflexe für dich erledigt;aber dazu brauchts erfahrung. du hättst es im ersten moment vielleicht gar nicht so mitgekriegt. erst hinterher - da war doch was ?
Verfasst: 24.03.2005 23:54
von sitzbankbezieher
@
RAINOSATOR
Dem ist nix hinzuzufügen
Mit 20 jahren moppederfahrung denkt Mann nicht mehr sondern reagiert
Ich kann mich aber auch nicht davon freischreiben das ich mich so richtig auf die fresse gelegt hab (in früheren jahren)
mit der neuen SV ists auch mal brenzlig geworden(aber da sie so leicht zu händeln ist abgefangen

)
Gruß Niklas
Verfasst: 25.03.2005 8:41
von theButcher
Die richtigen Tips gibt es in der Drifter-Szene. Lenker festhalten, leichten Zug in Richtung aüßeren Kurvenrand und gleichmäßig Gas geben (leicht Beschleunigen). So gings mit der Duke auch immer flott ums Eck!
Re: Rutschender Hinterreifen
Verfasst: 25.03.2005 9:34
von SVHellRider
Schmidt hat geschrieben:...Was sollte man also tun, wenn einem das Hinterrad in einer Kurfe wegrutscht??...
1. Sollte man sich die Frage stellen:
was sollte man tun, damit einem das Hinterrad in der Kurve
nicht wegrutscht ..?
Also volle Aufmerksamkeit und gut die Straße "lesen". Angepaßte Geschwindigkeit, d.h. mit Reserven fahren, für den Fall, dass Unvorhergesehenes auftritt.
2. Wenn ich das beherzige, dann rutscht das Hinterrad normalerweise nicht weg, ohne dass ich darauf vorbereitet bin, da ich ja vorher sehe, dass Öl, Sand, Rollsplitt auf der Straße ist. Wenn ich darauf vorbereitet bin, dann locker bleiben, nicht verkampfen, keine Lastwechsel. Aber natürlich vorher Ausweichmöglickeiten suchen und evtl. vorher noch Geschwindigkeit verringern. Wenn die rutschige Stelle kommt, dann darf man nicht mehr auf der Bremse sein. Blickführung! Also nicht in den Graben schauen, sondern auf den Kurvenausgang. Positiv denken. Also nicht: jetz haut's mich hin, sondern das geht gut, auch wenn's rutscht.
3. rutscht das Hinterrad weg, ohne dass ich darauf vorbereitet bin, dann möglichst nicht so sehr erschrecken und verkrampfen. Und wie schon gesagt, immer positiv denken.
Dann sollte man die Ursache für den Rutscher klären. Hat man die Straße nicht richtig gelesen, ist der Asphalt nicht griffig, hab ich Öl am Hinterreifen, Luftverlust ...
4. geht's mal nicht gut und das Hinterrad fägt sich nicht mehr, dann Moppie loslassen möglichst nirgens dagegen knallen, schnell Fahrbahn räumen (oder abischern), nicht dass noch jemand über mich oder das Moppi fährt. Dann Fehleranalyse, was hab ich falsch gemacht, den Fehler möglichst nicht nochmal machen.
Verfasst: 25.03.2005 9:40
von McMurphy
ähm, also ich muss sagen wenn das Hinterrad rutscht dann kann man meistens froh sein dass es genauso schnell wieder vorbei ist wie es kam. so war es bei mir bisher immer (außer einmal

). ich glaub nicht dass der Ottonormalbürger in diesem kurzen Moment große Entscheidungen trifft oder gar die Zeit hat zu überlegen.
Kupplung ziehen würde ich jedenfalls nicht bei der SV. da ist die Motorbremse deutlich effektiver. wenn man die Kupplung zieht, hat man in der Kurve dann nämlich plötzlich ein ganz anderes Moped. kann man ja auch so mal ausprobieren.

