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Anleitung | Ent-/Drosselung der SV 650S K3 +
 

Vorwort:
Folgend beschreibe ich euch so detailliert wie möglich den Ein-/Ausbau der Gaszugdrossel der SV 650S K3.
Hierfür ist minimales technisches Verständnis bzw. Erfahrung vorausgesetzt, wer sich beim Lesen allerdings denkt "Wovon redet der Typ da?", dem rate ich solche Umbauten in einer Fachwerkstätte durchführen zu lassen (im nächsten Absatz ein wichtiger Tipp dazu!). Theoretisch sollte man nichts großartig falsch machen können bzw. verstellen können, aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass es immer möglich ist.

Für die, die das in einer Werkstätte machen lassen, empfehle ich folgendes:
Eine simple Gaszugdrossel reicht vollkommen. Diese sieht so aus:


Da die Drosselklappen sowieso schon die Luftansaugung verengen können, wäre eine von vielen Suzuki-Werkstätten dem Kunden angedrehte zusätzliche Luftansaugverengung sinnlos. Das sieht nur nach mehr aus, somit können sie mehr Geld für den Einbau verlangen.
Ich habe die Gaszugdrossel um ~15 EUR inkl. Versand gebraucht gekauft. Werkstätten, welche einem nicht nur die Gaszugdrossel, sondern auch noch eine Ansaugverengung und eine anschließende Neueinstellung der Einspritzung vornehmen wollten, ziehen einem schon mal schnell 300,- EUR aus der Tasche.
Totale Abzocke!! Die Drossel kostet gebraucht nicht die Welt und der Einbau von einem Profi kann nicht länger als eine Stunde dauern! Da man gedrosselt nicht mehr als 1/3 Gas geben kann und sonst nichts am Motor verändert wurde, ist eine Neueinstellung der Einspritzung ebenfalls nicht notwendig.

Ein weiterer Vorteil der Gaszugdrossel liegt auf der Hand:
Es ist so, wie wenn man nur mit 1/3 Gas fährt. Also unten ist noch die volle Leistung vorhanden. Wenn man allerdings noch dazu die Luftansaugung verengt, dann hat man auch in diesem unteren 1/3 Bereich sicherlich spürbare Leistungseinbußen.

Das E-Mail habe ich nicht mehr, aber ich habe bei Suzuki Österreich angefragt, ob die abgebildete Drossel ein Original ist, worauf ich eine positive Antwort bekam.
Ein Teilegutachten ist auch vorliegend und von Suzuki erhältlich.

Erfahrungsbericht:
Die Drossel war von mir eingebaut. Nun habe ich eine Suzuki-Vertragswerkstätte gebraucht, die mir das Teilegutachten und die Einbaubestätigung gibt.

Werkstätte #1 (zusammengefasst):
Ich: Grüß Sie! Hab eine Suzuki SV 650S, diese per Gaszugdrossel auf 25kW beschränkt und benötige ein Teilegutachten und die Einbaubestätigung.
Werkstätte: Nun, das ist ganz schlecht, dass Sie die Drossel selber eingebaut haben. Wir müssen das Motorrad abholen, selber auseinandernehmen. Dann noch eine Ansaugverengung einbauen und die Einspritzung anpassen.
Ich: Das kostet gesamt?
Werkstätte: Zwischen 300 und 400 EUR.

Werkstätte #2 hat mir dann ein blaues Kennzeichen geborgt, ich bin gedrosselt zu ihnen hingefahren, sie haben reingeleuchtet (man sieht die Drossel zwischen dem Rahmen durch) und festgestellt, dass die sitzt. Teilegutachten und Einbaubestätigung hergereicht, haben 10 EUR für die Kaffeekasse verlangt.
10,- EUR!!! Die andere Werkstätte hätte mir gnadenlos 400,- EUR abgenommen!!!

Beginnen wir nun mit dem Ein-/Ausbau.
Hinweis: Für alle folgenden Arbeiten ist ein Montageständer recht praktisch.

Zuerst den Tank hochklappen. Hierfür die Fahrersitzbank abschrauben und den Haltestab, versteckt unter dem Sozius-Sitz, zur Befestigung nehmen. Im Fahrerhandbuch der SV ist wunderbar erklärt, wie man den Tank hochhebt.


Hinweis: Die Schrauben, nachdem die entsprechenden Teile abmontiert wurde, wieder leicht ins Gewinde zurückdrehen, damit man wieder weiß, welche Schraube wohin gehört! - oder die Schrauben in kleine Kästchen, welche man beschriftet. Wenn man den Vorgang öfters durchläuft, merkt man sich welche Schraube(n) wohin gehören, dann wird das nicht mehr notwendig sein.

