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Helm auf Beschädigung prüfen
Verfasst: 29.08.2006 22:24
von Dunno
Hi Leutz,
hatte letzte Woche eine unheimliche Begegnung mit einem Traktor, was meiner K3 leider nicht so gut bekam. Mir ist glücklicherweise, außer Prellungen, nichts passiert. Mein Helm hat natürlich auch was abgekriegt (oberflächlich nur Kratzer), was ja in der Regel bedeutet..

wech damit! Da ich mit meinem HJC AC11 allerdings höchst zufrieden war und auch ne Stange Geld hingelegt hab, dacht ich mir, kannst ihn ja mal prüfen lassen. Hab dann mal gegoogelt und was von röntgen gelesen. Hat irgendwer ne Ahnung wer so was macht und was das ungefähr kostet?
Grüße Jens
Verfasst: 29.08.2006 22:54
von D101
Naja, ich würd selbst wenn das Ding teuer war den Helm entsorgen. Weiß ja nit wies mit der Versicherung aussieht aber die zahlt normalerweise auch Schutzkleidung.
Mein UVEX hatte auch nur n paar Kratzer
MfG
Verfasst: 30.08.2006 8:55
von Timmi
Schutzkleidung wird von der gegnerischen Versicherung voll ersetzt.Es darf auch keinen Abzug für "alt" geben".Wenn Du also keine Schuld hast - hol Dir ne`n neuen Helm.

Verfasst: 30.08.2006 9:48
von svlerleichti
kann mich meinen vorredner nur anschließen, NEU
kriegst du neu
Verfasst: 30.08.2006 10:44
von Arcon
ich setze mal voraus, dass du nicht Schuld bist.
Dann kriegst du die ganze Bekleidung zum Neuanschaffungspreis ersetzt.
Es gibt Entscheidungen, dass bei Motorrad Schutzbekleidung keine Abzüge für Alterung zulässig sind, eine Lederkombi ist ja nicht schlechter nur als eine neue nur weil sie schon 2 Jahre als ist.
Einfach bei der zuständigen Versicherung mit geltend machen, von alleine zahlen sie natürlich nicht.
Arcon
Verfasst: 30.08.2006 10:48
von rap
Abgesehen davon daß der Unfallgegner Deinen Schaden bezahlen muß kommt es wohl aufs Helmmaterial und die Härte des Aufschlages an.
Jeder Aufschlag komprimiert die Styroporschale durch den Druck des Kopfes und macht sie ein bißchen unflexibler härter und beraubt sie so der Fähigkeit Stoßenergie aufzunehmen und zu vernichten.
Wenn der Aufschlag gering war und keine nennenswerten Kräfte auf die Dämpfung erfolgt sind kommt es wohl aufs Helmmaterial an.
Plaste (thermoplastische Kunststoffe, Polycarbonat etc, meist preiswerte Helme) --> ab in die Tonne mit dem Helm, Visier zur Wiederverwendung aufbewahren

, sind teuer die Dinger
GfK, Carbon und alle anderen Faserverbundstoffe, sind bombenstabil ---> kleiner Schlag kratzt die nicht, Helm behalten wenn äußerlich keine größeren Schäden als Lackplatzer oder Kratzer zu erkennen sind.
Wenn der Helm zB runterfällt hat das Styropor wegen mangelndem Inhalt

(hoffentlich nur in diesem Fall) kein Problem und dann kommt es nur aufs Schalenmaterial an siehe oben.
Helme verlieren mit der Zeit an Wert durrh die Alterung des Styropors (Dämpfung läßt nach) und so wird das Maximal
nutzungsdauer von Arai für
Nichtplastehelme mit 8 Jahren angegeben. Hatte mal mit denen telefoniert.
Bei Plastehelmen altert auch die Schale durch UV und so und man muß (müßte) sie deutlich früher austauschen.
Dein HJC AC11 (hab mal gegoogelt

