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Fahrtechnik
Verfasst: 17.12.2006 16:33
von bernreich

Hallo@all, ich stelle mich vor

ich bin Vielfahrer in meiner Freizeit, 15000p.a.

ich fahre AN650

und SV650K6

nun meine

Wie kann ich mich mit der SV an mehr Schräglage ranwagen

wann rutscht dei SV übers Vorderrad weg wie merkt man das ehe die wegrutscht

, wie komme ich wieder aus der Schräglage raus wenn ich das Gefühl habe zu weit reinzukippen und zu langsam zu werden, kann ich die SV mit viel Gas wieder hochholen ohne das sie ausbricht

Ja meine Fragen klingen nach Greenhorn, sicher aber ich fahre dennoch sehr vielen davon, auch und vor allem mit dem AN

ich möchte es halt nicht riskieren die SV wegzuwerfen schon wegen meiner Knochen

, Es kann aber nicht sein das ich mit dem AN schneller um enge Kehren komme als mit der SV

...Für jeden Tipp

bin ich dankbar

Re: Fahrtechnik
Verfasst: 17.12.2006 16:54
von Gutso
Motoradfahren ist doch das Gleiche wie mit einem Roller, zumindest gellten die selben Physikalischen Gesetze für Einspurige Fahrzeuge. Es ist egal ob Fahrrad, Mofa, Roller oder Motorrad, weil sie sich alle im Grunde gleich beim Fahren verhalten.
bernreich hat geschrieben:Wie kann ich mich mit der SV an mehr Schräglage ranwagen

Kommt alles von selbst mit der Zeit, denn Übung mach den Meister. Also mehr Motorrad als Roller fahren.
bernreich hat geschrieben:wann rutscht dei SV übers Vorderrad weg wie merkt man das ehe die wegrutscht

Das sollte deine geringste Sorge sein, da ich doch bezweifle, dass du es so gewaltig krachen lassen wirst. Kommt eigentlich nur vor wenn Sand, Rollsplitt, nasses Laub etc. auf der Fahrbahn ist. Dann hat man mit einem Roller aber auch verloren.
bernreich hat geschrieben:wie komme ich wieder aus der Schräglage raus wenn ich das Gefühl habe zu weit reinzukippen und zu langsam zu werden
Wenn zu langsam, vielleicht wieder etwas Gas geben, hä. Wie man wieder aus der Schräglage rauskommt, einfach ins Kurveninnere den Lenker einschlagen, dann stellt sich die Kiste wieder von selbst auf.
Wie du siehst st es genauso wie beim Rollerfahren.
Verfasst: 17.12.2006 17:19
von bernreich
einfach ins Kurveninnere lenken, dann stellt sich die Kiste wieder von selbst auf
ja das wird es wohl sein,
also ich glaube das war mein Fehler 
ich muss also mehr am Kurvenäuseren Lenker drücken

werde es morgen sofort ausprobieren....
falls trocken!

Ich fahre die SV seit Juni06 bis heute 7000km schon mit
Dampf, also mein Hinterreifen ist mittig zwar total abgefahren aber er ist dennoch
nicht eckig! Nur 1cm sind von ausenher nicht benutzt. Ich habe auch schon andere Mopeds gefahren und kann versichern das das Fahrverhalten mit den Rollern
nicht vergleichbar ist. Beim AN650 begrenzt erst das Aufsetzen meine Schräglage ohne Angst das das Fahrzeug ausbricht

Ich habe mit dem AN650 seit Mai 04 auch 22000 km Erfahrung.

