Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte


Richtige Einstellungen am Fahrwerk und den für dich richtigen Reifen wählen.
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HEIMCHEN
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Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#1

Beitrag von HEIMCHEN » 03.05.2022 16:20

An meiner SV1000S k3 waren die Standrohre ca. 1cm durchgesteckt (über die obere Gabelbrücke hinaus). Dadurch wollte mein Mopped in Kurven in die Kurve "hineinfallen".

Ich habe daraufhin die Standrohre bündig mit der Gabelbrücke gesteckt und siehe da, jetzt bleibt die SV in Kurven wunderbar neutral, so dsas ich nicht mehr gegenlenken muss.

Ich kann dennoch keine Verschlechterung der Handlichkeit / "Agilität" feststellen. Das liegt aber vermutlich zum Teil daran, dass ein Superbikelenker ( = längerer Hebelarm, als bei den originalen Stummellenkern) verbaut ist.

LG,
Heimchen.

Kurvenguide
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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#2

Beitrag von Kurvenguide » 05.05.2022 19:37

Servus Heimchen.

Aber genau das ist doch die "Handlichkeit".....wie gierig und leichtfüßig will ein Moped in die Schräglage und nimmt Kurzänderungen an.

Aber es gibt natürlich auch ein "ZU handlich".....wenn eine Moped-Reifenkombi, sich praktisch ohne großes Zutun, in die Schräglage, so leicht und schnell "stürzt", das man Angst hat man rammt das Lenkerende in den Boden....Und das Einlenken und "Umfallen in Schräglage", nicht von alleine aufhört, sondern ein bewusstes Gegenlenken braucht um es zu bremsen und um dann wieder hoch zu kommen... .dann ist es durchaus zu handlich, es wurde zu gierig,... hippelig, nervös.

Meist zeigen diese Moped-Reifen-Kombi's auch ein recht nervöses Fahrverhalten in Schräg, wenn die Fahrbahn Wellen, Buckel und sonstige Unannehmlichkeiten aufweist.

"Handlichkeit" und "Stabilität" sind zwei Gegenpole im Fahrverhalten, in der Auslegung eines Mopeds.
Hat das Moped ein "gutes Fahrwerk", von der Konstruktion stark zentralisierte Massen, lange Schwinge, ausgewogene Federung, in welcher Vorne & Hinten in Balance sind.......kann man viel leichter und weiter in Richtung "Handlich" gehen, bevor das Moped Stabilität-Probleme bekommt oder unschönes Fahrverhalten aufkommt.

Wo sich dabei die Grenze von "ZU handlich" befindet, ist allerdings SEHR vom Fahrer abhängig. Da gibt es große Unterschiede.

Es gibt Fahrer, die mögen es sehr handlich, fast nervös und sind nicht langsam damit......so dass ich persönlich es als gefühlt "aktives Balancieren übers VR" empfinde.....ich kann so nicht fahren, diese Fahrer durchaus flott, wollen es auch so!

Andere bevorzugen ein Moped, das fast stur erscheint, immer ruhig ist & bleibt, aber nur mit Kraft in die Kurve geht, Linienkorrekturen umsetzt und in Wechselkurven von einer Schräglage in die andere will es mmer "nur mit Kraft", aber auch "immer ruhig"......Und die wollen das auch so.
Wenn es handlicher wird, werden die deutlich langsamer.
Jeder der beiden "Extrem-Fahrer", hat seine berechtigten Gründe dafür, aber setzen eben andere Schwerpunkte, vor allem durch unterschiedliche Fahrtechniken und Vorlieben.


Auch ist das Thema "Handlichkeit", sehr abhängig vom Reifen.
Man kann durchaus, NUR durch Reifenwechsel, das Moped "zu handlich" oder "stur" machen!

Man kann so gesehen, das gewollte Handlichkeitslevel, mit Reifenwahl, Gabel- und Heck-Höhe, "einstellen".



Was auch sehr großen Einfluss hat oder es gar erzeugt, das gefühlte "Zu Handlich", ist eine Kante oder Radius-Knick auf den Flanken des VR.

Beim Umlegen ist bis zur Kante alles gut, meist durch die verschlissene, abgeflachte Kontur fast träge.
Steigert man die Schräglage weiter und man kommt dann AUF die Kante, den Knick in der VR-Kontur, kommt plötzlich das Gefühl auf, das Moped lenkt selber ein, klappt weg, fällt um....man muss es praktisch mit Gegenlenken "festhalten".


Das sind diesbezüglich meine Erfahrungen/Tipps...

