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gutes einfahren

Verfasst: 05.01.2004 16:58
von rap
Hallo.

Nach diversen Versuchen und Problemen möchte ich mal kurz meine Erfahrungen oder Fehler beim Einfahren in Punkto Öl weitergeben.

Vor einiger Zeit habe ich ja mal gepostet wegen Kompressionsproblemen kurz vor Garantieende.
Nach Selbstmessung 11,5 bar, beim Händler 12 bar.

Ich vermute, daß meine SV Bj. 01 noch nicht richtig eingefahren ist.
Da man sein Moped ja liebt, will man die Lebensdauer erhöhen.
Ich habe also beim Kilometerstand 6000 Vollsynthetik (Castrol RS 5W50) eingefüllt. Dann bei 24000 Keramikbeschichtung und bei 28000 Multimiles MM-1 Öl (Guckt bei www.multimiles.ch). Vollsynthetik kann man imho mind. 12000, das MM1 über 40000km ohne Wechsel fahren. Lohnt sich dann auch finanziell. Hersteller gibt auch 2-3 fache Haltbarkeit des Motors an (hab öfter mit denen telefoniert). Das Zeug wird eigentlich in Düsentriebwerken verwendet bei Temperaturen von 300-400°. Die machen keine Werbung und keiner kennt sie eigentlich.

Wie ich aber aus einem Artikel ausm Internet ersehen kann, verwendet Suzuki für die Kolbenring/Zylinderpaarung eine sehr verschleißfeste Mischung. Da haben ein paar technikinteressierte bei 12000km einen Motor zerlegt, und die Qualität der Konstruktion aus Maschinenbauersicht bewertet (nebenbei das Ergebnis war sehr gut). Die Kolbenringe waren zu dem Zeitpunkt erst 50% tragend. Könnte daher die geringe Kompression und der erhöhte Motorinnendruck kommen, der das Motoröl durch den Luftfilter in den Ansaugtrakt bläst?

Die Empfehlung wäre also, bis mindestens 12000km, eher 18000, das billigste Öl zu verwenden und erst dann verschleißmindernde (und ein bißchen leistungssteigernde) Maßnahmen durchzuführen.
Ich habe jetzt das "Problem" des maximalen Verschleißschutzes, wo ich ihn offensichtlich noch bräuchte ;) Der Motor wird also bis 100000km wohl unten immer besser gehen.

Fahrt also erst mal Billigstöl und geht dann auf MM-25 Gleitversigelung und MM-1 Öl.
Schon mit der Keramik hat sich die Lehrlaufdrehzahl nach dem Einfahren um 100U/min erhöht und der Motor dreht spürbar leichter hoch.
Das Multimileszeug ist relativ teuer, aber nach erstem Kontakt mit Suzuki Ersatzteilpreisen (meine Membran im Bezinhahn war durchlässig, ich hätte nen neuen Benzinhahn für 94€ kaufen sollen) ists allemal billiger als Motorverschleiß und deren Folgen.

Die Kupplung ist übrigens offensichtlich unempfindlich gegen reibungsmindernde Mittel. Auch 5W Vollsynthetik oder Keramik + MM-1 hat keine spürbaren Auswirkungen.
Ganz im Gegenteil. Bei ca 24000km hatte ich aus anderen Gründen (Übersetzungsänderungen durch andere Reifen und eine vom Händler versehentlich montierte N-Kettenblatt) bei hohen Geschwindigkeiten zu hohe Drehzahlen. Ich hab die Kupplug aufgemacht und alle Beläge waren praktisch neuwertig.

Bis denn Ralf

Verfasst: 05.01.2004 18:46
von Lichtmann
Der Sinn eines so genannten Einfahröl besteht dadrin, das dieses Öl fast keine verschleißhemmende Zusätze hat, man will damit eine so genanntes glasieren der Zylinderbahn verhindern. Fährt man dagegen sehr hochwertiges Öl kann sich der Kolben schlecht an die Zylinderbahn anpassen, es entsteht zu gut wie keine Reibung und winziger Materialabtrag der nun mal notwendig ist bei neuen Motoren, ich verwende zum Einfahren meines Oldtimers, altes Dosenöl mit 20000 km Laufleistung und wechsel es alle 100 km. Auch die Welle muss sich anpassen, es gewisser Spalt zwischen den Reibfächen ist notwendig damit sich dazwischen ein Motorölfilm aufbauen kann, das Öl soll tragen, nicht das Metal. Fehlt dieser Spalt und man fährt dazu auch noch hochviskoses Öl passt das Öl nicht in den Spalt und es kann passieren das unter Last Metal auf Metal reibt und die Passung heiß wird und fest geht. Also lieber dünnes und sauberes altes Öl. Ach noch was zum Einfahren, Drehzahl ist weniger schädlich, als hohe Last aus genannten Gründen.