Nun sieht man den schwarzen großen Kasten, die Airbox.

Direkt unter der Airbox befindet sich die Ansaugbrücke, welche in den jeweiligen Zylinder mündet. Insgesamt sind nun 4 Flansche zu lösen. Jeweils 2 von der Airbox zur Ansaugbrücke und von der Ansaugbrücke zu den Zylindern. Die Befestigungsschrauben der Flansche nur ausreichend lockern und nicht komplett runterschrauben.


Nun alle Kabel und Schläuche von der Airbox lösen bzw. abschrauben. Die abgetrennten Kabel/Schläuche/etc. mit einem Klebeband und einem Edding beschriften. Beide Enden. Also 1-1, 2-2 - damit man beim Zusammenbau wieder weiß, welche Anschlüsse wohin gehören. Ansich sind die Anschlüsse so geformt, dass man nichts verwechseln kann, dennoch spart es letzten Endes Zeit.

Die Flansche sind gelockert, die Airbox abgekoppelt, nun kann man die Airbox von der Ansaugbrücke abheben.


Damit kein Schmutz in die Ansaugrohre bzw. Zylinder kommt, stopfen viele Mechaniker Tücher hinein. Allerdings sind diese von einem Dreckbatzen nur schwer zu unterscheiden. Ich gehe lieber auf Nummer sicher und empfehle Klarsichtfolie zu nehmen und diese mit einem Gummiband zu fixieren.


Die Flansche von der Ansaugbrücke zu den Zylindern sind auch gelockert, somit kann man die benötigten Anschlüsse der Brücke ebenfalls abklemmen. Vorsicht, da alle Anschlüsse eine Sicherung haben, die man runter-/wegdrücken muss, um diese zu trennen. Ansich sollte man so viele Anschlüsse abklemmen, damit man die Ansaugbrücke um fast 90° um die Längsachse drehen kann, damit man an die Bowdenzüge drankommen kann.


Hinweis: Wenn man die SV immer wieder ent-/drosselt oder einfach genug Erfahrung hat, kann man selber entscheiden wieviele Kabel abgetrennt werden müssen. Letztens war es nur notwendig die Airbox auf einer Seite zu befreien um meine SVS wieder zu drosseln - das spart natürlich enorm viel Zeit.

Nun wird's spannend. Wo und was sind die Bowdenzüge? Das sind die Seilzüge, die vom Gasgriff zur den Drosselklappen gehen. Dreht am Gasgriff und schaut nach, wo sich etwas bewegt. Aus der Sicht des Fahrers betrachtet, sind diese am linken vorderen Ende der Ansaugbrücke.


Hier muss man den unteren Seilzug lockerschrauben und nach unten hin (anders geht's eh nicht) abhängen.
Das silberne Blech hinter den Bowdenzügen ist die Drossel. Man erkennt auch, dass das Teil, dass ich dreht, wenn man Gas gibt, dadurch deutlich begrenzt wird und man den Gasdrehgriff nicht voll ausdrehen kann wie gewohnt.

Dort die Drosselt entweder ab- bzw anschrauben, den Bowdenzug wieder anhängen und den ganzen Vorgang rückwärts durchlaufen.
Vorsicht aber, dass die Verbindungsrohre aus Gummi zwischen Zylinder - Ansaugbrücke - Airbox wirklich fest sitzen!

Hier noch die Maße der Gaszugdrossel:


Diese Anleitung habe ich nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Für evtl. Schäden kann ich allerdings keine Haftung übernehmen.

Wer in dieser Anleitung Fehler findet oder Fragen hat, dem steht es natürlich offen, mir eine pN zu schreiben - ich werde umgehend darauf eingehen.

Schönen Gruß und gutes Gelingen!
Andi W. alias Alpines

P.S.:

Schellen und ihre Schrauben...

Irgendwann musste es passieren. Die Qualität der Schellen und ihre dazugehörigen Schrauben, platziert jeweils am Ein- und Ausgang der Ansaugbrücke lassen es mir kalt über den Rücken kommen. Für 2 mal Umbauen reichen sie sicherlich. Aber wer öfters die Ansaugbrücke abmontiert, der wird keine Freude damit haben. Was will ich sagen? Die Kreuzschlitzschrauben sind sowas von butterweich, dass ich mir schon beim letzten mal Drosseln gedacht habe "Also lange halten die nicht mehr..".

