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Was würdet ihr tun?
Verfasst: 16.11.2007 11:57
von pankman
Hallo Leute,
ich benötige noch einmal euren Rat.
Ich habe vor einiger Zeit in einem anderen Thread über Ungereimtheiten bezüglich Baujahr und Komponenten meiner SV berichtet, siehe hier:
viewtopic.php?t=41466&p=8942959&highlight=#8942959
Mittlerweile ist klar, dass meine N mal eine S war (Rahmennummer, Ritzel, etc.), woraus sich für mich nur eine logische Schlussfolgerung ergibt: Der Vorbesitzer muss einen Unfall gehabt haben und hat die S als Nackte wieder aufgebaut (was z.B. die 2002er Gabel erklärt, die nicht zum 2001er Baujahr passt).
Das wiederum bedeutet:
1. Die Laufleistung wird erheblich höher sein, da ja ein neuer Tacho wieder bei Kilometer Null anfängt
2. Es handelt sich mitnichten um ein unfallfreies Fahrzeug, wie es mir verkauft wurde
3. Ich habe einige hundert Euro zu viel bezahlt
Nun zu meiner Frage: wie würdet ihr vorgehen? Würdet ihr den (Suzuki-) Händler darauf ansprechen? Bringt das überhaupt was? Wird er nicht einfach sagen, dass er davon nichts weiß, ich kann ja nichts wirklich beweisen und habe nur Indizien. Leider kann ich die Vorbesitzerin nicht ausfindig machen, aber die würde wohl auch kaum zugeben, dass sie dem Händler den Unfallschaden bei der Inzahlungnahme verschwiegen hat.
Es ist ja nicht so, dass ich mit meiner SV unzufrieden wäre, ganz im Gegenteil. Was mich halt extrem stört, ist diese "Dunkle Vergangenheit" und das Gefühl übers Ohr gehauen worden zu sein (egal ob wissentlich oder nicht).
Würde euch das genauso stinken, oder wäre es euch egal. Was würdet ihr tun?
Viele Grüße
Ralf
Verfasst: 16.11.2007 12:03
von Wandi
also ich hätte bei jeder fahrt im kopf, dass irgendwas evtl nicht stimmen könnte und man auf einmal stürzt, ich denke schon, dass man den vorbesitzer irgendwie ausfindig machen kannl. immerhin ist das ja vorsätzlicher betrug bei dir , würd auf jedenfall mal beim verköufernachfragen ob die maschine wirklich unfallfrei ist
Verfasst: 16.11.2007 12:08
von Martin650
Ganz knallhart die Fakten beim Händler auf den Tisch legen und ihm klarmachen, daß ohne einen Preisnachlass von 3-500 € ein Anwalt ins Spiel kommt. Ich gehe davon aus, daß du eine Gebrauchtgarantie hast, somit ist der Händler in der Pflicht.
Verfasst: 16.11.2007 12:15
von pankman
Die Garantie (bzw. die 1-Jährige gesetzliche Gewährleistung) läuft noch bis Mai 2008, ist aber für diesen Fall eher nicht relevant, denke ich.
Verfasst: 16.11.2007 12:19
von Benni86
Viellicht hat der Händler davon auch garnix gewusst. Bei einigen Spezialisten könte man mit ner TL mit SV-Aufklebern vorfahren, die würden den Unterschied nicht merken. Vielleicht hat der Vorbesitzer sie auch in Eigenregie umgebaut.
Geradestehen muss der Händler aber trotzdem.
Verfasst: 16.11.2007 12:33
von pankman
Das ist richtg, nur kann ich den Beweis eines Unfalls nicht erbringen. Belegen kann ich nur die Tatsache, dass es eine umgebaute S mit neuer Gabel und Tacho ist. Die wahrscheinlich höhere Laufleistung kann man auch nur vermuten.
Verfasst: 16.11.2007 12:42
von Benni86
Einfach schei.. sowas. Sowas muss doch bei den Inspektionen auffallen.
