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Ignition Advance Key

Verfasst: 19.10.2005 20:05
von Stoerenfried
Servus zusammen!

Im SVrider.com Forum nennt man den Ignition Advance Key Mod ja immer "best bang for the buck". Nun gibt es zwar einen bei http://www.jhsracing.co.uk einen, aber da müsst' ich halt auch das teure Pfund und das Porto aus UK zahlen.
Meine Fragen nun: Wie heißt denn das auf deutsch? Kann nämlich schlecht danach suchen, wenn ich das nicht weiß. Oder hat jemand nen Shop in D oder AT parat, der so was hat?

Verfasst: 19.10.2005 21:09
von speedy85
Was soll denn dieses tolle Teil machen?

Verfasst: 19.10.2005 21:43
von MarkusBE
Wenn ich das richtig verstanden habe tut das einfach die Zündung auf 4° früher stellen....

Verfasst: 19.10.2005 22:21
von Stoerenfried
Das tut es. Leistungsdiagramm von JHS:

Bild

Diagramme von Unabhängigen habe ich bisher noch nicht gefunden, aber die Kollegen im US-Forum sind alle recht angetan.
Wie ich das verstanden habe, arbeitet der Motor ein mit ein paar Emissionen mehr und neigt wohl auch ein wenig mehr zum Klopfen. Aber mit Superbenzin soll das wohl schon gerichtet sein. Unterm Strich sollen dann wohl nur positive Efekte übrig bleiben.
Da alles voll reversibel ist, durchaus einen Versuch wert.

Verfasst: 20.10.2005 8:47
von Jan Zoellner
Wurde hier schon mal andiskutiert.
Im Prinzip müßte das Ding also Zündzeitpunktversteller heißen.

Ich kenn da jemanden, der seit kurzem in UK wohnt und immer mal in .de vorbeigeschaut kommt, fällt mir gerade ein...

Ciao
Jan

Verfasst: 20.10.2005 21:43
von Stoerenfried
Oh, dann gab's das also doch schon. Na ja, 60€ bei Schäfer, da bin ich ja mit nem UK-Import noch billiger dran.
Das mit dem Abziehen des Rotors soll ja wohl eine ziemlich heikle Angelegenheit sein. Müsste ich mal sehen, ob ich das nicht doch lieber beim Händler machen lasse... Mmhhh... *händereib*

Verfasst: 21.10.2005 11:03
von rap
Da ich ein paar mal mit dem Rotor zu tun hatte möchte ich hier ein paar Gedanken loswerden.

1. Ich glaube nicht daß diese Feder zum Betrieb des Motors zwingend erforderlich ist, da der Rotor mittels eines sehr hohen Drehmomentes der Anzugsschraube stark auf einen Konus gepreßt wird.

Daraus kann man sich überlegen, daß man den Rotor einfach in der neuen Stellung aufpressen könnte nachdem man sich vorher ausgerechnet hat, wieviele mm Verschiebung zB 2° ausmachen und das Ding dann in der entsprechenden Stellung aufpreßt.

Verschiebung = gewünschte Vorzündung[°] / 360° * Durchmesser der Welle an der Stelle * 3,14(Pi)

Da das vermutlich nicht sehr viel ist kann man als Montagehilfe (und Sicherung) ja die Orginalfeder im oberen Bereich einfach um den entsprechenden Betrag seitlich abfeilen.

Dann müßte man im schlimmsten Fall die Feder original nachkaufen. Das dürfte sogar bei Suzukipreisen möglich sein ;)

Außerdem ist es vermutlich auch nicht zu schwierig aus einem Stück Stahl mit Hilfe einer Eisensäge und eines Feilensets sowas selber anzufertigen.


Zu Risiken und Nebenwirkungen:???

Aus dem Langstreckentest entnehme ich 3 lebensdauertechnisch Schwachpunkte des SV-Motors:

-leichte Freßspuren im Zylinder und am Kolbenbolzen: zu hohe Belastung im Kaltzustand!

-Zahnrad 6. Gang leichtes Pitting, kein Wunder man fährt ja fast nur im 6. ;) Die Stärke des Motors ist seine Schwäche?.......

-Panzerung der Auslaßventile angegriffen, Lebensdauer nur noch stark endlich. Kompression noch gut, aber Ventile nicht mehr ganz dicht. Kann natürlich sein daß die Motorradredakteure besonders am Kabel gezogen haben, was auch der Durchschnittsverbrauch nahelegt. Aber nach 50000km....
Heißt für mich: alles vermeiden was im Straßenbetrieb die thermische Spitzenbelastung hochtreibt oder höhertreibt.
Die Kilometerleistung auf der Rennstrecke ist imho sowieso relativ gering bis das Ding aus verschiedenen Gründen in den Mülleimer wandert.....
Da kann man imho durchaus Dinge tun die das Teil schneller machen auf Kosten der Lebendauer.
Ansonsten sollte man sich das vielleicht überlegen.

