Suzuki SV 650 AV (1999) – Hinterer Zylinder läuft zu fett / Zündkerze wird nass
Verfasst: 11.10.2026 20:25
Hallo zusammen,
ich möchte hiermit einen Thread zum Thema Vergaser eröffnen und hoffe auf eure Erfahrungen und Unterstützung bei der Fehlersuche.
Seit mittlerweile zwei Jahren bin ich der Schrauber des Vertrauens meiner Lebensgefährtin. Bei ihrem Motorrad handelt es sich um eine Suzuki SV 650 AV aus dem Baujahr 1999.
Da zum Zeitpunkt des Kaufs sowohl der Benzinhahn als auch das Schwimmernadelventil Probleme bereiteten und dadurch Benzin ins Motoröl gelangt war, habe ich mich dazu entschieden, den Benzinhahn zu erneuern und den Vergaser zu revidieren. Für die Überholung habe ich einen Dichtungssatz von Keyster verwendet.
Anschließend lief das Motorrad zunächst unauffällig und zuverlässig – etwa ein Jahr lang. Zu Beginn der Saison 2026 traten jedoch zunehmend Probleme auf, die ich bislang nicht eindeutig der Gemischaufbereitung oder der Zündanlage zuordnen kann.
Bisheriger Verlauf:
1. Saisonbeginn 2026 – Startprobleme
Beim ersten Startversuch wollte das Motorrad nicht anspringen. Die Zündkerzen waren nass. Mithilfe von Startpilot, gereinigten und getrockneten Zündkerzen sowie einer frisch geladenen Batterie konnte ich den Motor schließlich zum Laufen bringen.
2. Etwa zwei Monate später – Konstantfahrruckeln
Es stellte sich eine Art Konstantfahrruckeln ein, das sich durch den Austausch der Zündkerzen zunächst vollständig beheben ließ.
3. Etwa sechs Wochen später – Zylinderausfall bei Regen
Während einer Fahrt gerieten wir in einen Regenschauer. Infolge des Spritzwassers fiel der vordere, liegende Zylinder aus. Nachdem ich die Zündkerze getrocknet hatte, lief der Motor wieder. Anfangs lief er zwar noch etwas unrund, anschließend konnten wir die Fahrt zur Rennstrecke jedoch fortsetzen.
4. Weitere Auffälligkeiten im Fahrbetrieb
Seit diesem Vorfall lief das Motorrad zunächst wieder weitgehend unauffällig. Allerdings hatte ich zunehmend den Eindruck, dass der Motor zu fett läuft. Dafür sprachen ein deutlich wahrnehmbarer Benzingeruch beim Hinterherfahren sowie eine schwarze Abgaswolke beim Herausbeschleunigen.
Später fiel zusätzlich der stehende, hintere Zylinder im kalten Zustand aus. Nach ungefähr einem Kilometer Fahrstrecke setzte er jedoch wieder ein und lief normal mit.
5. Aktuelles Problem – Benzingeruch und erneuter Zylinderausfall
Mittlerweile tritt ein weiteres Problem auf: Das Motorrad riecht inzwischen auch im Stand (Motor aus) deutlich nach Benzin.
Beim Starten lief Kraftstoff aus dem Krümmer des stehenden, hinteren Zylinders. Auch dessen Zündkerze war nass. Nachdem ich die Kerze getrocknet und gereinigt hatte, sprang der Motor problemlos an und lief zunächst auf beiden Zylindern.
Nach etwa 30 Sekunden bis 1,5 Minuten fiel der hintere Zylinder jedoch erneut aus. Bei der anschließenden Kontrolle war die Zündkerze wieder nass. Beim Prüfen der gereinigten Zündkerze konnte ich einen kräftigen Zündfunken feststellen. Zusätzlich fiel mir auf, dass die Drosselklappe zunehmend nass wird (siehe Bild).
Bisherige Prüfungen:
Zunächst habe ich die Einstellung des Choke-Bowdenzugs kontrolliert. Der Chokehebel am Lenker hat etwas Spiel. Eine offensichtliche Fehlbetätigung des Chokes konnte ich dabei nicht feststellen.
Anschließend habe ich den Benzinhahn überprüft. Dieser scheint ordnungsgemäß zu funktionieren.
Daraufhin habe ich den Vergaser genauer in den Fokus genommen, insbesondere das Schwimmernadelventil.