Erstens weil es auf einmal ne N ist und zweitens anhand der Kilometerstände. Wenn er nen neuen Tacho eingebaut hat, muss die SV entweder ne ganze Zeit lang nicht in Inspektion gewesen sein oder sie hatte meinetwegen bei der dritten Inspektion weniger km als bei der zweiten. Und selbst wenn der Händler von alledem nichts gewusst hat, muss immer noch aufgefallen sein, dass anner 2001er SV ne 2002er Gabel ist. Ganz schön peinlich, wenn dem Händler das nicht auffällt - ist immerhin sein Job

Verfasst: 16.11.2007 12:42
von Jan Zoellner
> woraus sich für mich nur eine logische Schlussfolgerung ergibt: Der
> Vorbesitzer muss einen Unfall gehabt haben und hat die S als Nackte
> wieder aufgebaut (was z.B. die 2002er Gabel erklärt, die nicht zum 2001er
> Baujahr passt).
Ich hab jetzt Deinen Thread nicht im Kopf, aber ich hatte auch an meiner 99er (Modelljahr 2000) die Gabelkappen der 2002er dran (oder kannst Du anderweitig belegen, daß der Rest der Gabel auch von 2002 ist?), die ja in gewisser Weise einen Fortschritt darstellen (und ich hatte sie halt da). Inzwischen fährt der bswoolf damit rum und hatte hoffentlich keinen Unfall. Der Umbau auf N ist vielleicht nicht extrem populär, aber durchaus auch schon vorgekommen. Für die S-Teile kriegt man einiges an Geld...
Es *muß* also kein Unfall sein.
> Das wiederum bedeutet:
> 1. Die Laufleistung wird erheblich höher sein, da ja ein neuer Tacho
> wieder bei Kilometer Null anfängt
Es wird dann eher ein gebrauchter sein mit x km drauf. Für die Bestimmung der echten Laufleistung hilft das natürlich auch nicht weiter.
> 2. Es handelt sich mitnichten um ein unfallfreies Fahrzeug, wie es mir
> verkauft wurde
Das ist halt nicht unbedingt erwiesen. Wenns wirklich einen entsprechenden Unfall mit Ergebnis "Umbau auf N" gab, sollten sich davon Spuren finden lassen.
Der Händler muß aber für die zugesicherte Eigenschaft "Unfallfreiheit" geradestehen. Und an der sind sicher gewisse Zweifel angebracht. Konfrontiere ihn mit Deinen Entdeckungen und er möge Dir dazu Auskunft geben. Wenn er das nicht tut oder Dir gar blöd kommen will, geht immer noch Martins Variante.
Ciao
Jan
Verfasst: 16.11.2007 12:46
von Benni86
Die Gabeln sind nicht nur von den Kappen her unterschiedlich. Sie haben auch unten nur eine Achsklemmschraube, wo meine 2000er zwei Stück auf der rechten Seite hat.
Verfasst: 16.11.2007 12:48
von Jan Zoellner
Benni86 hat geschrieben:Die Gabeln sind nicht nur von den Kappen her unterschiedlich. Sie haben auch unten nur eine Achsklemmschraube, wo meine 2000er zwei Stück auf der rechten Seite hat.
Richtig. Ich hab halt den Thread nicht wirklich präsent.
Wenns die ganze Gabel ist, könnte man schon etwas mißtrauischer werden. Dann halt: Siehe Martin.
Ciao
Jan
Verfasst: 16.11.2007 12:56
von pankman
Es ist nur eine Achsklemmschraube, also wohl eine komplett neue Gabel.
Aber was bringt mir der Anwalt? Der kostet mich mindestens 700 Euro, und was kommt am Ende dabei raus? Da zahl ich doch drauf.
Das Inspektionsheft ist übrigens bis auf die beiden ersten Inspektionen leer. Toll, was?
Verfasst: 16.11.2007 13:01
von Dieter
Der Umbau von "S" auf "N" ist dann aber sehr gut gemacht worden, denn selbst der Kühler ist "N" und wenn ichs auf den Fotos deiner OL richtig sehe sogar das "SV 650" auf den Seitenbacken...