Verfasst: 17.12.2006 17:33
von Alpines
Hallo bernreich!
Ich empfehle dir folgende Bücher in dieser Reihenfolge. Auch wenn man durch Bücher lesen nicht schneller wird, sondern nur durch Praxis sammeln, können sie dennoch ein gezielter Ratgeber sein, wie man trainieren kann, um schnellstmöglich Erfolge zu erzielen.
1.
Motorradtraining alle Tage - von Bernt Spiegel
http://www.amazon.de/Motorradtraining-T ... 75-5196059
2.
Alles im Griff. Fahrtechnik für Motorräder - von Lee Parks
http://www.amazon.de/Alles-Griff-Fahrte ... F8&s=books
... und wenn du Hintergründe zu Buch 1 suchst:
3.
Die obere Hälfte des Motorrades - von Bernt Spiegel
http://www.amazon.de/H%C3%A4lfte-Motorr ... F8&s=books
Wichtig ist es, nicht nur die Bücher zu lesen, sondern die Trainingsvorschläge immer in der Praxis anzuwenden, bis man sie beherrscht. So hättest du dann eine Beschäftigung für die nächste Saison
Vor allem sollten dann auch die meisten auf Fahrtechnik bezogenen Fragen beantwortet sein.
Gutes Gelingen!
Alpines
Verfasst: 17.12.2006 17:57
von RalfS
ich muss also mehr am Kurvenäuseren Lenker drücken
Naja, 'drücken' hört sich so gewaltsam an, und genau so soll's ja nicht gehen. Die Theorie sagt daß es zwei Möglichkeiten gibt ein Moped aufzurichten: Den Radius verkleinern (bei konstanter Geschwindigkeit) oder die Geschwindigkeit erhöhen (bei konstantem Radius). Praktisch wird man es wohl unbewusst kombinieren. Aber bitte nicht mit Gewalt am Lenker ziehen oder drücken, das kann zu üblen Vorderradrutschern führen.
Aber wie schon gesagt, einfach viel fahren und nicht zu viel denken, dann wird das schon.
Gruß Ralf
Verfasst: 17.12.2006 18:51
von Gutso
RalfS hat geschrieben:Den Radius verkleinern (bei konstanter Geschwindigkeit) oder die Geschwindigkeit erhöhen (bei konstantem Radius). Praktisch wird man es wohl unbewusst kombinieren. Aber bitte nicht mit Gewalt am Lenker ziehen oder drücken, das kann zu üblen Vorderradrutschern führen.
Finde deine beiden Möglichkeiten Lebensgefährlich. Hast du dir schon mal Gedanken gemacht wieso ein einspuriges Fahrzeug schräg durch die Kurve fahren muss.
So kann man auf dem Parkplatz fahren aber nicht in einer Kurve und auch nicht zu Beginn einer Geraden am Kurvenausgang ist das eine blöde Idee, weil Gegenverkehr oder Leitplanke, das Vorhaben zunichte machen.
Wieso sollte ich bei zu großer Schräglage den Radius verkleinern? ...damit ich mich noch mehr in die Kurve legen muss, um mit dem Bock nicht in die Botanik zu segeln. Mehr Gas geben in der Kurve bedeutet auch, dass man sich noch mehr in die Kurve legen muss, damit einen nicht die Zentrifugalkraft zum Kurvenäußeren befördert. Das ist ein Zusammenspiel von der Zentrifugalkraft, die das Motorrad aus der Kurve drücken möchte und den von mir bewirkten Seitenführungskräften die der Reifen überträgt und die das Motorrad in seiner stabilen Kurvenbahn halten. Es muss immer ein
Kräftegleichgewicht bestehen, damit ich sicher durch die Kurve komme. Je größer die Zentrifugalkraft wird umso mehr muss ich mich in die Kurve legen, um der Kraft entgegen zu wirken. Verkleinere ich den Radius oder erhöhe die Geschwindigkeit, bewirkt das nur dass die Zentrifugalkraft noch mehr zunimmt, die mein Motorrad aufstellt und mich von der Straße befördert.
Ich habe die dritte Möglichkeit beschrieben und zwar das Gegenlenken.
Um in eine Kurve zu kippen muss man zum Kurvenäußeren lenken. Möchte man das Motorrad aufrichten, muss man eben zum Kurveninneren lenken. Funktionier einfach genau umgekehrt, wie beim Auto. Möchte ich mit dem Motorrad (ab ca. 15km/h) nach links fahren, muss ich nach rechts lenken und umgekehrt, also einen kleinen Lenkimpuls in entgegengesetzter Richtung geben.
Soviel zur Theorie.
RalfS hat geschrieben:Aber wie schon gesagt, einfach viel fahren und nicht zu viel denken, dann wird das schon.
Das würde ich jetzt aber auch sagen