Verfasst: 25.03.2005 9:42
von Doctor Spoktor
mir is einmal das hinterad gerutscht, gemerkt hab ich es aber auch erst nach der kurve... keine zeit zum denken

Verfasst: 25.03.2005 10:16
von TL1000junkie
dem von Rainosator ist nichts hinzuzufügen!
diese ganzen Theorien sind im entscheidenden Moment sowieso egal, weil man da keine Zeit hat zu überlegen.
Du kannst dir ja mal einen Platz mit losem Untergrund suchen (nicht gerade Split oder Steine) und mal bei langsamer Geschwindigkeit versuchen die Maschine im Drift zu halten. (hab ich mit der TL auch schon gemacht um das Gefühl zu kriegen)
Da merkst du schon, je schwerer die Maschine desto schwieriger wird die Sache.
Mit ner Vollcross, die ich früher hatte, war das kein Ding, mit der TL muss man da schon mehr auf dem Motorrad turnen.
Gruß Nico
Verfasst: 25.03.2005 18:37
von mattis
Moin,
also mir ist zum Glück auf den bisherigen 15.000 km mit der SV nie das HR weggerutscht.
Das kann folgende Gründ ehaben:
1. Ich fahr keine 1000er

2. Ich schwuchtel nur ums Eck
3. Ich hatte immer Glück
4. Bin nie schneller gefahren als die Physik es zulässt
Ich denke Theorie und Praxis liegen in diesem Fall extrem weit auseinander.
Wenns passiert, denk ich das die Mehrheit aller Kradler das Gas zumacht und somit evtl. einen Highsider als Gegenleistung erhält.
Beim MS2 Training versprechen sie in der Werbung Schräglage bis zum kontrollierten Drift. Sicher eine Erfahrung wert.
Hat allerdings (imho) bewusst auf öffentlichen Straßen nix zu suchen.
Als Wissen für den Notfall sicher sehr nützlich.
Ich denk Üben kann man das mit der Enduro oder dem Crosser auf losem Untergrund sicherlich.
Allerdings finde ich das Driften auf losem Untergrund und auf Asphalt (hier nur Vermutung!) nicht vergleichbar.
Der Grenzbereich ist auf Asphalt sicherlich viel schmaler und das Rad rutscht vermutlich urplötzlich und ohne Ankündigung.
Gruß
Matthias
Verfasst: 25.03.2005 19:12
von charly

ja,ja,

......das rutschende rad,...
wenn man es provoziert ist es kontrolliert und macht spass,
wenns passiert meist zu spät und macht keinen spass..
patentrezept gibts da keines,..
man muss es halt einfach üben.

um im entscheidenden moment ohne nachzudenken das richtige zu tun.
mit wenig schräglage anfangen und das rad bewusst rutschen lassen

,...beim anbremsen und beschleunigen,..
und nach vielem üben als höhepunkt vom bremsen bis zum beschleunigen übergangslos mit leichtem gegenlenken durchziehen!!
da kann dich dann meist nix mehr so leicht irritieren wenn du das heraussen hast wies funktioniert.... und es macht spass

,.,.
hat auf öffentlichen strassen normal nix zu suchen

,dieser sumo fahrstil,..macht aber auf der hausstrecke durchaus spass
und matthias hast recht

,..der grenzbereich ist um vieles kleiner auf asphalt als auf schotter oder im gelände !!!
bei wenig schräglage

und im frühling anfangen zu üben (strassen sind kälter, schmutzig und rutschiger und daher besser geeignet zum probieren.
ich mag auf jeden fall ein rutschendes hinterad viiieeeel lieber als ein rutschendes vorderrad

