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Anfragen vom Newbie

Verfasst: 14.01.2006 0:38
von Da_Keks
okay also erstmal eine kurze einleiung:
hab schon vor etwas längerer zeit mein führerschein fürs motorrad gemacht
bin dann aber nie gefahren
also weil ich nicht wirklich die gelegenheit hatte

doch vor kurzer zeit hab ich dann mein herz an die SV verloren
und sie käuflich erworben
und auch wenn die zeit quasi nur zum "probefahrten" reichte
merkte ich doch schon an ein zwei stellen das mein wissen was die lenkung einer solchen maschiene angeht, eingestaubt ist
mit meiner freundinn (fahrerin einer 125iger CBR) komm ich dann immer etwas ins streitgespräch wenn wir uns gegenseitig tipps geben wollen um den fahrstil des anderen zu verbessern

da wir uns nicht wirklich einigen können
dachte ich mir bring ich die fragen doch mal gezielt an leute die sich damit echt auskennen sollten
so landete ich hier auf der seite ....

doch nun zu den fragen

1. kupplung ziehen J/N
wenn ich ein einer kurve fahre (oder kreisverkehr) sollte oder darf ich da die kupplung gezogen halten oder nicht. denn ich persönlich fühle mich dabei sicherer wenn ich quasi durch die kurve rolle, als wenn der motor drückt... meine freundinn meinte man solle normal (kupplung nicht gezogen) IMMER durch die kurven fahren, da da das motorrad sicher wäre weil das hinterrad da nicht so schnell ausbrechen würde oder so ...
also was ist nun richtig
oder ist es egal?

2. welche temperatur sollte die suzi haben ?
hab schon oft gehört das einem der motor kaum etwas übeler nimmt als wenn man ihm im "kalten" zustand hohe leistung abverlangt.
deswegen starte ich meine SV immer erst, schiebe sie dann aus der garage, stell sie an die strasse, ziehe mich noch komplett an (jacke handschuhe helm) und fahre dann immer so bei 30°-35° los und versuch sie dann auch erstmal nicht über 4ooo umdrehungen zu bringen?
ist das richtig so
oder noch zu früh?
oder auch egal?

3. wo wir schon mal bei drehzahl sind .....
in welchem bereich sollte man überhaupt noch mal motorrad fahren?
ich bin ja eher so derjenige, zumindest wenn ich auto fahre der versucht (außer beim beschleunigen) immer so um die 2ooo umdrehungen zu fahren.
anfangs wollte ich das auch beim motorrad, das das nicht so erfogreich war könnt ihr euch denken...
naja was ist der idealwert ab wo sollte man schalten
und in welchem bereich sollte man fahren von - bis ?

wo wir beim fahren sind
4. regenfahrten ?
wirklich so gefährlich wie man immer hört
oder alles angst mache ?
hab vor kurzem mit einem gesprochen, der fährt allerdings schopper (vielleicht liegt es ja da dran) der ist ganz "begeistert" von regenfahrten. also ihm macht das nichts aus er sagt es wäre auch nicht viel anders als das "trocken" fahren, nur die sicht wäre zumeist etwas schlechter.
ist er nun ein spinner oder hat er es durchschaut?

Verfasst: 14.01.2006 1:01
von svbomber
zu1.
Kupplung nicht ziehen. "Mit leichtem Gas" durch die Kurve fahren. Vermittelt ein wesentlich stabileres Fahrgefühl, grad in schnelleren Kurven.

zu2.
Starten, gemäßigt losfahren. Deine Nachbarn werden es dir danken, wenn du nicht morgens um 6.oo dein Mopped in der Garage startest :P
Hohe Drehzahlen anfangs vermeiden. Ich hatte 2 Jahre die Autobahn quasi vor der Tür (2km), auch nix passirt.

zu3.
2000 U/min ist dann schon sehr untertourig (Leerlauf bei ~1.200). Normales Fahren liegt bei mir bis 5.000U/min.

