Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser


Wie mach ich und wo bekomme ich was? Was ist gut und günstig?
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Mätthi558
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Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#1

Beitrag von Mätthi558 » 09.04.2015 11:56

Hallo lieber Schrauberfreunde,

ich habe eine recht spezielle Frage, weil ich den Zusammenhang noch nicht ganz verstehe. Grundsätzlich geht es darum, dass ich überlege an meiner 650er K2 die GSX-R-4-Kolbenzangen der 600er/750er K1-K3 zu verwenden (mittels Adaptern). Dazu würde ich später gern auf eine Radialpumpe umsteigen (weil mir das Gefühl besser zusagt und ich habe zumindest den Glauben, dass sich die Bremse besser dosieren lässt und direkter anspricht). Bremszangen und Bremspumpen sollten ja schon optimal aufeinander abgestimmt sein. Was ist hier der bessere Weg? Stahlflex ist natürlich verbaut.

Damals habe ich auf meiner 99er eine Magura Radialpumpe mit 16mm Durchmesser auf den originalen Bremszangen gefahren. Das funktionierte schon besser, geringe Handkraft und direkteres Ansprechen, allerdings war der Hebelweg (auf der Rennstrecke) trotz frischer Beläge und Stahlflex doch recht lang. Und wenn ich eines nicht mag, dann ist das eine Berührung des Bremshebels mit dem Ringfinger, wenn ich mit nur 2 Fingern bremse. Da fühle ich mich einfach unwohl. (Sicherlich auch der Erfahrung geschuldet, dass die Bremse meiner GSX-R 750 auf der Rennstrecke durch Überhitzung mal ausgefallen ist).

Die Frage ist nun: Wenn ich die 4-Kolben-Bremszangen verbaue, sollte ich dann lieber nach einer 16mm Bremspumpe (z.B. von Yamaha R6/R1) suchen oder doch zu einer 19mm Bremspumpe (z.B. von den Kilogixxern) greifen? Soweit ich informiert bin, heißt ein größerer Durchmesser mehr Handkraft und weniger Hebelweg bei gleichem Effekt. Bitte korrigiert mich, wenn ich da falsch liege. Leider konnte ich bisher nicht herausfinden welchen Durchmesser die 600er/750er K1-K3 von Haus aus mitbringen und ich würde die Abhängigkeiten gerne verstehen.

Ich habe auch keine Erfahrung was "mehr Handkraft" genau bedeutet. Ist es keine "1-Finger-Bremse" mehr oder hat man das Gefühl eine ungeölte, rostige Wasserpumpe zu bedienen? ;) Ihr wisst, was ich meine.

Danke im Voraus!
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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#2

Beitrag von guzzistoni » 09.04.2015 12:07

Grds. sind Deine Überlegungen nicht falsch. Die Verwendung von Adaptern geht, habe ich schon probiert, ist aber mit dem Nachteil verbunden, dass das Gesamtsystem an steifheit verliert, was der Dosierbarkeit und dann auch der Kraftübertragung abträglich ist. Die Radialpumpen sind zumindest theoretisch besser zu dosieren. Kommt wie so oft aufs Gesamtkonzept und persönliche Vorlieben an. Neben den Kolbendurchmesser ist auch die Anlenkung der Handhebel wichtig, denk mal an die Hebelgrsetze. An der Stelle variieren auch die Pumpen in der Auslegung.
Mein Tip, Versuch es mit der 19 Nissin, die hat viel Volumen und damit auch Reserven.

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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#3

Beitrag von Mätthi558 » 09.04.2015 13:00

Danke für die Info!

Dann werde ich mal schauen, ob ich eine gute Bremspumpe der Kilogixxer K4-K5 bekomme, das sollte die 19mm Nissin sein.

PS: Kannst Du mir etwas mehr zu deinen Erfahrungen mit den Adaptern sagen?
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Re: AW: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#4

Beitrag von guzzistoni » 09.04.2015 13:15

Man hat mit den Adaptern, wie ich sagte, eine gewisse Elastizität im System, das ist einem knackigen Druckpunkt abträglich. Besser als Serie ist das schon, aber nicht optimal, war auch ein Grund warum ich eine USD eingebaut habe. Das Bessere ist nun mal der Feind des Guten, so ist das ;)

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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#5

Beitrag von Mätthi558 » 09.04.2015 14:06

Danke! Hast Du die zufällig eingetragen bekommen? ;)
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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#6

Beitrag von guzzistoni » 09.04.2015 14:51

Nein, kann mir auch nicht vorstellen das so etwas geht.

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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#7

Beitrag von Jan Zoellner » 09.04.2015 16:20

Mätthi558 hat geschrieben:Leider konnte ich bisher nicht herausfinden welchen Durchmesser die 600er/750er K1-K3 von Haus aus mitbringen
Die sind identisch zur SV-Pumpe. IIRC 5/8", also 16 mm. Wenn ich mich recht erinnere, sind sogar die Teilenummern gleich (damit hab ich das Ding dann auch bei der Dekra eingetragen bekommen, weil ich nicht mal mehr wußte, ob ich die SV- oder GSX-R-Pumpe genommen hatte)
Ich habe auch keine Erfahrung was "mehr Handkraft" genau bedeutet.
Da ich lieber über Hebelweg als Kraft dosiere, kann ich dazu nichts sagen. Ich habe ne R6-Bremspumpe und keine Ambitionen, was Größeres zu verbauen.

