Sicherheit nach Unfall zurückgewinnen


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Borusse


Sicherheit nach Unfall zurückgewinnen

#1

Beitrag von Borusse » 02.05.2006 22:45

Hallo zusammen erstmal bin neu hier :D

Also mein Problem ist folgendes: Ich hatte mir kurz nach dem Führerschein eine SV 650 zugelegt und hatte dann mit ihr einen Unfall!
Steige runter zu schnell in ne Kurve "Panikbremse" dh vorne wohl zu stark reingelangt denn das nächste war dass die gummierte Seite des Moppeds nicht mehr nach unten zeigte...Mopped und ich in die Leitplanke!
Mopped is repariert aber wenn ich jetzt fahre bin ich irgendwie ziemlich unsicher! Als Anfänger ist man in Kurven ja eh etwas zurückhaltender aber seit dem Unfall is es extrem diese Hemmschwelle...
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Was habt ihr "dagegen getan"?
Gruß Borusse

HardyR


#2

Beitrag von HardyR » 02.05.2006 23:04

Ich hatte die Erfahrung zum Glück noch nicht :), aber ich denke es wäre nicht schlecht wenn du mal mit nem zweiten Motorradfahrer ein paar Kurven schwingst und du dann nur ganz langsam das Tempo steigerst.

Ein Kumpel von mir hatte damals auch nen Unfall, mit dem bin öfter mal auf ne Moto-Cross Strecke gefahren, wo er sich dann mit der Zeit immer mehr wieder traute. Der war damals ganz schnell wieder ´fit´ für die Straße.

Ein Sicherheitstraining wäre auch empfehlenswert.

Auf jeden Fall musst du jetzt so viel wie möglich fahren :)

Da_Keks


#3

Beitrag von Da_Keks » 02.05.2006 23:05

ich würde dir raten dir abends mal nen ikea oder aldi oder lidl parkplatz zu suchen und dort nach ladenschluss gemütlich deine runde drehen
erinnere dich was du in der fahrschule für übungen gemacht hast
und versuch sie dort langsam und stück für stück zu wiederholen

da hast du jede menge platz
keiner stört
keiner kommt entgegen
und all sowas
lern erstmal wieder dein mopet kennen
gewinne so die sicherheit zurück
bis du selber sagst JA jetzt kann ich
und wenn du das dann nicht gleich im straßenverkehr wieder umsetzen kannst dann mach dir kein kopf
das kommt dann mit der zeit...


oder mach nen fahrsicherheitstraining mit
da kannste dann unter professioneler hilfestellung
auch noch mal alles genau durchgehen :wink:


mein tipp aufjedefall
LANGSAM
egal was du tust mach es balante :D

neodrei


#4

Beitrag von neodrei » 02.05.2006 23:31

ich kann da meinen Vorrednern nur zustimmen. Fahrsicherheitstraining würde ich auf jeden Fall machen. Und wenn dir das mit dem üben auf einem Parkplatz zu heikel ist, nimm einfach nochmal die ein oder andere Fahrstunde. So ne Stunde an sich ist ja nicht sooo teuer und du hast auch (wahrscheinlich?) einen kompetenten Ansprechpartner und jemanden, der dir beim Hinterherfahren Sicherheit gibt.... Nur so ne Anregung.
Auf jeden Fall musst du was machen, wo du dich enstpannt und locker (aber trotzdem konzentriert!) langsam herantastest und nicht beim Aufsteigen shcon total verkrampfst und Angst hast.

lelebebbel


#5

Beitrag von lelebebbel » 02.05.2006 23:42

Ich würde auch ein SHT, oder besser ein spezielles Kurventraining empfehlen, bei dem die richtige Blickführung schön trainiert werden kann.

Fahrschule... naja. Dann lieber ein Kurventraining. Bei meiner Fahrschule zumindest war nicht viel los mit richtigem Kurvenfahren und Fahrtechnik, und teurer als ein SHT wäre das allemal.

WilheLM TL


#6

Beitrag von WilheLM TL » 02.05.2006 23:47

Schau einfach, ob bei dem Suzi-39€-SHT in Deiner Gegend noch was frei ist. Findest du hier... viewtopic.php?t=29731

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Nur unsicher oder richtig Angst ?