Um dessen Funktion beziehungsweise die korrekte Kraftstoffhöhe in der Schwimmerkammer zu überprüfen, habe ich einen Schlauch am Ablauf der Ablassschraube angeschlossen und senkrecht neben der Schwimmerkammer positioniert. Über dieses Prinzip der Schlauchpegelmessung lässt sich der Kraftstoffstand in der Schwimmerkammer beurteilen.
Anschließend habe ich die Ablassschraube des betreffenden Vergasers geöffnet und den Benzinhahn durch Anlegen von Unterdruck geöffnet. Bei der Beobachtung des Kraftstoffstands ergab sich für mich zunächst kein eindeutiger Hinweis auf einen zu hohen Schwimmerkammerstand oder überlaufen des Vergasers. Die Einstellung scheint grob zu passen (siehe Bild).
Daher vermute ich derzeit, dass die Ursache nicht unmittelbar an einem dauerhaft klemmenden Schwimmernadelventil liegen muss. Vollständig ausschließen möchte ich eine sporadische Fehlfunktion oder ein zeitweiliges Überlaufen der Schwimmerkammer allerdings noch nicht.
Nun würde mich eure Einschätzung interessieren:
• Haltet ihr ein undichtes oder sporadisch klemmendes Schwimmernadelventil trotz des augenscheinlich passenden Kraftstoffstands für wahrscheinlich?
• Könnte ein Problem mit dem Choke-System, beispielsweise ein nicht vollständig schließender Starterkolben, zu diesem Fehlerbild führen?
• Wie würdet ihr den kräftigen Zündfunken bei gleichzeitig wiederholt nasser Zündkerze bewerten? Ist es denkbar, dass die Zündanlage unter Kompressionsdruck beziehungsweise im warmen Zustand ausfällt, obwohl außerhalb des Motors ein kräftiger Funke sichtbar ist?
• Welche weiteren Ursachen würdet ihr in Betracht ziehen, insbesondere im Hinblick auf die zunehmend nasse Drosselklappe und den Kraftstoffaustritt am Krümmer?
Ich möchte ungern auf Verdacht weitere Teile tauschen, sondern die Ursache möglichst systematisch eingrenzen.
Vielen Dank schon einmal für eure Unterstützung und eure Einschätzungen! Ich bin gespannt, welche Ansätze ihr verfolgen würdet.
ich möchte hiermit einen Thread zum Thema Vergaser eröffnen und hoffe auf eure Erfahrungen und Unterstützung bei der Fehlersuche.
Seit mittlerweile zwei Jahren bin ich der Schrauber des Vertrauens meiner Lebensgefährtin. Bei ihrem Motorrad handelt es sich um eine Suzuki SV 650 AV aus dem Baujahr 1999.
Da zum Zeitpunkt des Kaufs sowohl der Benzinhahn als auch das Schwimmernadelventil Probleme bereiteten und dadurch Benzin ins Motoröl gelangt war, habe ich mich dazu entschieden, den Benzinhahn zu erneuern und den Vergaser zu revidieren. Für die Überholung habe ich einen Dichtungssatz von Keyster verwendet.
Anschließend lief das Motorrad zunächst unauffällig und zuverlässig – etwa ein Jahr lang. Zu Beginn der Saison 2026 traten jedoch zunehmend Probleme auf, die ich bislang nicht eindeutig der Gemischaufbereitung oder der Zündanlage zuordnen kann.
Bisheriger Verlauf:
1. Saisonbeginn 2026 – Startprobleme
Beim ersten Startversuch wollte das Motorrad nicht anspringen. Die Zündkerzen waren nass. Mithilfe von Startpilot, gereinigten und getrockneten Zündkerzen sowie einer frisch geladenen Batterie konnte ich den Motor schließlich zum Laufen bringen.
2. Etwa zwei Monate später – Konstantfahrruckeln
Es stellte sich eine Art Konstantfahrruckeln ein, das sich durch den Austausch der Zündkerzen zunächst vollständig beheben ließ.
3. Etwa sechs Wochen später – Zylinderausfall bei Regen
Während einer Fahrt gerieten wir in einen Regenschauer. Infolge des Spritzwassers fiel der vordere, liegende Zylinder aus. Nachdem ich die Zündkerze getrocknet hatte, lief der Motor wieder. Anfangs lief er zwar noch etwas unrund, anschließend konnten wir die Fahrt zur Rennstrecke jedoch fortsetzen.
