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Danke Bernt Spiegel
Verfasst: 22.05.2005 21:36
von Zultra
So wollte mal was berichten, was sich am Pfingstmontag zugetragen hat. (komme aus abiturtechnischen Gründen erst jetzt dazu).
Also Montagmorgen bin ich nach Schotten/Vogelsberg aufgebrochen um an diesem herrlichen Tag eine Runde zu drehen und ein bissel Kurvenfahren zu üben.
Nach der Anfahrt habe ich es mir ertmal oben kurz ne Pause gemacht und wollte ne runde auf der ringstarße drehen.
Leider bin ich dann für meine Verhältnisse zu schnell in die Kurve gefahren. Ich hab gemerkt das das zu schnell ist und habe die leitplanke immer näher kommen sehen. Naja was danch kommt kann man eigentlich nur noch als automatisierten Ablauf bezeichnen. Ohne Nachzudneken den Blick von der Planke genommenund zum Kurvenausgang gerictet und die Maschine runtergedrückt. Mit schleifender Fussraste die Kurve noch gut bekommen und rausgefahren.
Dann ertsmal mit herzklopfen angehalten.
UFF.. 1 1/2 Monat Fahrerfahrung und jetzt ist der Angststreifen auf der einen Seite weg. Als ich die Kurve nochmal in Gedanken habe passieren lassen, ich habe mir niemals gedacht das man so tief mit der Maschine kommt... war subjektiv bei meinen "normalen" Kurven nah am 45° Winkel ( wohlgemerkt subjektiv und nicht objektiv.) Das war ein Schreck.
Das positive ist, das meine Angst vor größeren Schräglagen weg ist und ich weiß das ich meine Maschine in Notfall noch drücken kann.
Was das mit Herren Spiegel zu tun hat? Nun das mentale Training! Ich hätte sicher, wenn ich den Rat des Buches nicht befolgt hätte und bei jeder Fahrt mal mental in der Kurve durchgespielt hätte das sie enger wird und ich mehr legen muss, die Bremsen gezogen und wäre in die Planke gerutscht. Sowas ist einem Kupmel passiert. Zu schnell und dann Ancker geworfen anstatt tiefer zulegen, obwohl er jede Menge Reservern hatte.
Mentales Traning zahlt sich aus und ich bin sehr froh mir diese Buch besorgt zu haben, war eine echte Hilfe.
Verfasst: 22.05.2005 22:12
von svbomber
Schön, das du die Kurve noch bekommen hast.
Allerdings sind Theorie und Praxis meist weit voneinander entfernt. Richtiges Bremsen, Ausweichen und Lenken wird zwar in Fahrsicherheitstraining geübt, verankert sich aber erst nach über 200 praktischen Wiederholungen im Unterbewustsein, sodass es dann in Notsituationen abgerufen und angewandt werden kann. Von daher gehe ich davon aus, das Buch alleine wird dir nicht geholfen haben. Eine große Portion Glück wird auch mit im Spiel gewesen sein. Soll aber nicht heissen, dass das Buch keinen Beitrag geleistet hat.
Verfasst: 22.05.2005 22:29
von Zultra
Glück war es auch auf jedenfall. Und das Mit der Praxis stimmt auch, aber das Bcuh hat mich sozusagen dazugebracht mich wirklich mal mental mit solchen Situationen auseinaderzusetzen, sonst hätte ich wirklich noch die Ancker geschmissen
Und das wäre nciht sogut gewesen

Verfasst: 23.05.2005 11:11
von mattis
Moin,
also da muss ich Bombi Recht geben.
In so einer Situation noch groß irgendwelche Sachen aus Büchern in Erinnerung rufen und umsetzen - Respekt
Praxis bleibt Praxis.
Und alle Theorie ist grau.
me
Verfasst: 23.05.2005 14:31
von Knieschleifer
Habe das Buch auch zuhause rumliegen...ist schon nicht schlecht....was mir aber schon viel öfter die Haut gerettet hat, ist heizen zu können....abgebrüht, schnell und sehr schräg zu fahren, ohne das mir dabei das Herz in die Hose rutscht.
Wo ein Rookie mit gezogener Bremse in eine Hindernis einschlägt, feilt der Heizer frohgelockt mit funkenden Rasten am Hindernis vorbei, weil er diese für den Normalo hahnebüchenden Geschwindigkeits/Schräglagensituationen und das abrupte Auftauchen von Hindernissen vorher bewusst herbeigeführt und trainiert hat.
Ich möchte nun hier niemand zum Heizen bekehren (ich weiß, wer es zu oft herausfordert, liegt auch im Graben..) , aber so habe ich es in meiner 25 jährigen 2-Rad-Laufbahn erlebt.
Die sog. ruhigen Fahrer verunglücken oft in ganz banalen Situationen, weil sie vor Schreck und mentaler Ungewohntheit nicht das richtige machen, obwohl der Unfall (oftmals mit schwerwiegensten Folgen) prinzipiell vermeidbar gewesen wäre.
Verfasst: 23.05.2005 14:39
von heikchen007
Knieschleifer hat geschrieben: weil er diese für den Normalo hahnebüchenden Geschwindigkeits/Schräglagensituationen und das abrupte Auftauchen von Hindernissen vorher bewusst herbeigeführt und trainiert hat.
Wie denn das ?
Wenn ich
bewußt etwas herbeiführe, fehlt aber eben der Schreckmoment,
der bei
unvorhergesehenen Situationen auftritt / auftreten kann...
Verfasst: 23.05.2005 14:42
von Florian
Ich lese hier immer was von diesem Buch, aber wie's genau heißt, weiß ich noch nicht - könnte jemand für mich den Titel posten, damit ich's mir auch besorgen kann