Ciao
Patrick
Zuletzt geändert von Kurvenguide am 08.05.2022 11:18, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#3

Beitrag von svfritze64 » 08.05.2022 0:31

Bündig ist aber meines Wissens nach nicht korrekt...die Gabel sollte bei der Kilo um die 4-5 mm oben herausstehen - wenn ich mich nicht irre.
Kann das gerne noch mal raussuchen....

Aber wenn du jetzt zufrieden bist - ist es ja eigentlich auch Latte... :wink:

EDIT: gerade nachgelesen...6,3mm lt Werkstatthandbuch - hab dir das mal als Kopie per pn geschickt...
Ich würde - wenn das Teil tatsächlich "zu agil" ist (gibt es das überhaupt :wink: ) vermuten das du ne Heckhöherlegung verbaut hast...

EDIT:EDIT: Sehe gerade das du dazu schon einen weiteren Fred am laufen hattest...also vergiss es... :)
Gruß
Fritz

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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#4

Beitrag von bikerbob » 08.05.2022 10:34

Oder er hat Gabelrohre vom Zubehör.
Original Suzuki 585mm
Zubehör 580mm
Wenn diese Bündig eingebaut sind, ist er fast auf "original 6,3mm Überstand"
Bezogen auf die Kilo

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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#5

Beitrag von Kurvenguide » 08.05.2022 11:28

svfritze64 hat geschrieben:
08.05.2022 0:31
Bündig ist aber meines Wissens nach nicht korrekt...die Gabel sollte bei der Kilo um die 4-5 mm oben herausstehen - wenn ich mich nicht irre.
Kann das gerne noch mal raussuchen....

Aber wenn du jetzt zufrieden bist - ist es ja eigentlich auch Latte... :wink:

EDIT: gerade nachgelesen...6,3mm lt Werkstatthandbuch - hab dir das mal als Kopie per pn geschickt...
Ich würde - wenn das Teil tatsächlich "zu agil" ist (gibt es das überhaupt :wink: ) vermuten das du ne Heckhöherlegung verbaut hast...

EDIT:EDIT: Sehe gerade das du dazu schon einen weiteren Fred am laufen hattest...also vergiss es... :)

Servus, @svfritze64

Doch es gibt "zu agil", zu handlich.....zu schräglagengierig, zu nervös.

Bei mir ist diese Grenze überschritten, z. B. bei einer originalen MT09 (normal), einer originalen GSR 750.

Diese Mopeds sind so handlich, das sie durch die kleinste Andeutung des Fahrers, schon in die Schräglage gehen und/oder Kurvenlinien-Korrekturen umsetzen.
So handlich, das es "leichter" ist die Kurve 16-eckig zu fahren, als wie in einem Zug, mit EINEM Einlenkpunkt und stabiler Kurvenlinie.
Auch ist bei diesen Mopeds das Gefühl für das VR, so gut wie nicht vorhanden.

Daran könnte man sich mit Mühe vllt gewöhnen.....aber für mich ist das VR-Gefühl sehr wichtig und wenn bei dieser Art von "Handlichkeit", bei sportlicher Gangart, das Limit näher kommt (VR wird sehr leicht, starke Kompressionen, der GRIP geht aus....), werden diese Mopeds exponentiell nervöser, cholerisch, zickig.....unberechenbar.

Nix für mich, einfach zu handlich.
Patrick
Zuletzt geändert von Kurvenguide am 08.05.2022 23:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#6

Beitrag von jubelroemer » 08.05.2022 11:37

Kurvenguide hat geschrieben:
08.05.2022 11:28
Nix für mich, einfach zu handlich.
Ich finde auch, dass Handlichkeit ein sehr subjektiver Begriff ist. In so einem Fall sollte man dann einen in der "Fachpresse" als eher unhandlich beurteilten Reifen aufziehen.
Scheisse ist, wenn der Furz was wiegt !

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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#7

Beitrag von Pat SP-1 » 08.05.2022 13:20

Kurvenguide hat geschrieben:
08.05.2022 11:28
svfritze64 hat geschrieben:
08.05.2022 0:31
Bündig ist aber meines Wissens nach nicht korrekt...die Gabel sollte bei der Kilo um die 4-5 mm oben herausstehen - wenn ich mich nicht irre.
Kann das gerne noch mal raussuchen....

Aber wenn du jetzt zufrieden bist - ist es ja eigentlich auch Latte... :wink:

EDIT: gerade nachgelesen...6,3mm lt Werkstatthandbuch - hab dir das mal als Kopie per pn geschickt...
Ich würde - wenn das Teil tatsächlich "zu agil" ist (gibt es das überhaupt :wink: ) vermuten das du ne Heckhöherlegung verbaut hast...

EDIT:EDIT: Sehe gerade das du dazu schon einen weiteren Fred am laufen hattest...also vergiss es... :)

Servus, @svfritze64

Doch es gibt "zu agil", zu handlich.....zu schräglagengierig, zu nervös.