zu4.
Bei Nässe ist generell Vorsicht geboten. Gefahrenlehre: http://www.svrider.de/index.php?seite=k ... artikel=49

Verfasst: 14.01.2006 2:57
von blueSV
Volle Zustimmung an svbomber, trotzdem noch mein Senf zu 4.:

Man kann im Regen bestens fahren, da gibt es nichts, was es sonst nicht gibt. Allerdings hast Du deutlich weniger Haftung, wodurch die Räder in Kurven und beim Bremsen/Beschleunigen gerne mal ins Rutschen kommen. Deshalb bietet sich ein sehr runder Fahrstil an. Angst ist aber nicht angebracht - wer Angst hat, fährt schlecht. Mach Dich mit den veränderten Bedingungen vertraut und fahr entspannt.
Das ganze ist letztendlich Geschmackssache. Manche fahren nie im Regen, andere am liebsten und noch andere nehmen es halt, wie es kommt. Probier einfach aus, zu welchen Du gehörst.

Verfasst: 14.01.2006 8:14
von Kasumi02
zu1:

Soweit machbar fahre ich immer "mit Zug" durch die Kurven, dh mit leicht angelegtem Gas. Gas wegnehmen in der Kurve vermeiden, da sonst Unruhe ins Motorrad kommt. Die Kupplung nehme ich nur wenn's arg langsam wird. (enger Kreisel und sehr langsames Fahrzeug vor mir)

zu2:
Hab an meiner Knubbel keine Temp.anzeige, daher fahre ich die ersten 10km immer ruhig. Nicht mehr als 5000U/min. Warmlaufen im Stand vermeide ich immer. Nur so lange bis sie sauber ohne verschlucken läuft.

zu3:
Den meisten Spass macht meine im bereich von 5000 bis 8500 U/min.
Man kann mit der SV auch schön im bereich von 2500 bis 3500U/min rollen. Muss man Situationsabhängig selbst für sich einschätzen.

zu4:
Regenfahrten sind wie normale Fahrten auch, nur sollte man die Punkte die blueSV schon genannt hat beachten.

Zum Schluss:
Am besten immer defensiv fahren, gerade am Anfang wenn die Erfahrung fehlt. Auf die Dummheit anderer Verkehrsteilnehmer kann man sich immer verlassen.

Und nun viel Spass mit der SV! :allesgute:

Verfasst: 14.01.2006 10:41
von gibb3n
Dachte ich geb auch mal meinen Senf ab.
zu 1: Nur auskuppeln wenn die Kurve wirklich wirklich eng ist. Wir haben von der Bundesstarße in unsere Straße eine winzige 180° Kurve. Da kuppelt man dann aus weil das Mopped sonst zu ruckeln anfängt. Wie die anderen schon richtig sagte, mit leichtem "zug" durch die Kurve fahren. dadurch verhinderst du Lastwechselreaktion wenn du wieder rausbeschleunigst. Lastwechselreaktion ist so eine sprunghafte Gasannahme die sich durch ruckeln bemerkbar macht.

zu 2: 80° sollen optimal sein. Bei Louis gibts so Meßteile für 14€, sind grad im Angebot.

zu 3: Mit deinem Auto fährst du bis 2000 U/min. Das das mit dem Mopped nicht geht ist doch klar, das hat doch ein ganz anderes drehzahlband, oder dreht dein Auto bis 12000 u/min. Also ist es mehr als in ordnung wenn du bei 5000 schaltest. Perfekter Schaltpunkt liegt glaub eich bei 7800. Korriegier mich wenns nich stimmt Bomber :wink:

zu 4: Stimme den andere zu. Fahr vorsichtiger und hab keien Angst UND putz danach dein Mopped.

greetz :twisted:

Verfasst: 14.01.2006 11:15
von peter_s
Hi!

Ist ja eigentlich schon alles gesagt, nur zu Punkt 1 noch ein Anmerkung: in der Kurve NICHT auskuppeln, da man in der Kurve die Schräglage zu einem großen Punkt mit dem Gas steuert (!).

