...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...


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Kara


...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#1

Beitrag von Kara » 26.03.2004 20:58

hoffe, ich gehe damit niemand allzu sehr auf den Seiher, aber ich bin nunmal so ein Theoretiker...

Aaalso:

Beim (schnellen) Kurvenfahren soll die kurvenäußere Fußraste belastet werden. Was auch Sinn macht, da der HR in Kurven das Mop stabilisiert.

Aber: Warum fahren dann die ganzen Profis im Hang off? Dadurch verschiebt man den Schwerpunkt nach unten (gut !) aber auch nach vorn (eigentlich gar net gut?), also weg vom HR.

Hmmm - vielleicht kann man mir jemand den Widerspruch erklären?

Tschüß, kara

silver650


Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#2

Beitrag von silver650 » 26.03.2004 21:22

Kara hat geschrieben:hoffe, ich gehe damit niemand allzu sehr auf den Seiher, aber ich bin nunmal so ein Theoretiker...

Aaalso:

Beim (schnellen) Kurvenfahren soll die kurvenäußere Fußraste belastet werden. Was auch Sinn macht, da der HR in Kurven das Mop stabilisiert.

Aber: Warum fahren dann die ganzen Profis im Hang off? Dadurch verschiebt man den Schwerpunkt nach unten (gut !) aber auch nach vorn (eigentlich gar net gut?), also weg vom HR.

Hmmm - vielleicht kann man mir jemand den Widerspruch erklären?

Tschüß, kara
Alles halb so wild, dafür ist ja ein Forum da!! :wink:
Zur deiner Frage, ich selber fahre nicht im Hang Off durch die Gegend, aber Kurven fahre ich wenn ich mich recht entsinne nicht mit einem Druck auf der Kurvenäußeren Fußraste.
Mein Hintern geht ein wenig je nach Kurve links oder rechts vokn der Sitzbank der Blick ist vorausschauend und da wo ich hinmöchte, aber mein linker Kuß ist ziemlich locker leicht auf meiner Fußraste.
Durch meinen Reifen kann ich mir fast alles erlauben, der klebt wie Klebstoff an der Strasse fest, habe kein Prob. mit dem wegspringen meines HR.
Die Profis werden im HangOff fahren, weil sie so schneller durch die Kurven fahren können und halt auch enger um die Kurven düsen.
Wie sie es machen das sie soweit runter kommen, das ist zwar kein Geheimnis aber nicht für jeden gemacht. :cry: :wink:

Gruß

Milka


Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#3

Beitrag von Milka » 26.03.2004 21:28

Kara hat geschrieben:hoffe, ich gehe damit niemand allzu sehr auf den Seiher, aber ich bin nunmal so ein Theoretiker...

Aaalso:

Beim (schnellen) Kurvenfahren soll die kurvenäußere Fußraste belastet werden. Was auch Sinn macht, da der HR in Kurven das Mop stabilisiert.

Aber: Warum fahren dann die ganzen Profis im Hang off? Dadurch verschiebt man den Schwerpunkt nach unten (gut !) aber auch nach vorn (eigentlich gar net gut?), also weg vom HR.

Hmmm - vielleicht kann man mir jemand den Widerspruch erklären?

Tschüß, kara

Im Prinzip geht es nur darum, durch Gewichtsverlagerung zum Kurveninneren den Gesamtschwerpunkt so zu verschieben, dass die Maschine bei gleicher Geschwindigkeit weniger Schräglage braucht. Oder umgekehrt. Bei gleicher Schräglage erhöht sich der Speed. Von der nackten physikalischen Seite aus betrachtet, stimmt der Ansatz allerdings nicht wirklich. Denn wenn man von einer theoretisch unbegrenzten Schräglagenfreiheit des Motorrads ausgeht, ist selbst bei maximal verlagertem Schwerpunkt immer die Haftung der Reifen der begrenzende Faktor.
In der Praxis, sprich auf der Suche nach der schnellsten Fortbewegung, bringt Hanging-off vor allem eins: Gefühl fürs Limit. Etwas weniger Schräglage der Maschine bedeutet auch immer etwas mehr Reifenaufstandsfläche. Der Grenzbereich dehnt sich aus, und der Pilot bekommt mehr Rückmeldung vom Fahrzeug.

Gruss

Joa

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Wörsty
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Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#4

Beitrag von Wörsty » 26.03.2004 21:30

silver650 hat geschrieben:aber mein linker Kuß
*Pruuuuuust* Hehehe
Bild
Sorry Kara, wollte nicht blubbern.
Suche dir noch eine schöne Erklärung wie beim Bergauf-Bergab-Thread :oops:
Zuletzt geändert von Wörsty am 26.03.2004 21:31, insgesamt 1-mal geändert.

silver650


#5

Beitrag von silver650 » 26.03.2004 21:31

:oops: :oops: :oops: :lol: :D
immer diese schnellen Finger 8) :oops:

Michael


Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#6

Beitrag von Michael » 26.03.2004 22:44

Kara hat geschrieben:Beim (schnellen) Kurvenfahren soll die kurvenäußere Fußraste belastet werden. Was auch Sinn macht, da der HR in Kurven das Mop stabilisiert.