Inwieweit die obige Maßnahme Einfluß auf die Lebensdauer hat, da kann ich nix zu sagen.

Die Leistungskurve sieht ja schon gut aus.


Was die Demontage des Rotors betrifft: in meinem Besitz befindet sich ein Abzieher den ich auch mal verleihen könnte (unter dem Versprechen sachkundiger, pfleglicher Benutzung). Das war vielleicht der letzte von Polo, die wollten die Dinger aus dem Programm nehmen.



rap

Verfasst: 21.10.2005 11:08
von Jan Zoellner
> Zahnrad 6. Gang leichtes Pitting

Ich glaub mich zu erinnern, daß es der 5. war. Oder?

> in meinem Besitz befindet sich ein Abzieher den ich auch mal verleihen könnte

Hmm... *nachdenklich werd*

Ciao
Jan

Verfasst: 21.10.2005 11:08
von bswoolf
dazu zwei fragen:

ist das ein spezialabzieher?

was kann eigentlich im schlimmsten falle passieren, wenn man die paßfeder wegläßt und sich wieder erwarten der rotor doch im fahrbetrieb verdreht? klar, freßspuren an welle und rotor und sonst?

Verfasst: 21.10.2005 11:13
von rap
Ich kann nur raten:

der Motor wird schlecht laufen oder geht aus weil die Zündzeiten nicht mehr stimmen. Das liegt schon fast im /10tel Miimeterbereich.

Die Kräfte für eine Verdrehung entstehen durch die Trägheit des Rotors beim Beschleunigen.
Die andere Belastung ist der Anlaßvorgang weil der Anlasser auf den Zahnkranz mit Freilauf wirkt der am Rotor angeschraubt ist.
Und natürlich die Leistung auf die Lichtmaschine.

Im Prinzip könnte man das berechnen ob das hält...

Der Abzieher ist ähnlich einem Kurbelabzieher vom Fahrrad.

Im Rotor ist ein Gewinde da kommt er rein und stützt sich dann mittels einer schraube inne auf der welle ab und drückt sich so raus.

Mein ich zumindest.
Ich hab meinen eigenen noch nicht benutzt und nicht hier liegen.

Ich guck mal ob der noch im Polokatalog aufgeführt ist.

rap

PS im Weglassen bin ich der King ;)
bei meinem Ducatimotor damals hab ich auch die komischen Hilfsfedern an den Kipphebeln ;) weggelassen. Nach dem Motto wenn schon keine Federn dann gar keine.
Hatte keine spürbaren Nachteile nur das Ventile"einstellen" ging mangels Spannung viel einfacher (sofern das bei Ducati einfach sein kann)

Verfasst: 21.10.2005 11:20
von rap
Im Polokatalog Seite 501 Polradabzieher. Die Größe müßte ich aber noch mal nachmessen.

Verfasst: 21.10.2005 11:27
von jensel
Polradabzieher fertigt die nächste Dreherei für ein Taschengeld in die Kaffeekasse ;)

Verfasst: 21.10.2005 11:28
von rap
@ Jan: es war der fünfte, hab nochmal geguckt. Da haben wir ja Glück gehabt.....

Verfasst: 21.10.2005 11:49
von Stoerenfried
Daraus kann man sich überlegen, daß man den Rotor einfach in der neuen Stellung aufpressen könnte...
In den Bereichen schwindet mein Selbstvertrauen langsam... Da wäre mir ein neuer Schlüssel schon lieber.

Zum Thema Abzieher: Wenn man sich mal einige Zeit mit den Beiträgen zum Thema im US-Forum auseinandersetzt, bekommt man schon einige Schauergeschichten zu hören. Einige hatten sehr viel Ärger, und teilweise auch Materialschwund, durch selbstgebaute und/ oder zu weiche Polradabzieher. Ich kann nicht sagen, warum das Teil bei einigen fester sizt als bei anderen, jedoch wäre das durchaus ein Grund das nicht selber zu machen.
Abgesehen davon traue ich auch dem Gewinde des Motorbauteils selber nicht über den weg. Wenn das so weich ist wie die restlichen Gewinde und Schrauben an dem Bock...

Verfasst: 21.10.2005 11:51
von rap
Nachtrag

Es wäre wahrscheinlich auch möglich die Befestigungslöcher im Pickup zu verändern, evt in Langlöcher zu verwandeln.
Mit entspr. Bohrer seitlich reinfräsen oder feilen oder...

Ich weiß nicht mehr wie groß der Rotor war aber bei sagen wir 15cm Durchmesser entspricht 1mm Verscheibung ungefähr 1° da sollten 2° oder mehr machbar sein. Ist mechanisch sicher und auch reversibel.

@ Jensel: ein Argument für den Kauf war der Preis.... 7€....


rap