Ciao
Jan
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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#8

Beitrag von Mätthi558 » 09.04.2015 17:35

Danke Jan!

Kannst Du mir sagen welches BJ der R6 passt? Passt der Bremslichtschalter ohne Änderungen? Hast Du die Gixxer-Bremszangen am R6-Kolben oder die originalen 2-Kolbenzangen?
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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#9

Beitrag von Jan Zoellner » 09.04.2015 18:06

Mätthi558 hat geschrieben:Kannst Du mir sagen welches BJ der R6 passt?
Mehr oder weniger alle. Ich hab glaub ich 2005 oder so, kann ich aber echt nicht mehr sagen.
Passt der Bremslichtschalter ohne Änderungen?
Ich denke ja. Muss ich nochmal nachsehen.
Hast Du die Gixxer-Bremszangen am R6-Kolben oder die originalen 2-Kolbenzangen?
Ich hab Radialbremszangen der GSX-R-600 von 2004 dran. Paßt besser zum Gabelumbau. :)
Die R6-Bremszangen hab ich auch noch (schon ziemlich lange) liegen, vielleicht bau ich doch nochmal um.

Ciao
Jan
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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#10

Beitrag von Jan Zoellner » 09.04.2015 18:16

Vielleicht noch zu "mehr Handkraft": Ich kenn das nur von verschiedenen Hydraulikbremsen am Fahrrad (z.B: HS11 und HS33 von Magura). Da ist der Unterschied so, dass ich bei dem kleineren Kolben einen soliden Druckpunkt habe und von da weiter ziehen kann und es bremst halt mehr. Mit dem größeren Kolben macht es eher knallhart "klack" wenn die Bremsbeläge anliegen und dann bewegt sich der Hebel gefühlt quasi nicht mehr, egal wie ich ziehe. Da ist die Dosierung dann sozusagen über das Ziehen im Unterarm. :)
Obs beim Motorrad genauso extrem ist, weiß ich nicht. Für mich persönlich ist allerdings ersteres besser zu handhaben.

Ciao
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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#11

Beitrag von guzzistoni » 09.04.2015 19:23

Ich will noch mal ein paar grundsätzliche Dinge anführen:
alle Bremspumpen erzeugen die gleichen Bremsdruck, egal Radial oder nicht, das ist grds auch unabhängig vom Kolbendurchmesser.

Standard bei fast alles Motorrädern mit 2 Bremsscheibe sind 16mm Kolbendurchmesser -- wenn Nissin Pumpen verwendet werden (= 5/8''). Diese Bremspumpen sind im wesentlichen alle baugleich (Achtung Honda ist teilweise etwas anders) und da passen meistens auch die gleichen Bremslichtschalter.
Brembo arbeitet mit 15mm in dieser Klasse.

Bei Sportmotorrädern (oder Motorrädern die ein sportliches Image pflegen) werden gerne die Radialpumpen verbaut. Diesen wird eine bessere Dosierbarkeit nachgesagt, was wohl m.E. nur auf einer Rennstrecke ausgereizt werden kann.
Die Nissin Radialpumpen haben immer 19mm .
Yamaha verbaut teilweise bei R1 und R6 16mm Radialpumpen, die sind von Brembo!
Ducati verbaut üblichgerweise Radialbremspumpen von Brembo mit 18mm Kolbendurchmesser und Triumph die gleiche Serie aber mit 19mm!
Ich fahre an meiner Kante folgende Bremse: 320mm Srad Bremsscheiben (Serie), Fireblade Radialsättel, Stahlflex und die Serienpumpe von der SV (16mm) ---> das bremst wie die Sau!!!
Eine Radialpumpe ist da nicht nötig. Ich weiß allerdings nicht, ob auf der Renne nicht eine Radialpumpe besser wäre.

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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#12

Beitrag von hannes-neo » 09.04.2015 19:59

Naja, da der Bremsdruck von der Hebelkraft und der nachfolgenden Übersetzung (Umlenkung, Pumpendurchmesser und Kolbendurchdurchmesser) abhängig ist, wage ich mal zu bezweifeln, dass man mit egal welcher Pumpe den gleichen Bremsdruck aufbauen kann. Das würde ja bedeuten dass die Grundgesetze der Physik für Moppedbremsen nicht gelten würden.

Was die 320mm Doppelscheibe mit 16mm Pumpe angeht, ja bremst wirklich wie Hölle. Das hat sogar mein Rennfahrerkumpel gesagt :twisted:
Star mich nicht so an, ich bin auch nur eine Signatur!

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Re: Zusammenhang Bremszangen und Bremskolben-Durchmesser

#13

Beitrag von guzzistoni » 09.04.2015 20:33

Hannes, man baut hier keinen Druck von 100ten bar auf :!:
http://www.motorradonline.de/motorradzu ... ding/74355

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