Lenkungsdämpfer - Vor- und Nachteile :-)


Allgemeine Gesprächsthemen, Fragen und Antworten.
Antworten
Ozelot


Lenkungsdämpfer - Vor- und Nachteile :-)

#1

Beitrag von Ozelot » 06.05.2004 13:53

Mojn,

ab und zu lese ich etwas von Lenkungsdämpfern, die aus welchen Gründen auch immer beim Fahren hinderlich sind.
Das sehe ich ganz anders :lol:

Beim Stadtverkehr inzwischen anscheinend üblichen Wegnehmen der Vorfahrt durch einen PKW hat mir das Ding die SV gerettet. Genauer gesagt war die Vorfahrtnahme gegenüber den üblichen Standardversionen diesmal recht heimtückisch ausgeklügelt.
Von einer linksäußeren Linksabbiegerspur ruckartig über die Mittelspur (ebenfalls ausschließlich Linksabbieger) scharf nach rechts zu ziehen ist eine Variante, die einen fast schon professionellen Motorradfahrerkiller auszeichnet. In diesem Fall allerdings eine Killerin :D
Ist auch egal.


Für gewöhnlich hat man in so einer Situation wenig Zeit, um zu reagieren. Man klatscht entweder seitlich in den PKW oder fliegt drüber und zumindest das Mopped ist futsch, oder man schafft es mit einem Wahnsinnsschlenker grade noch so um den Kühler drumrum, hat aber dann den Nachteil, daß der zwangsläufig darauffolgende Gegenschlenker so schnell geschieht, daß es einem den Lenker aus der Hand reißt und man fast unweigerlich heruntergeschleudert wird. Auch hier ist mindestens das Mopped angebröselt.

Ich weiß nicht, was in diesen beiden Fällen besser ist.

Die Variante mit Lenkungsdämpfer jedenfalls greift den zweiten Fall auf: Der Gegenschlenker wird gedämpft, und obwohl es Abzüge in der B-Note gibt, wird man lediglich wie ein nasser Sack durchgerüttelt, kann sich aber am Lenker noch festhalten. Find ich gut 8)


Dumm nur, wenn sich der Bremshebel bei diesem nassen-Sack-Geschüttel recht heftig in den Unterschenkel bohrt und ihn ordentlich aufreißt. Der Blick auf freiliegende Knochen, Venen und Sehnen ist nicht jedermanns Geschmack :idea:
Vielleicht hätte man sich doch lieber fliegen lassen sollen? Den Ärger mit der Versicherung bei nichtbeschädigten Fahrzeugen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die Schmerzen und die Dauer des Heilungsprozesses auch nicht.

Fazit dieser Gegenüberstellung: Irgendwo verliert man immer.

Mist :lol:

Klaus
P.s.: Das nächste Mal halte ich drauf.

SVS-Kyb


Re: Lenkungsdämpfer - Vor- und Nachteile :-)

#2

Beitrag von SVS-Kyb » 06.05.2004 13:58

Ui, das nenn ich Glück im Unglück.
Ob's der Lenkungsdämpfer rausgerissen hat, sei dahingestellt.

Ozelot hat geschrieben:Dumm nur, wenn sich der Bremshebel bei diesem nassen-Sack-Geschüttel recht heftig in den Unterschenkel bohrt und ihn ordentlich aufreißt. Der Blick auf freiliegende Knochen, Venen und Sehnen ist nicht jedermanns Geschmack
Was mich dabei interessiert: Was hast Du denn für Klamotten angehabt? 8O

Common


#3

Beitrag von Common » 06.05.2004 14:16

Ach du lieber Himmel, wo war das denn?

Dein Motorrad ist also praktisch über dich drüber gerutscht? Oder wurdest du nicht abgeworfen.

Edit: Beileidsbekundung gelöscht... :wink:
Zuletzt geändert von Common am 06.05.2004 14:20, insgesamt 2-mal geändert.