, vielleicht haben sich die kleinen Japaner einfach mal vertan und der "N" ne Nummer der "S" verpasst...??? Sind ja auch nur Menschen (und viele)...
Schau mal nach den Halteaugen der Verkleidung vorne am Lenkkopf, die sind bei der "N" ja auch da, wenns ein Umbau sein sollte müsste man eigentlich sehen das in den Löchern schon mal Schrauben drinne waren bzw. der Verkleidungshalter drangeschraubt war...
Wie kommst du drauf das es ne "S" Fahrgestellnummer ist?
Wie gesagt Umbau so original wie es bei Dir aussieht ist echt aufwändig, sogar der Kabelbaum ist anders... Hast du mal die Schwingenlänge gemessen / verglichen, die ist bei der "S" auch 10mm kürzer...
Es sind so viele Teile die Hinweise geben könnten, aber selbst wenns ein Umbau ist heist es noch lange nicht das es ein Unfall war...
Gruß Dieter
Verfasst: 16.11.2007 14:31
von pankman
Also die Fahrgestellnummer ist laut der Liste in dem Haynes-Schrauberbuch klar eine "S". Zudem hat ja das hintere Ritzel der "S" einen Zahn mehr als die "N", und das ist bei meiner auch so. Sollte das jemand alles geändert haben oder fehlerhaft sein? Kaum zu glauben. Bei der Schwinge weiß ich nicht von wo bis wo man da misst. An dem Bike waren außer Windschild und Heizgriffen keinerlei Um- oder Anbauten. Das klingt nicht gerade nach einer Maschine, die von einem Enthusiasten kompliziert umgebaut wurde. Da müsste doch wohl noch mehr gebastelt worden sein. Selbst die riesen Spiegel und Blinker waren Original. Das macht alles keinen Sinn.
Ich sehe es ja genauso, dass man nicht zwangsläufig einen Unfall unterstellen kann, und so wird der Händler sicher auch argumentieren. Diese Ungewissheit macht mich rasend ...
Verfasst: 16.11.2007 14:42
von Dieter
pankman hat geschrieben:Also die Fahrgestellnummer ist laut der Liste in dem Haynes-Schrauberbuch klar eine "S".
Auch Autoren machen schon mal Fehler!?
Die Fahrgestellnummer setzt sich wie folgt zusammen:
Stelle 1-3 JS1 (Japan Suzuki 1(für Suzuki Motorrad))
Stelle 4-5 AV (interne Fahrzeugbezeichnung vom Hersteller)
Stelle 6-9 1111 ( Variante / Version)**
Stelle 10-11 00 (Ziffern ohne Bedeutung )
Stelle 12-17 100001 (lfd. Serien Nummer
**) Ausf. A = 1111 SV 650 S (offen) O.LB.
Ausf. B = 1331 SV 650 (offen) O.LB.
Ausf. C = 2111 SV 650 SU (gedrosselt) M.LB.
Ausf. D = 2231 SV 650 U (gedrosselt) M.LB.
Zudem hat ja das hintere Ritzel der "S" einen Zahn mehr als die "N", und das ist bei meiner auch so.
Stimmt nicht, einen Zahn weniger.
Original "N" 45
Original "S" 44
Und Übersetzungsänderungen sind beliebte Umbauten wie man an zahlreichen threads erkennen kann.... Und das Ritzel/Kettenrad ist auch für ein paar € in ner halben Stunde gewechselt... Daran würde ich es nicht festmachen... Ich mess mal die Schwinge der "N" und gebe das Maß/den Messpunkt an!
Gruß Dieter
Verfasst: 16.11.2007 14:53
von pankman
Ziffer 6-9 sind bei mir "1111", also SV 650 S (offen)!!!
Das mit dem Maß der Schwinge wäre super, Dieter! Vielleicht gibt das ja den letzten Aufschluss.
Dennoch ist die neue Gabel für mich das Hauptindiz für einen Crash. Wer würde ernsthaft einfach so eine neue Gabel verbauen, wenn sie nicht schrott ist?