1. verhärtet das Heck, wenn man Gas gibt, herumgepumpe des Federbeins wird vermieden.
2. Kontrolliert man gerade am Kurvenausgang die Schräglage mit dem Gas. Klingt jetzt vielleicht komisch, ist aber so ;) Kannst du ja mal versuchen: sobald du ab dem Kurvenscheitel Gas gibst, stellt sich das Motorrad von selbst auf.

last, but not least: 3. Wenn du jedes Mal durch die Kurve rollst und dann in der Kurve einkuppelst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis du auf der Schnauze liegst. Dadurch kommen nämlich Belastungsspitzen am Hinterrad zustande - ob das Hinterrad kurzzeitig stark beschleunigt oder abbremst ist hier egal - was in Schräglage absolut nicht günstig ist. Stürzen wirst du zwar nur bei dieser Methode, wenn du etwas engagierter fährst, die Linie versaut dir das aber auf jeden Fall...

Kleiner Tipp: fahr mit einem höheren Gang in die Kurve, dann ist weder der Leistungseinsatz noch die Motorbremswirkung störend. Je niedriger der Gang, desto höher natürlich die mögliche Beschleunigung, dann sollte man aber schon eine geübte Gashand haben.

mfg, Peda

Verfasst: 14.01.2006 11:16
von eagleice
also zur 1. frage: jetzt bin ich schon überrascht, dass manche schreiben, dass sie ganz enge mit kupplung ziehend durchfahren.

korrigiert mich wenns falsch ist, logisch wäre es für mich so: bei ganz engen kehren legt man sich nicht mit dem möppi in die kurvn, man drückt es hinein. bevor ich jedoch die kurve durchfahre, hab ich den richtigen gang drinnen. nötigenfalls sogar den ersten. und selbst mit dem fahr ich auf zug (nicht standgas). und wenns noch langsamer gehen soll, dann ist das keine kurve mehr.

stellt euch vor ihr fahrt eine ganz enge kehre mit gezogener kupplung, in der mitte von der kurve fällt euch plötzlich auf, ihr seid viel zu langsam. das motorrad droht mit euch umzufallen. ein anfänger würde dann panisch werden, beinhart einkuppeln: 2 möglichkeiten:

1) es gibt einen ruck und alles ist gut
2) das hinterrad rutscht weg und ihr liegt.

optimale reaktion in dem fall wäre dann den lenker zur kurvenmitte hinzudrehen. motorrad steltl sich wieder auf, alles paletti.

aber wozu sollte man es erst soweit kommen lassen: einfach in keiner kurve ganz auskuppeln. und wenn man versucht im 5 gang ne kehre zu fahren ist man selber schuld.

(was ich am wenigsten mit dem beitrag will, ist jemanden blöd anzumachen :wink: vl red ich nur schmonzes daher, aber bis jetzt is es mir damit recht gut gegangen)

Verfasst: 14.01.2006 11:21
von peter_s
Hi eagleice!

Ja, darauf wollte ich eigentlich auch noch eingehen :)
Also die Kupplung sollte wirklich nur gezogen werden, wenn man nicht mehr von einer 'Kurve' sprechen kann. Achter oder Kreise am Lenkanschlag kann man z.B. extrem langsam fahren, bevor man die Kupplung schleifen lassen muss. Ist auch die Grundregel beim Trialfahren, wo man ständig auf der Suche nach Grip und ruhigem Fahrverhalten ist: Kuppeln nur im Notfall, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Ob also eine Kurve 90° oder 180° hat ist egal, relevant ist der Radius. Selbst auf Bergstraßen mit extrem engen Spitzkehren ist ein Auskuppeln nicht nötig, lieber eine minimal weitere Linie fahren. Auch hier hilft das Grundprinzip, Kurven außen anzufahren und nach innen reinzuziehen, dadurch wird der Radius gleich enorm vergrößert.

mfg, Peda

Verfasst: 14.01.2006 11:44
von eagleice
hast natürlich vollkommen recht peter

um noch auf die königsdisziplin einzugehen: man kann auch in (ganz schön extremer) schräglage schalten. (siehe Moto-GP) hier aber bitte unbedingt mit VORGAS, und das ganze muss blitzschnell gehen. wenn man eine kurve durchfährt und man merkt, dass die kurve zu eng ist, deshalb langsamer wird und in den ungünstigen drehzahlbereich kommt, kann man ohne weiteres mit vorgas runterschalten. einkuppeln, gas auf die entsprechende umdrehungszahl kommen lassen, einkuppeln.