Aber: Warum fahren dann die ganzen Profis im Hang off? Dadurch verschiebt man den Schwerpunkt nach unten (gut !) aber auch nach vorn (eigentlich gar net gut?), also weg vom HR.
Das mit dem Belasten der äußeren Fußraste mache ich nicht. Ich glaube, das ist eher eine Technik für's Dirt-Racing (Enduros im Gelände), womit ich mich aber nicht auskenne.

Hanging-Off ist IMO eine reine Rennstreckentechnik. Das sagen/schreiben auch einige Leute, die es auf Weltklasse-Niveau können. Siehe The Pace (Ienatsch ist mehrfacher US-Meister, Superbike-Klasse glaube ich). Meine Wenigkeit macht das auch nur auf der Rennstrecke (altes Foto).

Zweck vom HO (wohl bekannt):
- HO reduziert bei gleicher Geschwindigkeit die Schräglage
- Es gibt eine maximale Schräglage (die bei deren Überschreitung der Reifen wegrutschen würde). Mit Hanging-Off tritt diese max. Schräglage erst bei höherer Geschwindigekeit auf.
- Bei sehr hoher Geschwindigkeit kann man durch das "Kniesegel" schneller einlenken.


Eine wichtige Technik für die Landstraße ist:
- Kopf in Schräglage ziemlich senkrecht halten
- Oberkörper hat aber dieselbe Schräglage wie das Motorrad

- damit das klappt ist die Lockerheit/Enstpanntheit beim Motorradfahren wichtig

Nichts für ungut, und auf Theorie stehe ich auch. Aber die beiden Punkte, die Du hier angesprochen hast (HO, Belasten der äußeren Raste) halte ich für sehr unwichtig fürs Fahren auf der Landstraße. Da gibt es viel wichtigere Dinge. Z. B. obige Technik, außerdem:
- weit vorausschauen*
- Kurven von außen anfahren
- spät und dann schnell einlenken
- lange außen bleiben (d. h. später Scheitelpunkt)



* Was auf der Landstraße aber den Nachteil haben kann, dass man evtl. Verschmutzungen auf der Fahrbahn übersieht. Ich hab' schon von schlimmen Unfällen gehört, die deswegen passiert sind. Deswegen fahre ich auf der Landstraße nie so schnell durch Kurven, wie ich könnte. Denn dazu müsste ich sehr weit vorausschauen.

Michael


Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#7

Beitrag von Michael » 26.03.2004 23:11

Kara hat geschrieben:Hmmm - vielleicht kann man mir jemand den Widerspruch erklären?
Wie gesagt, ich hab' das mit der besonderen Belastung der äußeren Fußraste noch nicht angewendet. Aber wie ich es sehe, haben beide Techniken sozusagen unterschiedliche Einsatzorte. Den Zweck vom HO an seinem Ort habe ich genannt. Den Zweck der Fußrasten-Geschichte kenne ich nicht.

Beim HO ist mein Eindruck, dass ich dabei die innere Raste viel stärker belaste als die äußere. Nicht bewusst, aber irgendwie ist das unvermeidbar. Ich verteile das Gewicht aber nicht nur auf die innere Fußraste. Sondern auch auf den äußeren Oberschenkel, natürlich Hintern, und auch ein bisschen auf den äußeren Ellbogen (der liegt locker am Tank). Einiges an Gewicht landet wohl leider auch auf den Lenkerstummeln.

Noch was fiel mir gerade auf:
Kara hat geschrieben:Warum fahren dann die ganzen Profis im Hang off? Dadurch verschiebt man den Schwerpunkt nach unten (gut !) aber auch nach vorn (eigentlich gar net gut?), also weg vom HR.
Durch HO wird der Schwerpunkt zur Seite verschoben. Nicht nach vorne. Nach unten würde ich auch nicht sagen.

Rutsch mal bei Geradeausfahrt zur Seite. Das Motorrad bekommt dann Schräglage zur anderen Seite. Beim HO ist es derselbe Effekt.

ev ... entuell


Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#8

Beitrag von ev ... entuell » 27.03.2004 3:27

SV Michel hat geschrieben: Das mit dem Belasten der äußeren Fußraste mache ich nicht. Ich glaube, das ist eher eine Technik für's Dirt-Racing (Enduros im Gelände), womit ich mich aber nicht auskenne
stimmt, Michael,
die Dreckspatzen machen das, aber normalerweise nicht die äußere,
Betonung auf 'normalerweise'
aber wir stehen auch meist auf m Moped rum, da macht unterschiedliche Belastung der Rasten zusammen mit Drücken des Lenkers Sinn
solange mein Achtersteven auf der Sitzbank klebt, kann ich keine Raste belasten, wie denn, bzw womit denn?

sag mal Kara, kannst Du Skifahren?
welchen Ski belastest Du normalerweise?