Bei mir ist diese Grenze überschritten, z. B. bei einer originalen MT09 (normal), einer originalen GSR 750.

Diese Mopeds sind so handlich, das sie durch die kleinste Andeutung des Fahrers schon in die Schräglage gehen und Kurvenlinien-Korrekturen umsetzen.
So handlich, das es "leichter" ist die Kurve 16-eckig zu fahren, als wie in einem Zug, mit einem Einlenkpunkt und stabiler Kurvenlinie.
Auch ist bei diesen Mopeds das Gefühl für das VR so gut wie nicht vorhanden.

Daran könnte man sich mit Mühe vllt gewöhnen.....aber für mich ist das VR-Gefühl sehr wichtig und wenn bei dieser Art von "Handlichkeit" das Limit näher kommt (VR wird sehr leicht, starke Kompressionen, der GRIP geht aus....), werden diese Mopeds exponentiell nervöser, cholerisch, zickig.....unberechenbar.

Nix für mich, einfach zu handlich.
Patrick
Ja, da ist vieles Geschmacksache. Mir geht es da ähnlich wie Dir. Ich fahre z.B. nicht gerne mit der Raptor meiner Frau. Die ist superhandlich aber danit und dem Rohrlenker geht das für mich nur bei relativ gemütlichem Kurvenschwingen. Da ist es dann auch irgendwie ganz schön, dass man so wenig Kraft braucht, aber für in die Kurven rein zu stechen fehlt mir da einfach das Gefühl fürs Vorderrad.

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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#8

Beitrag von Kurvenguide » 08.05.2022 23:37

;) bier

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Re: Tipp zu "Standrohre durchstecken" für Interessierte

#9

Beitrag von Oldie » 09.05.2022 3:31

Habe zu dem Thema der Handlichkeit gerade erst eine neue Erfahrung gemacht.

Fahre unter anderem eine DL 1000, V-Strom. Letzte Woche den Umbau auf Felgen und Bremssättel vorne von der SV 1000 fertig gestellt.
Original ist in der V-Strom vorne 19", jetzt aus der SV eine 17" Felge. Hinten gleicher Durchmesser, aber breiter. Reifen auf diesen SV Felgen sind vorne der originale 120/70 und hinten 190/50 von Michelin Power 5. Sogar der TÜVer war bei der einstündigen Probefahrt bei der Einzelabnahme sehr angetan. Die V-Strom ist mit diesem Umbau so was von Kurvengeil, die schreit nach schnellen Kurvenwechseln. Agil und leichtfüssig. Und ist bei Vollgas (Tacho 230) auf der Autobahn trotzdem noch stabil genug. Merke aber im Gegenzug jede Körperbewegung meiner Sozia, das überträgt sich auch "leichtfüssiger" auf die Balance.
Edit...
liegt an der Sozia, sie ist wohl doch zu unruhig hinten drauf. Hatte heute eine schöne und kurvige Ausfahrt mit meiner "alten", vertrauten Sozia. Was soll ich sagen, schnurgerade und saubere Linie in jeder Kurve. Teilweise bisschen schneller und tiefer, präzise von Anfang bis Ende. Unterm Strich ein deutlich besseres Fahrverhalten alleine und mit Sozia. Kann den Umbau nur empfehlen


Eine andere Erfahrung ist meine XTZ 750, Super Teneré. Vom Vorbesitzer auf SuperMoto umgebaut. Vorne anstatt dem originalen 21" auf 17" und hinten breiter. Das ist vorne schon fast zu extrem, bräuchte eigentlich eine andere Gabelbrücke. Fühlt sich bei langsamer Dorfgeschwindigkeit wie ein loses Lenkkopflager an, kippelig und nervös. Aber in Italien auf einem kleinen Pass, der Hammer :lol:

Wie meine Vorredner schon schreiben, hier und da ein paar Millimeter, Reifenwahl und schon sitzt man auf einem anderem Moped.

Das hatte ich extrem vor ungefähr 25 Jahren. Suzuki GS 1000 E, EZ `79. Umbau auf Schwarz Lager, Alu Schwinge aus Katana, PVM mit Radial Reifen. Dieser Umbau von den alten Diagonal auf Radial Reifen Technik war der ultimative Hammer. Die erste etwas härtere Kurve fiel mir dieser Eisenhaufen so dermaßen schnell in die Kurve, daß ich Mühe hatte, genauso schnell dieses Eisenschwein von der Bordsteinkante wieder hoch zu ziehen. Damit war die alte GS 1000 E konkurenzfähig zu über 20 Jahre jüngere Bikes.

Gruß Oldie

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