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Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 13.02.2026 18:10
von eckes
Hallo Zusammen,

es geht um meine SV 650 von 2004 (WVBY) und ich starte mal einen Versuch:

Leider habe ich mir beim letzten Ölwechsel das Gewinde für die Ölablassschraube vernudelt. Also nicht das Gewinde von der Schraube selbst, sondern das Gewinde von der Ölwanne. Ich habe zurerst die alte Schraube nochmal reinbekommen, aber leider dreht sie kurz vorm richtig Anziehen durch, d.h. sie lässt sich ziemlich leicht ohne Widerstand weiterdrehen, zieht sich aber nicht richtig fest. Ich hoffe, ich drücke mich einigermassen aus. Heute habe ich es mit einem Stahlbus-Ölablassventil versucht, leider ohne Erfolg. Auch das lässt sich nicht richtig festziehen.

Nun meine Frage: Gibt es jemanden im PLZ-Bereich 53881 (Euskirchen/Rheinbach/Köln/Eifel u. Umgebung), der mir ein neues Gewinde reinschneiden könnte? Darauf läuft es hinaus und ich kann das leider nicht selber, da ich technisch nicht so bewandert bin und mir nicht noch mehr zerstören will. Das ganze müsste bei mir vor Ort geschehen. Die SV ist nicht fahrbereit, da kein Öl im Motor . . .

Wenn es jemand gibt, der das kann, wäre das super und natürlich wird das auch bezahlt . . .

Viele Grüsse
Eckes

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 14.02.2026 7:43
von Dieter
https://www.ebay.de/itm/127338431373

Das müsste der richtige Reparatursatz sein.
Aus welchem Ort kommst du genau? Gibt es dort keinen freien Autoschrauber der das kann?

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 14.02.2026 9:46
von Ropa75
Damit kann man das machen, aber diese Einsätze mit einer Spirale sind bei weitem nicht so stabil wie die Einsätze "aus einem Stück", zum Beispiel von TimeSert.

https://youtu.be/8xLzL0JChI0?si=Axub66dD6JQOu5gt

Spiraleneinsätze nimmt man eher für Verschraubungen, die nur ganz selten wieder geöffnet werden müssen. Jetzt ist die Frage, ob der jährliche Ölwechsel "selten" ist...

Auch besteht hier die Gefahr, daß das Ende der Spirale, das ja abgeschlagen wird, im Motor landet. Diesen kleinen Stift muss man also irgendwie nach außen hin abreißen.

Gebohrt werden muss auf jeden Fall - und dabei können immer Aluminiumspäne in den Motor gelangen. Der Magnet in der Ölablassschraube hilft da kaum.

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 14.02.2026 12:56
von eckes
Vielen Dank für die Antworten!

Zunächst habe ich die alte Schraube wieder reinbekommen, sie hat sich aber nicht so fest angezogen wie sonst. Bin auch vorletzte Woche 150 km gefahren und ohne Ölverlust.

Allerdings war danach in der Garage morgens immer etwas Öl unter dem Moped. Das wollte ich so nicht lassen. Also Öl wieder abgelassen, die alte Schraube rausgedreht. Und dann probehalber wieder reingedreht. Sie dreht sich nicht so fest wie sonst, bzw. man kann sie ohne Widerstand weiterdrehen, zieht sich also nicht fest.

Jetzt habe ich mir das Stahlbus Ölablassventil gekauft. Das zieht sich aber auch nicht richtig fest.

Da hätte ich dann nochmal eine Frage und zwar, kann man das Ölablassventil mit Schraubensicherung und evtl. Gewindedichtmittel sozusagen einkleben, sodass sie dann einmal fest sitzt? Das Ölablassventil müsste danach ja nie wieder runter . . .

Gruss
Eckes

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 14.02.2026 13:08
von Ropa75
Ja, das könnte funktionieren. Ich würde mir an deiner Stelle das dafür am besten geeignete Mittel von z.B. Loctite aussuchen. Es muss hochfest und hitze- und ölbeständig sein.
Eine optimale Lösung ist es natürlich nicht.

Grüße
Rolf

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 14.02.2026 13:21
von Dieter
Mir wäre da alles zu viel "Experiment" wenn die Schraube sich bei der Fahrt verabschiedet, ist entweder der Motor Schrott, oder die ganze Maschine wenn du dann über die Ölspur ausrutschst. Mit allen folgen.
Schneide das Gewinde mit dem oben verlinkten Ding neu, mach die Spirale rein. Dann dein Ventil.
Dann hält das und man muss keine Sorgen mehr haben.
Beim Bohren und schneiden kann man zum Beispiel den Bohrer und den Gewindeschneider mit Fett versehen, dann sammeln sich da die Späne dran.
Eine dritte Möglichkeit ist eine längere Ablass Schraube zu nehmen. Das Gewinde im Block ist deutlich länger als die original Schraube. Eine Längere Ablass Schraube ist dann wieder im tragfähigen Gewinde.