#7

Beitrag von tdassel » 03.05.2006 10:05

Hallo,

ich schliesse mich meinen Vorrednern mal an und empfehle auf jeden Fall den Besuch eines Sicherheitstrainings.
Wenn ich aber zwischen den Zeilen lese, dann hast Du beim Fahren Angst. Ich weiss nicht, wie schwer Dein Unfall von den körperlichen Schäden her war, davon schreibst Du nichts, aber du könntest auch psychologischen Schaden davongetragen haben ( Trauma ).
Das ist mir so ergangen, als ich vor 1,5 Jahren einen Unfall mit PKW Beteiligung hatte. Eigentlich ist mir nicht viel passiert, ein paar Prellungen, ein kleiner Handknochen gebrochen, nix wildes. Dadurch das das am Ende der Saison passiert ist, bin ich natürlich kein Motorrad mehr gefahren. Nach 6 Wochen hatte ich dann Angstzustände, habe mich kaum noch über die Strasse getraut und hatte panische Angst, daß meinen Kinder was passiert. In der Zeit hat sich bei mir nämlich so langsam in Kopf die Gewissheit festgesetzt, daß ich nur knapp dem Tode entronnen bin ( Ich bin beim Unfall mit dem Kopf zuerst auf das Auto und hier zum Glück nur auf den Reifen aufgeschlagen, ein paar km/h schneller und es wäre wohl aus gewesen ).
Ich bin dann zur Unfallpsychologen gegangen und habe eine Traumatherapie angefangen um das zu verarbeiten. Laut Psychologen war mein Fall völlig normal. Am Anfang steckt man so ein Ereignis meist leicht weg aber dann nach 6 Wochen bis 3 Monaten setzt eine Traumatisierung ein. Die verschwindet nach weiteren 6 Monaten von selber, wenn man Glück hat oder sie weitet sich immer weiter aus ( so wie bei mir ), so daß man von Angstattacken geplagt wird ( und glaube mir, ich bin sonst nicht ängstlich ).
In Deinem Kopf ( und in dem von Jedem von uns ) existiert eine Art Unverwundbarkeitsdenken. Du machst Dir nicht dauernd Gedanken, was alles schlimmes passieren könnte, wenn Du über die Strasse gehts, wenn Du mit dem Mountainbike den Berg runterfährst oder mit dem Motorrad auf einer kurvenreichen Strasse mit Leitplanken unterwegs bist.
Wenn diese Barriere des Unverwundbarkeitsdenkens durch ein Traum weg ist, dann denkst Du nur noch daran, was alles passieren könnte und wirst dadurch so unsicher und abgelenkt, daß Du kaum noch zu irgendetwas in der Lage bist.
In diesem Fall hilft Dir aber der Psychologe. Das dauert alles seine Zeit und ich habe selbst jetzt noch nach 1,5 Jahren Visionen von Unfällen im Kopf wenn ich Motorrad fahre und mich mal wieder jemand schenidet oder übersieht, aber da heilt die Zeit langsam die Wunden.

Geh mal in Dich und denk drüber nach, ob Du nur mangels Fahrpraxis unsicher bist oder weil Du nach dem Unfall Angstgefühle hast. Wenn ja, dann geh mal zum Psychologen, der kann Dir mehr erzählen.

Es gibt auch Seminare, sich mit dem Thema auseinandersetzen:
http://www.verkehrs-service.de/unfall.html

Grüsse

Thomas
Zuletzt geändert von tdassel am 03.05.2006 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Borusse


#8

Beitrag von Borusse » 03.05.2006 10:48

Hallo danke erstmal für die Antworten!
Also es ist so: Bei dem Unfall ist mir außer einigen blauen Flecken nichts passiert! Ich bin erst eine weile auf der Straße geschlittert bevor ich in die Leitplanke gerutscht bin was den aufprall stark abgeschwächt hat! Der Notarzt meinte allerdings dass ich sehr viel Glück hatte denn wenn ich weiter oben (dort wo das mopped in die Leitplanke ist) reingerutscht wäre hätte es schlimm ausgehen können! Von einem Trauma kann nicht die Rede sein ich wär nach dem Unfall am liebsten sofort wieder gefahren nur jetzt merk ich halt dass eine gewisse Hemmschwelle da ist!
Das Fahrsicherheitstraining vom ADAC hab ich vor gut einer Woche gemacht!
Das hat mir auch sehr geholfen da man einfach sicherer wird! Aber auf der Straße wo man doch nicht unwesentlch schneller unterwegs ist und mit den Leitplanken usw ist das gar nicht so leicht umzusetzen!

ramsed


#9

Beitrag von ramsed » 03.05.2006 11:49

Nimm's einfach mal gaanz gemuetlich... und lass Dir Zeit. Das mit dem Vertrauen wird schon wieder. Ich wuerd jetzt nicht auf Biegen und Brechen wieder in 'Hochform' kommen wollen, aber immer oefter das Motorrad etwas 'spazierenfahren'...

Irgendwann kommt dann der Kick und Du faehrst wieder zuegiger durch die Kurven.....

.... zudem gibst Du so auch mal 'ner Hornet die Chance, eine SV zu ueberholen... :wink:

Martin650


#10

Beitrag von Martin650 » 03.05.2006 19:01

Stichwort BLICKFÜHRUNG

brämäläm


#11

Beitrag von brämäläm » 03.05.2006 20:09

noch ein kleiner tipp von mir.
beim nächsten reifenwechsel nicht mehr den selben nehmen.
ich hatte das selbe problem wie du, nur das ich nicht gebremst habe sondern nur vom gas gegangen bin (ist aber ein anderes thema), jedenfalls wahr bei mir der reifen in keinsterweise schuld, der wechsel hat aber doch etwas gebracht. :!:

ansontsten einfach fahren, fahren und nochmals fahren, dabei nichts erzwingen und nach ein paar (tausend) kilometern kommt es von alleine.

carpe-diem


#12

Beitrag von carpe-diem » 04.05.2006 0:20

Hallo,

also ich kann leider mit Erfahrungen in diesem Bereich glänzen. Hatte in den zwei Jahren in denen ich jetzt Motorrad fahre 4 Unfälle, 2 davon mit PKW Beteiligung, einmal Material bedingt und beim letzten hatte ich versucht auf einem Öl-Fleck zu bremsen.