4. Weitere Auffälligkeiten im Fahrbetrieb
Seit diesem Vorfall lief das Motorrad zunächst wieder weitgehend unauffällig. Allerdings hatte ich zunehmend den Eindruck, dass der Motor zu fett läuft. Dafür sprachen ein deutlich wahrnehmbarer Benzingeruch beim Hinterherfahren sowie eine schwarze Abgaswolke beim Herausbeschleunigen.
Später fiel zusätzlich der stehende, hintere Zylinder im kalten Zustand aus. Nach ungefähr einem Kilometer Fahrstrecke setzte er jedoch wieder ein und lief normal mit.
5. Aktuelles Problem – Benzingeruch und erneuter Zylinderausfall
Mittlerweile tritt ein weiteres Problem auf: Das Motorrad riecht inzwischen auch im Stand (Motor aus) deutlich nach Benzin.
Beim Starten lief Kraftstoff aus dem Krümmer des stehenden, hinteren Zylinders. Auch dessen Zündkerze war nass. Nachdem ich die Kerze getrocknet und gereinigt hatte, sprang der Motor problemlos an und lief zunächst auf beiden Zylindern.
Nach etwa 30 Sekunden bis 1,5 Minuten fiel der hintere Zylinder jedoch erneut aus. Bei der anschließenden Kontrolle war die Zündkerze wieder nass. Beim Prüfen der gereinigten Zündkerze konnte ich einen kräftigen Zündfunken feststellen. Zusätzlich fiel mir auf, dass die Drosselklappe zunehmend nass wird (siehe Bild).
Bisherige Prüfungen:
Zunächst habe ich die Einstellung des Choke-Bowdenzugs kontrolliert. Der Chokehebel am Lenker hat etwas Spiel. Eine offensichtliche Fehlbetätigung des Chokes konnte ich dabei nicht feststellen.
Anschließend habe ich den Benzinhahn überprüft. Dieser scheint ordnungsgemäß zu funktionieren.
Daraufhin habe ich den Vergaser genauer in den Fokus genommen, insbesondere das Schwimmernadelventil.
Um dessen Funktion beziehungsweise die korrekte Kraftstoffhöhe in der Schwimmerkammer zu überprüfen, habe ich einen Schlauch am Ablauf der Ablassschraube angeschlossen und senkrecht neben der Schwimmerkammer positioniert. Über dieses Prinzip der Schlauchpegelmessung lässt sich der Kraftstoffstand in der Schwimmerkammer beurteilen.
Anschließend habe ich die Ablassschraube des betreffenden Vergasers geöffnet und den Benzinhahn durch Anlegen von Unterdruck geöffnet. Bei der Beobachtung des Kraftstoffstands ergab sich für mich zunächst kein eindeutiger Hinweis auf einen zu hohen Schwimmerkammerstand oder überlaufen des Vergasers. Die Einstellung scheint grob zu passen (siehe Bild).
Daher vermute ich derzeit, dass die Ursache nicht unmittelbar an einem dauerhaft klemmenden Schwimmernadelventil liegen muss. Vollständig ausschließen möchte ich eine sporadische Fehlfunktion oder ein zeitweiliges Überlaufen der Schwimmerkammer allerdings noch nicht.
Nun würde mich eure Einschätzung interessieren:
• Haltet ihr ein undichtes oder sporadisch klemmendes Schwimmernadelventil trotz des augenscheinlich passenden Kraftstoffstands für wahrscheinlich?
• Könnte ein Problem mit dem Choke-System, beispielsweise ein nicht vollständig schließender Starterkolben, zu diesem Fehlerbild führen?
• Wie würdet ihr den kräftigen Zündfunken bei gleichzeitig wiederholt nasser Zündkerze bewerten? Ist es denkbar, dass die Zündanlage unter Kompressionsdruck beziehungsweise im warmen Zustand ausfällt, obwohl außerhalb des Motors ein kräftiger Funke sichtbar ist?
• Welche weiteren Ursachen würdet ihr in Betracht ziehen, insbesondere im Hinblick auf die zunehmend nasse Drosselklappe und den Kraftstoffaustritt am Krümmer?
Ich möchte ungern auf Verdacht weitere Teile tauschen, sondern die Ursache möglichst systematisch eingrenzen.
Vielen Dank schon einmal für eure Unterstützung und eure Einschätzungen! Ich bin gespannt, welche Ansätze ihr verfolgen würdet.