Verfasst: 17.12.2006 19:37
von Nebo
Das Vorderrad kann bei der SV auch ohne irgendwelche Sachen auf der Straße wegrutschen, nämlich wenn man in großer Schräglage vom Gas geht und sie dadurch mehr Last auf dem Vorderrad bekommt!!!
Verfasst: 17.12.2006 19:39
von LazyJoe
ich würde mir an deiner stelle einfach noch bis frühjahr zeit nehmen und dann ne schöne übersichtliche kurve suchen, die du kennst und von der du weißt, dass die straße in optimalem zustand ist.
fahr sie einfach so oft ab wie du willst und erhöhe dabei die geschwindigkeit und damit deine schräglage, irgendwann merkst du schon, was du dir an schräglage leisten kannst. ich fahr die SV auch erst seit mitte august als erstes motorrad und hab in einigen wenigen kurven ziemlich viel ausprobiert schon.. weggerutscht ist sie noch nie (zumindest nicht im trockenen) aber ab ner gewissen schrägheit wirds irgendwie kippelig.. sanft gas zu geben hat allerdings immer wieder geholfen, natürlich brauchst du noch entsprechende reserven. aber man sollte ja im normalen straßenverkehr sowieso nicht bis ans äußerste gehen.
was hast du eigentlich für reifen drauf? bei mir ist bisher noch der dunlop sportmax drauf, aber alle sagen dass der sch... ist

hab leider noch keine vergleichsmöglichkeit, aber dass mit nem anderen reifen das fahrgefühl ganz anders ist kann man sich vorstellen..
also einfach mit ruhe und viel übung dran gehen, das bringt dir wesentlich mehr, als fahrphysik zu lernen.. und wag dich, beim fahren drüber nachzudenken, was du jetzt tun sollst.. ging mir mal ganz am anfang so, als ich spontan nen blackout hatte und nich mehr wusste, obs hoch oder runter in den nächsthöheren gang geht

klingt komisch, aber intuitiv macht man sowas nicht falsch. (später sowieso nicht mehr, aber das war am zweiten oder dritten tag nach vll. 500km

)
Verfasst: 17.12.2006 19:55
von Martin650
LazyJoe hat geschrieben:ich würde mir an deiner stelle einfach noch bis frühjahr zeit nehmen und dann ne schöne übersichtliche kurve suchen, die du kennst und von der du weißt, dass die straße in optimalem zustand ist.
Die lässt du dann von der Polizei absperren, dann kannst du üben solange du willst.

Verfasst: 17.12.2006 20:43
von Gutso
Gutso hat geschrieben:bernreich hat geschrieben:wann rutscht dei SV übers Vorderrad weg wie merkt man das ehe die wegrutscht

Das sollte deine geringste Sorge sein, da ich doch bezweifle, dass du es so gewaltig krachen lassen wirst.
Nebo hat geschrieben:Das Vorderrad kann bei der SV wegrutschen, nämlich wenn man in großer Schräglage vom Gas geht und sie dadurch mehr Last auf dem Vorderrad bekommt!!!

Erde an Nebo!
bernreich ist Fahranfänger

Nix mit großer Schräglage oder Gasorgien.
Martin650 hat geschrieben:LazyJoe hat geschrieben:ich würde mir an deiner stelle einfach noch bis frühjahr zeit nehmen und dann ne schöne übersichtliche kurve suchen, die du kennst und von der du weißt, dass die straße in optimalem zustand ist.
Die lässt du dann von der Polizei absperren, dann kannst du üben solange du willst.