Ozelot


#4

Beitrag von Ozelot » 06.05.2004 14:18

SysKyb, es war der Lenkungsdämpfer, definitiv.
Sonst hätte ich doch meine Fahrkünste in den Vordergrund gestellt :)
Mit anderen Moppeds hat es mich schon bei im Vergleich winzigen Schlenkern wegen des bescheuerten Kickback aufs Maul gehauen :lol:

Klamotten waren Jeans + Moppedjacke. Die Einstichstelle sowie die Hälfte des Risses liegen allerdings oberhalb der Kante der brav zu Hause stehenden Stiefel.
Insofern wurst.

Common, ich bin nicht gestürzt. Durch das Loslassen der Vorderbremse kurz vor dem Aufprall hat die SV schlagartig Grip bekommen und sich aus der - für mit bis dahin blockierenden Rädern - recht beachtlichen Schräglage sofort aufgerichtet. Dann kam der - zum Glück gedämpfte - Gegenschlenker. Das schüttelt einen schon so, daß man mal links, dann rechts vom Bock hängt und nicht weiß, ob die Haxen grade oben oder unten sind :lol:

Ich danke übrigens im Vorfeld für das Fehlen von Beileidsbekundungen, das hatte ich schon und brauchs nicht nochmal, ernsthaft. Die Sache liegt schon knapp 2 Wochen zurück.

Wat nu? Draufhalten oder Ausweichen? Was meint ihr? :lol:
Klaus
Zuletzt geändert von Ozelot am 06.05.2004 14:22, insgesamt 1-mal geändert.

bswoolf
SV-Rider
Beiträge: 2909
Registriert: 17.09.2002 14:20


#5

Beitrag von bswoolf » 06.05.2004 14:22

warum auch beileidsbekundungen. dem mopped gehts doch gut :wink:

mit vernünftigen klamotten dasselbe ausweichmanöver wieder wäre wohl die empfehlung.

gute besserung :?

Benutzeravatar
svbomber
SV-Rider
Beiträge: 16863
Registriert: 10.03.2003 14:59
Wohnort: Wolfsburg
Kontaktdaten:


#6

Beitrag von svbomber » 06.05.2004 14:50

Ich denke mal, bis auf die Jeans, alles richtig gemacht.

Was Du mit Gegenschlenker ansprichst hab ich allerdings nicht verstanden :) empty
Du bist nach rechts ausgewichen (Lenkimpuls?) und verlässt damit gewollterweise Deine ursprüngliche Fahrtrichtung.
Am Hindernis vorbei muss man dann logischerweise auf die alte Route zurück, will man nicht auf dem Bürgersteig o.ä. landen.
Aber diesen Gegenschlenker führt das Mopi ja nicht von alleine aus, also lenken.
Wieso sollte es einem dabei den Lenker aus der Hand reissen ?

Da fehlt mir jetzt in Abhängigkeit der Zusammenhang zum Lenkungsdämpfer.
Wenn Du jetzt argumentiert hättest, der Lenkungsdämpfer würde dieses schnell ablaufende Ausweichmanöver negativ beeinflussen, hätte ich es wohl ansatzweise nachvollziehen können. Aber so :?:

Vielleicht kannst Du mir ja nochmal auf die Sprünge helfen.

Ozelot


#7

Beitrag von Ozelot » 06.05.2004 20:44

Könntet ihr euch statt auf die arme Jeans mal bitte auf die hinterhältigen Autofahrer konzentrieren :P
Ihr ist nicht viel passiert, bis auf einen klitzekleinen, ca. 8mm langen Riß. Das kann man nähen, sie ist sicher außer Lebensgefahr :lol:



SV-Bomber, ja, ich bin nach rechts ausgewichen.
Es war so (Vorsicht, lang ;) ):

Der PKW taucht von links kommend plötzlich auf. Der Lenkimpuls wird eingeleitet, die Maschine fährt mit großer Schräglage nach rechts(Schlenker). Dann Vollbremsung, beide Räder blockieren in Schräglage (*).