Verfasst: 25.03.2005 21:41
von Michael
Am Besten kann man Driften und sowas mit Enduros "off road" üben, kam leider noch nicht dazu. Aber auch meiner Meinung nach hat absichtliches Driften auf der Straße nix zu suchen (weil es oft im unabsichtlichen Sturz enden wird).
Der vom Hellrider beschriebene Ansatz gefällt mir auch gut. Insbesondere Punkt 1.
Wichtig ist auch:
Das Gas beim Rausbeschleunigen nicht plötzlich aufdrehen sondern schön sanft mit abnehmender Schräglage. Wenn das Hinterrad dann rutscht, dann das Gas so lassen wie es ist und weiter dahin sehen, wo man hinmöchte. Man hat dann einigermaßen die Chance, dass es nur kurz und leicht rutscht und sich von alleine wieder fängt. Wenn man aber das Gas beim Rausbeschleunigen ruckartig aufdreht (falsch!) und der Reifen rutscht, kann man eigentlich nur noch stürzen. Mit dem eben beschriebenen Ansatz - der so ähnlich bei Keith Code steht - blieben auf der Rennstrecke bei mir ein paar leichte Hinterradrutscher leicht und wurden nicht zum Low- oder Highsider. Ich bin aber noch lange kein Drift-Profi.
Zum
Locker-Bleiben-Ansatz von Hellrider: Ich glaube, Keith Code schrieb einmal, dass ein rutschendes Hinterrad (beim Rausbeschleunigen aus einer Kurve) eine der extrem seltenen Situationen beim Motorradfahren ist, wo es sich bezahlt macht, wenn man langsam und träge ist. Soll heißen: Einfach alles so lassen, wie es ist (auch das Gas). Mit etwas Glück stabilisiert sich das Motorrad dann von selber. Voraussetzung: Man hat das Gas vorher
sanft aufgedreht.
Mein persönlicher Ansatz auf der Straße ist,
einfach ordentlichen Sicherheitsabstand vom vermuteten Grip-Limit halten. Auf der Rennstrecke mache ich das weniger und bin da auch reichlich gestürzt. Auf der Straße noch nie.
Es gibt auch ein paar Tricks, mit denen man die Schräglage - bei gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit in der Kurve - verringern kann. Davon mache ich auch öfters Gebrauch. Z. B. spät und dann schnell einlenken ("eine Ecke fahren").
charly hat geschrieben:der grenzbereich ist um vieles kleiner auf asphalt als auf schotter oder im gelände !!!
bei wenig schräglage

und im frühling anfangen zu üben
Das ist auch meine Erfahrung (von der Rennstrecke): Bei hoher Schräglage ist der Grenzbereich zwischen Haftung und Rutschen sehr schmal. Deswegen die Gasstellung bei hoher Schräglage extrem sensibel ändern. Bei geringerer Schräglage ist der Grenzbereich breiter. Und ich glaube, selbst wenn man bei wegrutschendem Hinterrad
bei geringer Schräglage das Gas zumacht - was ja eigentlich sehr falsch ist - erntet man nicht gleich einen Mörder-Highsider sondern eher einen schwächeren Highsider, den man vielleicht sturzfrei übersteht.
Zum Abschluss noch'n Spruch: There is no silver bullet.

Verfasst: 28.03.2005 21:49
von Alex
ähm, also ich muss sagen wenn das Hinterrad rutscht dann kann man meistens froh sein dass es genauso schnell wieder vorbei ist wie es kam. so war es bei mir bisher immer (außer einmal ). ich glaub nicht dass der Ottonormalbürger in diesem kurzen Moment große Entscheidungen trifft oder gar die Zeit hat zu überlegen.
Ich glaube, Keith Code schrieb einmal, dass ein rutschendes Hinterrad (beim Rausbeschleunigen aus einer Kurve) eine der extrem seltenen Situationen beim Motorradfahren ist, wo es sich bezahlt macht, wenn man langsam und träge ist. Soll heißen: Einfach alles so lassen, wie es ist (auch das Gas). Mit etwas Glück stabilisiert sich das Motorrad dann von selber. Voraussetzung: Man hat das Gas vorher sanft aufgedreht.
Ich denke, das ist der Punkt! Nix tun und sich hinterher darüber klar werden, was passiert ist und wie man zukünftig derartige Situationen vermeidet
Mir selbst ist das Hinterrad erst einige, wenige Male weggerutscht. Das war allerdings öfter beim Runterschalten oder Bremsen am Kurveneingang, und nach meiner Erinnerung nur ein einziges Mal beim Rausbeschleunigen....

Verfasst: 29.03.2005 9:34
von jensel
Die meisten Rutscher im alltag fangen sich schon wieder, bevor man überhaupt reagieren kann. Jede Reaktion ist somit überflüssig.
Und wenn´s mal richtig rutscht, dann gibt es ohnehin keinen allgemeinen Rat.
Im Übrigen interpretiert man als "Anfänger" auch einfache Versetzer (z.B. durch Absätze) schon als Rutscher.
Das lernt man erst mit viel Erfahrung zu unterscheiden.
PS: Auch wenn man mit dem Z4 auf der berühmten Kippelkante um eine Kurve fährt, fühlt sich das "in-die-Kurve-kippen" wie ein Rutscher an.