...und viel Styropor und Schaumstoffmatten um die Bäume und Leitplanken binden. Dann ist das die optimale Übungskurve

Verfasst: 17.12.2006 20:50
von Michael
Zur Theorie:
- Zu den genannten Büchern von Bernt Spiegel sollte noch "A Twist of the Wrist II" von Keith Code hinzugefügt werden.
Letzteres ist aber etwas rennstreckenlastig.
- Die richtige Blickführung halte ich für das Wichtigste. In Kurzform: Dahin sehen, wo man hin will. Weit vorausschauen.
Zur Praxis: Sehr empfehlenswert:
- Sicherheitstraining
- Parkplatztraining
- Alpen
- Rennstreckentraining, wenn man gerne mal bisschen zügiger unterwegs ist
Zu Deinen Fragen: Da sind ein bisschen komische dabei, wie ich finde. Z. B. zum wegrutschenden Vorderrad:
Das merkt man meistens ganz schnell und ganz deutlich daran, dass man auf der Fresse liegt.

Verfasst: 17.12.2006 20:55
von Gutso
SV Michel hat geschrieben:Zur Praxis: Sehr empfehlenswert
- Alpen
...
In den Alpen üben – Nein! Da kann man meiner Meinung nach zu tief stürzen, wenn mal was nicht so gut wie in der Theorie beschrieben klappt
In den Alpen fahren – Ja! ...also das schon Geübte praktisch anwenden.
War aber glaube ich auch so von dir gemeint.
Verfasst: 17.12.2006 21:03
von Michael
Ja, die Alpen waren eher zur Vertiefung des schon ziemlich Gelernten gedacht. Als Anfänger sollte man da wohl noch nicht hin.
Verfasst: 17.12.2006 21:14
von bernreich
Hallo@all,
ja da hab ich wohl ein
heikles Thema angefangen

....
was hast du eigentlich für reifen drauf? bei mir ist bisher noch der dunlop sportmax drauf, aber alle sagen dass der sch... ist hab leider noch keine vergleichsmöglichkeit, aber dass mit nem anderen reifen das fahrgefühl ganz anders ist kann man sich vorstellen.. ja ich habe auch noch die Reifen ab Werk, als die neu waren rutschte die SV schon mal übers Hinterrad, allerdings nach der Einfahrphase bin ich eigentlich mit den Reifen zufrieden, selbst bei starkem Beschleunigen in Schräglage bleibt das Hinterrad in der Spur. Bei der Feder am Federbein habe ich die Vorspannung voll ausgeschöpft
(ich wiege 98kg)und komme damit gut zurecht allerdings die Federbeine vorn sind etwas lummerig ich habe schon die zweithärteste Einstellung und das Bike neigt zum Springen, anders aber sprechen mir die Federn zu träge an und schwingen nach.

aber dennoch mal danke für die Tips, vor allem denke ich über die Bücher nach, es ist ja jetzt auch Weihnachten...
:evil:Natürlich rennstreckentauglich muss ich nicht mehr werden, sondern ich möchte eben bei jedem Bike welches ich fahre ein sicheres Fahrgefühl haben:evil:
Mein Problem sind eben bei der SV enge Kehren

und auch sehr schnelle weite Kurven

wobei beides nicht risikolos

zu erfahren ist.

Verfasst: 17.12.2006 21:28
von Nebo
@Gutso
So, als Anfänger passiert es wohl eher mal das man vor einer Kurve die Geschwindigkeit falsch einschätzt, man doch mehr Schräglage braucht als man dachte und das Bike dann ganz mutig weiter reindrücken muß. In so einem Fall sollte man immer im Kopf behalten dass man das Gas nicht vor Schreck plötzlich ganz zumachen darf, weil sonst ein Vorderradrutscher passieren könnte. Und ein rutschendes Vorderrad führt nicht zwingend zu einem Hinfaller!!! Ist mir schon ein paar mal vorgekommen, und der Z6 zumindest fängt sich sehr schnell wieder ein.