üben kann man das ganze am besten auf einer geraden. einfach untertourig dahinzuckeln, und dann mit vorgas runterschalten, ohne dass sich die geschwindigkeit ändert. nur die drehzahl soll sich ändern.

Verfasst: 14.01.2006 12:01
von peter_s
Hallo nochmal!

Hm, hm. Also runterschalten in Kurven würde ich nicht als Königsdisziplin sondern als groben Fehler betrachten ;) Wird auch im Rennsport definitiv nicht gemacht, man muss noch vor der Kurve, in der Anbremsphase, den richtigen Gang einlegen. Schalten in der Kurve ist schon möglich, aber nur rauf, soferne das die Kurve verlangt (z.B. wenn sie sehr langgezogen ist und aufmacht).

mfg, Peda

Verfasst: 14.01.2006 12:26
von Screw
peter_s hat geschrieben:Hallo nochmal!

Hm, hm. Also runterschalten in Kurven würde ich nicht als Königsdisziplin sondern als groben Fehler betrachten ;) Wird auch im Rennsport definitiv nicht gemacht, man muss noch vor der Kurve, in der Anbremsphase, den richtigen Gang einlegen. Schalten in der Kurve ist schon möglich, aber nur rauf, soferne das die Kurve verlangt (z.B. wenn sie sehr langgezogen ist und aufmacht).

mfg, Peda
Und darum dreht man die Schaltung am besten im Rennsport um, damit man auch noch in Linkskurven sauber hochschalten kann, ohne den Fuß auf den Asphalt zu drücken.

ABER: DAS IST RENNSPORT und hilft einem Fahranfänger sicherlich nicht weiter! ;-)

Ich denke es ist alles gesagt und die ersten 3, 4, 5... Beiträge im Thread haben alles Wissenswerte der "erfahrenen" SVrider dem Da_Keks rübergebracht.

1. Kupplung ziehen: NEIN
2. Temperatur: Vorsichtig losfahren und anfangs nicht zu hoch drehen.
3. Drehzahl: Geschmackssache nach oben, aber erst um die 5000 - xxxx schalten.
4. Normale Regenfahrten sind weit ungefährlicher als viele denke. Nicht übertreiben!

Verfasst: 14.01.2006 12:59
von gibb3n
Ich geh nacher mal raus und mach mal ein Bild von der Einfahrt sonst heißt es noch ich könnte kein Mopped fahren. :wink:

Verfasst: 14.01.2006 13:06
von Bluebird
zu 4:
es ist auch eine frage der reifen, wie gut die haftung auf nässe ist. der d220 ist totaler mist, der mpp ist da um welten besser.

Verfasst: 14.01.2006 13:06
von Schubser
Ich denke auch, dass die ersten Beiträge alles Wichtige erklärt haben aber als Tipp würde ich Dir empfehlen vielleicht im Frühjahr mal ein Sicherheitstraining zu besuchen.

Verfasst: 14.01.2006 13:19
von Speedfanatic81
Suzischubser hat geschrieben:Ich denke auch, dass die ersten Beiträge alles Wichtige erklärt haben aber als Tipp würde ich Dir empfehlen vielleicht im Frühjahr mal ein Sicherheitstraining zu besuchen.
Da kann ich Suzischubser nur recht geben, nehme selber jedes jahr an solch einem training teil, einfach der eigenen Sicherheit willen,
werden von ADAC und Co regelmässig angeboten