Nach meinen Unfällen habe ich mich immer schnellstmöglich wieder auf ein Motorrad gesetzt ohne mir vorher viel Gedanken darüber zu machen ob es wieder passieren kann / wird.
Aber damit geht wohl jeder anders um siehe tdassel.

Kann dir nur raten es langsam angehen zu lassen und auf keinen Fall irgendwas erzwingen.

PS: Drück dir die Daumen, dass du dein Problem in den Griff bekommst!

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#13

Beitrag von tdassel » 04.05.2006 9:30

carpe-diem hat geschrieben:
Nach meinen Unfällen habe ich mich immer schnellstmöglich wieder auf ein Motorrad gesetzt ohne mir vorher viel Gedanken darüber zu machen ob es wieder passieren kann / wird.
Aber damit geht wohl jeder anders um siehe tdassel.

Kann dir nur raten es langsam angehen zu lassen und auf keinen Fall irgendwas erzwingen.
Tach nochmal,

ich hätte mich wohl auch recht bald wieder aufs Mopped gesetzt, aber mein Unfall war Ende Oktober, bis ich wieder hätte fahren können war es Anfang Dezember ( wie gesagt: gebrochener Handknochen ) und da lag in München dann schon Schneee.
Sofort wieder fahren ist auch tatsächlich die beste Therapie ! (Militärpiloten müssen nach einem Unfall auch innerhalb von 48 Stunden wieder fliegen ! ).
Aber wenn sich, wie bei mir, Zeit vergeht und die Sache erst mal einsickern kann, dann ist das, was ich erlebt habe völlig normal. Das ist auch keine Frage, wie man damit umgeht, sondern, daß passiert halt und kann jedem passieren. Ich hatte vorher auch schon Unfälle aber so wie beim letzten, daß sich da was im Kopf festgesetzt hat, das hatte ich vorher nie. Aber damit bin ich nicht alleine. Da muss man sich auch nur mal die ganzen Moppedforen durchlesen und dort gibt es dann viele, die das Moppedfahren direkt an den Nagel hängen, weil sie zuviel Angst haben.
Jetzt fahr erst mal in Ruhe und dann werden auch in Zukunft Situationen, die Dir jetzt noch unangenehm sind ihren Schrecken verlieren.

Grüsse

Thomas
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carpe-diem


#14

Beitrag von carpe-diem » 04.05.2006 10:35

@tdassel

Morgen,

mit dem was du geschrieben hast, gebe ich dir voll und ganz recht und ist auch nachvollziehbar.

Was ich geschrieben habe, sollte auf keine Fall Kritik sein oder dich gar angreifen, da mir klar ist das jeder Mensch mit Erlebnissen anders umgeht.

Gruß

Irongirl69


#15

Beitrag von Irongirl69 » 04.05.2006 23:36

Hi, habe mich auch grade auf die Klappe gelegt. Hab in einer Kurve kurz gebremst. Aber eben nur vor. Und auch ziemlich heftig, weil ich mich erschreckt habe (ich weiß, Frauen und Konzentration -> zwei Welten)
Danach war ich erst mal sehr wackelig auf den Beinen.
Die Suse hab ich bei einem Kumpel ca. 30km von zu Hause abgestellt (Danke Wölfchen, auch fürs wieder fahrbar machen),
am nächsten Tag bin ich dann mit zwei Kumpels hingefahren. Ich als Sozia auf einer R1 mit einem supersicheren Fahrer!
Das hat mir schon ein wenig Sicherheit gegeben.
Meine Jungs haben dann auch nicht locker gelassen und sind, nachdem wir die Kleine abgeholt haben, auch gleich 100km durch die Hildesheimer Berge gefahren. Einer vorn, einer hinten und ich in der Mitte.
So nach 50km war wieder etwas Linie drinn.
Aber trotzdem ist immer noch etwas Unsicherheit da, vor allem in Gegenden, wo ich die Kurven noch nicht kenne.
Alles erklären und zeigen wie es geht finde ich zwar hilfreich. Aber fahren muss ich selbst.
Und das gaaaaaanz in Ruhe. Immer langsam. Manchmal mit Hilfe, das ein sicherer Fahrer sachte vorwegfährt.
Aber das Gefühl für deine Fahrweise kannst du eben nur selbst entwickeln. Und das, denke ich, braucht seine Zeit.

Gruß, Iron

P.S. ich habe meine Kleine jetzt tiefergelegt :wink:, das bringt mir doch noch mehr Sicherheit. Vor allem, weil ich die Kleine bis auf das eine Mal immer im Stehen umgelegt habe.

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