Bild da:

viewtopic.php?f=5&t=79227&hilit=Ablasss ... 5#p9649282

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 14.02.2026 14:05
von Silversurfer
Einkleben wird mit dem geeigneten Kleber auch funktionieren, fühlt sich für mich aber nicht nach einer ordentlichen Reparatur an. Ich würde eine längere Schraube besorgen, zur Werkstatt fahren und einen Einsatz einbauen lassen. Dann lässt sich auch das Stahlbus - Ventil ordentlich einbauen. Der Ölwechsel geht damit deutlich einfacher vonstatten und auch das Thema "Ablassschraube" gehört dann der Vergangenheit an.
Abgesehen davon bekommt man das Stahlbus - Ventil ohne größere Probleme wieder raus, wenn es damit Probleme geben sollte. Wenn es eingeklebt ist, kann das ecklig werden.

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 15.02.2026 12:16
von Dieter
Die original Schraube ist 20mm lang.
Da tragen theoretisch 16 Gewindegänge.
Meiner Meinung nach schafft man es nur das Gewinde zu zerstören wenn eine zu kurze Zubehör Ablassschraube, oder das zu kurze Stahlbus Ventil eingebaut wird.
Oder wenn man es schief eingeschraubt hat und dann mit Gewalt reinprügelt.

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 15.02.2026 14:59
von SV-988
Was spricht dagegen , wenn man eh ein größeres Gewinde schneiden muss , gleich eine passende Schraube ohne Gewindebuchse , reinzudrehen ? Z.B. eine Ölablassschraube mit M14X1,25 , ist eine gängige Größe .

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 15.02.2026 15:42
von Ropa75
Mit Bohrer 12 mm das alte Gewinde ausbohren und dann mit Gewindeschneider M14 das Gewinde neu schneiden könnte funktionieren. Wäre mir aber zu riskant, denn wenn man nicht genau rechtwinklig arbeitet, geht die Aktion im wahrsten Sinn der Wortes "schief" und die neue Schraube hält nicht, lässt sich nicht mit dem notwendigen Drehmoment anziehen oder wird nicht dicht.

Die Gefahr, dass Aluminiumspäne in den Motor gelangen, besteht dabei natürlich auch.

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 15.02.2026 15:52
von Silversurfer
SV-988 hat geschrieben:
15.02.2026 14:59
Was spricht dagegen , wenn man eh ein größeres Gewinde schneiden muss , gleich eine passende Schraube ohne Gewindebuchse , reinzudrehen ? Z.B. eine Ölablassschraube mit M14X1,25 , ist eine gängige Größe .
Grundsätzlich nichts ... da muss nur genug "Futter" sein. Ich meine mich zu erinnern, dass irgendwer dazu auch mal Fotos eingestellt hatte, und dass das Gehäuse an der entsprechenden Stelle etwas "verstärkt" ist. Abgesehen davon wird dann auch ein größeres Stahlbus - Ventil benötigt.

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 15.02.2026 15:55
von Ropa75
Ein ähnlicher Fall beim gleichen Motor an einer V-Strom 650:

https://www.v-stromforum.de/viewtopic.php?t=61341

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 15.02.2026 16:01
von SV-988
Arbeiten an so einer sensiblen Stelle sollte selbstverständlich nur ein Fachmann erledigen . Schon wegen der Späne und weil das Gewinde genau senkrecht zur Dichtfläche sein muss . Wenn jemand keine guten Kenntnisse in Sachen Metallbearbeitung hat : Finger weg !

Re: Gewinde Ölwanne vernudelt

Verfasst: 16.02.2026 18:27
von Silversurfer
... hab' das Bild wiedergefunden. "Futter" sollte für M14 reichen. Sieht allerdings ganz danach aus, dass das Stahlbus-Ventil den seitlichen Abflusskanal blockiert, der Ölsumpf also mit eingebauten Ventil nie ganz leer läuft ... :cry: ... obwohl: 12mm vs. 20mm könnte grad' gehen :denk: ... allerdings wird mir langsam auch klar, warum sich die Dinger öfter mal beim Einbau zerlegen ...
Motorgehäuse