Die SV rutscht also querstehend mit blockierenden Reifen auf den PKW zu.
Wenn man in dieser Situation die Vorderbremse wieder losläßt, bekommt man schlagartig einen extremen Grip. Außerdem federt die SV stark ein.
Anschließend richtet sich die SV auf, kippt nach links, die Gabel federt aus und das Vorderrad wird entlastet. Nun hält sich der Fahrer aber noch immer krampfhaft am Lenker der kippenden Maschine fest (wo sonst) und es läßt sich kaum vermeiden, daß der Reifen schräg einspurt, bevor er wieder (beim weiteren Einfedern) belastet wird.
Und zack, da ist der "Gegenschlenker", und zwar mit einer Urgewalt, weil die Seitenführungskräfte des Reifens diesen einfach blitzschnell in Fahrtrichtung ausrichten wollen. Ohne Lenkungsdämpfer hat man manchmal auch Glück und der Lenker knallt blitzschnell erst gegen den einen Anschlag, dann gegen den anderen, und kriegt sich irgendwann ein.

So einen Kickback mit der Hand festhalten zu wollen ... ich kann es nicht. Man kann sich aber prima das Handgelenk dabei brechen, hab ich gehört, es sei denn, man hat einen Lenkungsdämpfer :)

Klaus


(*)
Normalerweise macht man die Ausweichbremsung andersrum :), aber in diesem Fall war es instinktiv günstiger, den steilen Winkel zwischen den beiden Bewegungsrichtungen auf einen spitzen zu bringen und den potentiellen Einschlagpunkt nach hinten zu verlagern.
Ob das wirklich richtig war, keine Ahnung. Man muß den Winkel zwischen beiden Fahrzeugen kennen, ihre Geschwindigkeiten und ihren Abstand. Vielleicht gibt es in Abhängigkeit von diesen Parametern ein Optimum, ob man zuerst voll bremst, oder ob man erst lenkt. Rechne das mal bitte einer, ich bin zu faul :lol:

Urgestein


#8

Beitrag von Urgestein » 07.05.2004 14:08

Ozelot hat geschrieben:Wat nu? Draufhalten oder Ausweichen? Was meint ihr? :lol:
na die frage is doch ganz schnell beantwortet: die variante bei der´s mit den wenigsten schmwerzen am meißten geld unterm strich gibt :) musst halt grob überschlagen sonst reicht dir die zeit zum ausrechnen wohl nicht in der situation :lol: ;)

achja, und obwohl´s ja eigentlich klar ist noch mal zur klarstellung, es war der bremshebel der fußbremse, oder? hab am anfang nämlich krampfhaft versucht mir das mit dem handbremshebel vorzustellen :lol: aber ohne erfolg ;) liegt wohl daran das ich mit dem fuß äußert selten bremse...

Benutzeravatar
svbomber
SV-Rider
Beiträge: 16863
Registriert: 10.03.2003 14:59
Wohnort: Wolfsburg
Kontaktdaten:


#9

Beitrag von svbomber » 07.05.2004 14:55

Ozelot hat geschrieben:... Normalerweise macht man die Ausweichbremsung andersrum :) ...
Als ich sagte, alles richtig gemacht, bezog ich mich auf die Variante des Ausweichens.
In Schräglage in die Bremse zu greifen sollte man natürlich tunlichst vermeiden :?
Da wundert es dann nicht, warum sich die Maschine aufstellt, und das ziemlich rausch.

Der Vorgang ist jetzt klar, das Umfeld kenn ich natürlich nicht.
Von daher ist es schwierig, sich ein Urteil erlauben zu können.

Die Theorie sagt, zum bremsen ist es zu spät.
Also Kupplung ziehen und mit Lenkimpuls ausweichen. Nix bremsen.
Wenn man natürlich nur in eine Richtung ausweichen kann und da erscheint dann das nächste Hindernis ... :roll: :?

Hilft eigentlich nur beten. Wahrscheinlich langt man instinktiv in die Bremse, allein des Selbsterhaltungstriebes wegen.

Antworten