ups daß ist ja das Unwort für Google, warum bloß ist doch ein Kompliment?) ist ja ein Verbundhelm und damit kein Problem.
Alles imho.
rap
Verfasst: 30.08.2006 14:46
von Dunno
Schonmal danke für die Ratschläge! Das mit Versicherung läuft nich, weil ich "schuld" war, dumme Situation gewesen, lange Geschichte. Oberflächlich hat er halt nur en paar Kratzer, aber ich meine, dass ich doch relativ hart mit meiner Birne auf den Asphalt gekracht bin...
@rap
Jo, das mit Verbundhelm hat mein Dad auch gemeint, dass es da nicht so gravierend wäre. Er ist der Meinung ich könnte den Helm noch benutzen. Wollte mir aber noch andere Meinungen einholen oder am besten eben das Ding mal von jemandem anschauen lassen, der sich damit auskennt.
Verfasst: 30.08.2006 16:34
von Gutso
rap hat geschrieben:Wenn der Aufschlag gering war und keine nennenswerten Kräfte auf die Dämpfung erfolgt sind kommt es wohl aufs Helmmaterial an.
Was stellst du dir unter einem „geringen Aufschlag“ genau vor?
Wie viel Energie muss der Helm absorbiert haben, damit man ihn bedenkenlos wieder aufsetzen kann?
Unter einem „Geringen Aufschlag“ verstehe ich Einen bei dem man auch keine Verletzungen davon tragen würde, wenn man auch keinen Helm auf hätte.
@ Dunno
Da die Helmschale nach dem Sturz Kratzspuren aufweist, solltest du ihn wegwerfen! Man sollte nicht am falschen Ende sparen und schon gar nicht bei der eigenen Sicherheit.
Du kannst ihn auch gerne beim Hersteller zur Begutachtung einschicken. Wenn er noch zu gebrachen ist werden die ihn auch für wenig Geld reparieren. Bekommst dann auch ein Zertifikat, dass der Helm nach der Reparatur auf Sicherheit geprüft worden ist. Zumindest gibt es diesen Service bei Helmen von Schuberth. Das Prüfen oder Beseitigung von kleinen Macken ist dort kostenlos, dafür bezahlt man den vorbildlichen Service schon Kauf der teuren Helme.
...und obwohl ich mit meinem Schuberth S1 bis jetzt keinen Sturz hatte werde ich ihn jetzt im Winter nach drei Jahren zur allgemeinen Sicherheitsinspektion beim Reparatur-Service einschicken. Schließlich habe ich nur einen Kopf und der ist sehr zerbrechlich.
Verfasst: 30.08.2006 18:28
von Michael
Ich hatte einen Shoei-Helm (XR-800), den ich nicht mehr benutze (weil das Polster ausleierte und er nach Nassreinigungsversuch anfing zu müffeln). Hatte damit einige Stabilitätsversuche gemacht, wobei es mir nicht gelang, die Schale kaputt zu kriegen. Der hielt einiges aus, z. B. mit ordentlich Muskelanstrengung mehrmals auf den Boden geschleudert, hat ihn bis auf Lackschäden nicht beeindruckt.
Wollte das mal filmen, was der so aushält. Mal kucken, ob der noch im Keller ist.
So schnell würde ich keinen guten Helm wegwerfen, das müsste schon ein Megaaufschlag gewesen sein. Meinen XR-800 habe ich nach meinem 100 km/h Lowsider weiterbenutzt und bei einem 200 Lowsider hat er dann auch noch bestens funktioniert.
Im übrigen glaube ich, was Rap oben geschrieben hat, ist gut/richtig.
D101, hättest Du den Helm nicht getragen, würdest Du heute wohl gar nicht mehr so hübsch aussehen... Erinnert mich an das Bild von dem armen Jet-Helm-Benutzer, der da, wo andere ein Gesicht haben, nur noch blutige Fleischfetzen hängen hatte.
Verfasst: 30.08.2006 19:21
von D101
SV Michel hat geschrieben:D101, hättest Du den Helm nicht getragen, würdest Du heute wohl gar nicht mehr so hübsch aussehen... Erinnert mich an das Bild von dem armen Jet-Helm-Benutzer, der da, wo andere ein Gesicht haben, nur noch blutige Fleischfetzen hängen hatte.
Das mit dem Hübsch nehm ich mal als Kompliment

Spaß beseite, ich bin zuerst mit dem Helm aufgeschlagen, der hat also die meißte Energie abbekommen.
Ich bin mir nit sicher ob son Klapphelm, selbst wenn der von Schuberth kommt diese Energie an der Seite ausgehalten hätte ohne aufzuklappen.
Ich kenne nicht die Verreigelungsmechanismen in den Helmen (nit zu vergessen das in Deutschland alles drei und viermal geprüft wird) aber stimmt mich doch etwas nachdenklich.
Integralhelm ist what i wear
MfG
Verfasst: 31.08.2006 19:23
von Alex
SV Michel hat geschrieben:Ich hatte einen Shoei-Helm (XR-800), den ich nicht mehr benutze (weil das Polster ausleierte und er nach Nassreinigungsversuch anfing zu müffeln). Hatte damit einige Stabilitätsversuche gemacht, wobei es mir nicht gelang, die Schale kaputt zu kriegen. Der hielt einiges aus, z. B. mit ordentlich Muskelanstrengung mehrmals auf den Boden geschleudert, hat ihn bis auf Lackschäden nicht beeindruckt.
Wollte das mal filmen, was der so aushält. Mal kucken, ob der noch im Keller ist.
Ich glaub der Test, den du da gemacht hast, ist nicht representativ und sagt nix aus. Leer hat der Helm ja lange nicht so die Belastung auszuhalten, wie wenn da dein Kopf drin steckt. Also mach den Test nochmal mit einer Wassermelone drin. Dann ist die Belastung höher, du kannst an etwaigen Beschädigungen testen, wie die Stossabsorbation des Helms ist - und wenn du ein Video davon drehst und die Melone matsch ist, dann schauts auch noch lustig aus...