SVHellRider


#9

Beitrag von SVHellRider » 27.03.2004 11:10

Siehe auch hier.

Grins


#10

Beitrag von Grins » 27.03.2004 12:03

wird das Belasten der äußeren Raste bzw. das "Drücken des Motorrads" nicht auch als "englischer Stil" bezeichnet? oder täusch ich mich da?

ev ... entuell


#11

Beitrag von ev ... entuell » 27.03.2004 13:55

Grins hat geschrieben:wird das Belasten der äußeren Raste bzw. das "Drücken des Motorrads" nicht auch als "englischer Stil" bezeichnet? oder täusch ich mich da?
auf der Straße, ja
aber wieso um Himmelswillen willst Du die äußere Raste belasten?
Du 'belastest' das innere Lenkerende,
die Maschine kriegt mehr Schräglage als nötig,
da der Fahrer aufrecht bleibt
also quasi ein negatives Hanging-Off

Lorbas


#12

Beitrag von Lorbas » 27.03.2004 14:53

wenn du die maschine durch druck auf die fussrasten lenken willst, musst du die seite belasten, zu der du fahren willst. wird viel beim enduro fahren benutz, da man dort im stehen fährt und somit schneller reagieren kann.
im sitzen bringt das nich viel. hat aber auch nichts mit dem belasten der kurvenäussren raste zu tun. ist nur zum einlenken gedacht. das belasten bringt mehr stabilität fürs motorad. besonders bei enduro und motocross.
ausserdem bekommt man so eher mit ob die maschine rutscht usw. derkontakt zwischen fahrer und mopped is halt grösser.

Grins


#13

Beitrag von Grins » 27.03.2004 16:49

.... ich hab auf der straße auch noch keinen so fahren gesehen

SanDee


Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#14

Beitrag von SanDee » 27.03.2004 18:08

Kara hat geschrieben:hoffe, ich gehe damit niemand allzu sehr auf den Seiher, aber ich bin nunmal so ein Theoretiker...

Aaalso:

Beim (schnellen) Kurvenfahren soll die kurvenäußere Fußraste belastet werden. Was auch Sinn macht, da der HR in Kurven das Mop stabilisiert.

Aber: Warum fahren dann die ganzen Profis im Hang off? Dadurch verschiebt man den Schwerpunkt nach unten (gut !) aber auch nach vorn (eigentlich gar net gut?), also weg vom HR.

Hmmm - vielleicht kann man mir jemand den Widerspruch erklären?

Tschüß, kara
Das ganze ist kein Wiederspruch. Auch beim Hang-Off sollte unbedingt die äußere Raste belastet werden.
Fahrer und Motorrad sind ja keine Einheit. Ich habe nicht so viel Ahnung von Physik, aber es sind sind ja zwei Körper, die durch Angriffspunkte miteinander verbunden sind. Je tiefer der Angriffspunkt ist, umso besser. Außerdem sollte der Fahrer ja durch Gewichtsverlagerung versuchen, dem Hinterrad mehr Grip zu verschaffen, und da ist eben die einzige Chance, die äußere Fußraste zu belasten (wegen Kräfteresultierende und so...)
Um mal bei der Praxis zu bleiben:
Wenn die Fußrasten tief montiert sind, klappt der Hang-Off gar nicht gut, weil man einfach (auch unbewußt) nicht genug Kraft auf die Rasten bekommt. Dann lastet der Oberschenkel sehr stark auf der Sitzbank und das Motorrad "fühlt sich gar nicht gut an"

Ich hoffe, es war halbwegs verständlich....

SanDee


Re: ...mal wieder 'ne Frage zur Fahrtechnik...

#15

Beitrag von SanDee » 27.03.2004 19:36

SV Michel hat geschrieben:Beim HO ist mein Eindruck, dass ich dabei die innere Raste viel stärker belaste als die äußere. Nicht bewusst, aber irgendwie ist das unvermeidbar.
*gg* das glaube ich Dir nicht ;-) Stall doch mal Dein Moped auf einen Montageständer und üb im Stand den Hang-Off. Wenn Du also rechts neben das Moped kommen willst mußt Du Dich doch mit dem linken Fuß "abstoßen". Weil eben im Stand keine Fliehkraft wirkt, mußt Du mit dem rechten Fuß abstützen, sonst liegst Du daneben ;-)

WENN aber die Fliekraft wirkt, bleibt dieses "Abstoßimpuls" die ganze Kurve durch erhalten, und dieser Impuls geht eben von der äußeren Raste aus.

Was ich aber bei der ganzen Sache nicht verstanden habe:
Kara hat geschrieben:...Was auch Sinn macht, da der HR in Kurven das Mop stabilisiert...
Also ich weiß nicht, wie es Euch geht. Ich bin schon oft mit driftendem Hinterrad durch Kurven gefahren (seltener mit der SV ;) ) Auf jeden Fall war es nie schlimm, aber ein rutschendes Vorderrad ist schon wesentlich unangenehmer! Was macht also das Hinterrad so wichtig in Kurven?????

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