Verfasst: 23.05.2005 14:44
von Rosti
Das Buch heißt: "Die obere Hälfte des Motorrades"
Verfasst: 23.05.2005 14:46
von Florian
Rosti hat geschrieben:Das Buch heißt: "Die obere Hälfte des Motorrades"
THX

Verfasst: 23.05.2005 14:52
von derherrliche
hm, ich denke die message soll sein das da in diesem wahrlich sehr informativen und anschaulichen buch gute tips stehen, die man umsetzen kann um sicherer zu fahren. was spricht dagegen das er merkt, das die kurve eng wird und sich dann erinnert, gelesen zu haben, das die maschine dahinfährt wo der blick führt???
ich glaub das schon...
Verfasst: 23.05.2005 23:04
von Wurzlsepp
Ich denke das Buch ist genau der Anstoß sich mental mit solchen Situationen auseinanderzusetzen - und optimal ist, wenn man dann reflektiert und sich selbst versucht zu verbessern.
Ich selbst habe das auf der letzten strecke auch gemacht, jedes mal so getan als ob ein ungewohntes hindernis auftauchen würde, maschine weiter gelegt und solche scherze. Es verbessert sich der Fahrstil nicht unerheblich nach einiger Zeit...
Insofern kann ich den topic voll und ganz unterschreiben, und dass ganz ohne Fahrfehler

Verfasst: 23.05.2005 23:32
von firefighter
Jetzt muss ich mal meinen Senf zum Buch abgeben, hab´s hier auch. Ich finde es insgesamt nicht schlecht ABER die praxisnäheren Tipps zum Fahren sind meiner Meinung nach ziemlich verstreut in den Buch. Es geht ja in erster Linie immer um den "virtuosen" Gebrauch eines Werkzeugs und wie man diesen verinnerlicht. Und es ist sehr breit die psychische Seite ausgeführt, wie die Lernprozesse ablaufen, wie man Integrationsniveaus erreicht. Das ganze ist ja richtig und wichtig aber als ich mir das Buch gekauft habe, habe ich viel mehr in Richtung Praxis beim Motorradfahren erwartet mit evtl. einem Exkurs in die psychologischen Abläufe. Das Buch baut aber ja gänzlich von dieser Seite her auf, die eigentlichen fahrphysikalischen Abläufe werden eher nur eingestreut. Erst im 5. und letzten Teil ab Seite 184 (4. Auflage von 2003) dreht der Schwerpunkt in Richtung Praxis.
Ferner kritisier ich die Lesbarkeit. Auch wenn der Autor meint, dass er es mit seinen Anmerkungen am Buchende gut gemacht hat, kann ich mich damit nicht anfreunden. Wenn ich das Buch lese, dann will ich die Informationen durchgehend lesen können (Ausnahme: Glossar). Aber die Hintergrundinformationen, die wären in einem Kasten an der Stelle, zu der sie gehören, besser aufgehoben. Dann kann ich mir immer noch überlegen, ob ich es überspringe oder mitleses. Das nervige Hin- und Herblättern zwischen Text und Background - insgesamt ja immerhin 86 mal - und dann zusätzlich noch zum Glossar, bliebe einem erspart.
Hab hier auch noch "Der richtige Dreh" von Keith Code rumliegen aber noch nicht gelesen. Dem Inhaltsverzeichnis nach zu urteilen, dürfte es eher meine Erwartungen erfüllen.
Verfasst: 24.05.2005 9:50
von SunnyFrani
Da muss ich mich anschließen, aus was ich Nutzen ziehen kann, sind die Praxistipps und 2, 3 Infokasten, beim Rest hab ich nach wenigen Seiten aufgegeben.
Verfasst: 24.05.2005 10:18
von mattis
Moin,
von dem Autor gibts auch ein Praxishandbuch mit "Trainingskarten".
Schaut mal bei Amazon und Co. wann und ob das Teil erschienen ist.
Das theoretische Gefasel hat mich bisher vom Kauf seines Buches abgehalten.
Gruß
Matthias
Verfasst: 24.05.2005 10:18
von sch4k
gibts das auch als hörbuch ?