Ich hatte das Glück, dass nur die Schraube dermaßen vernudelt war, die am ehersten zugänglich war - also die hintere ganz oben. Aufdrehen konnte man die nicht mehr, der Schraubendreher is nur noch durchgedreht. Egal welchen Aufsatz ich verwendete. Also mal zur freundlichen Werkstätte nebenan gefahren und mir eine Klemmzange ausgeborgt. Von vorne an den Kopf konnte ich nicht ran, also mal von hinten probieren. Das Gewinde hat's wunderbar ruiniert, die Schraube hat sich anfangs etwas gedreht, nur dann hat sich nur noch die Schelle als a ganzes verwindet. Letztenendes konnte ich das ganze Teil nur noch mit der Zange mit Gewalt rausreißen.

Also wieder zur freundlichen Werkstätte von nebenan gefahren und dort richtige, qualitativ hochwertigere Schellen geholt.
Die empfohlenen Maße der Schelle wären 9mm Höhe und ein zu erreichender Durchmesser irgendwas zwischen 40mm bis 70mm*), aber hauptsache die Qualität stimmt. Wer will, kann das überstehende Band abschneiden (abschleifen nicht vergessen, die Ecken können ärgerliche Wunden hinterlassen).
Das Fazit des Vergleichs möchte ich euch überlassen... (schwarze Schelle = Suzuki)



*) Danke an 'Neuling' alias Eric für den Hinweis!

 

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Autoren:   Alpines

Kommentare:
Anns
02 Apr 2014 13:14
 
 
Erstmal dickes Lob!
Musste meine Kleine erstmal drosseln und an sich war die Anleitung hier sehr schön gemacht.
ABER es kommt ja immer anders als man denkt....

Zum einen wurde die original Schraube durch eine Kreuzschraube ausgetauscht, dies war doof, weil man nicht mehr von außen dran kam. Irgendwie ist der Rahmen in einem doofen Winkel davor. Aber das schönste war, dass der intelligente Vorbesitzer die Schraube mit einer Menge Loctite eingeklebt hatte.
Also half nur alles, inklusive Vergaser abzuschrauben und die Schraube aufzubohren.
Nervenfressende Sache aber nun hat es geklappt!

(Jetzt klappt es wie in der Anleitung sehr einfach)
 
julegerv
12 Jan 2013 16:48
 
 
Moin,

für 35kw-Interessierte kann ich sagen: Die Alphatechnikdrosseln in 48PS-Variante sind ebenfalls nach dieser Anleitung zu montieren (da sehr ähnliches Bauteil). z.B. 04-WVBY-K35
 
Anonymous
06 May 2012 19:21
 
 
Hallo zusammen! Ich bin noch in der probezeit und frage mich ob ich die drossel im ansaugstutzen ausbauen kann. Fällt es bei einer polizeikontrolle auf? Ich lasse auch den gasanschlag drin. Komplett gedrosselt kommt leider nicht ao viel von der sv650s..

MFG
 
Kölsche_Jung
06 Mar 2012 14:57
 
 
Also zumindest stimmt das bis K7. Bei meiner sieht das ganze bisschen anders aus, und durch den Rahmen gefummelt, geht das schon gar nicht :(
 
Anonymous
20 Feb 2012 20:21
 
 
Hallo Leute,
tolle Anleitung, war bestimmt viel Mühe! Meinen Respekt!

Aber ich find die Anleitung ist etwas überflüssig denn man braucht gar nichts am Motorrad umzubauen oder abzuschrauben um die Gaszugdrossel zu befestigen oder zu entfernen!!!

Alles was man benötigt ist ein Inbusschlüssel!
Mit diesem kommt man Problemlos am Rahmen vorbei, an die kleine Inbusschraube!

Am besten Ihr stellt euer Motorrad einfach normal hin und kniet oder setzt auch davor! Natürlich auf die Seite wo die Fußschaltung ist.

Dann eine kleine Taschenlampe und einfach mal in den Rahmen hineinleuchten bis ihr hinter dem Gaszug die Drossel sehen könnt. Dann einfach mit der einen Hand unten durchgreifen und die Drossel halten und mit der anderen Hand am Rahmen vorbei mit dem Inbusschlüssel die Schraube lösen. Dann vorsichtig die Schraube mit Gefühl so rausziehen das sie auf dem Inbus stecken bleibt und dann koennt ihr die Drossel einfach mir der anderen Hand heraussnehmen!

Ich gebe zu beim ersten mal dauerts etwas, da man etwas Fingerspitzengefühl benötigt! Aber auch ich mit meinen "Wurstfingern" bekomme das hin! Hab beim ersten mal wegen dem Gefutschel ca. 15 min gebraucht!

Mitlerweile flutscht das bei mir in 1-2 min!!! Und das ohne nur Irgendwas am Motorrad zu entfernen!

Kleine Tipp von mir tauscht die Inbusschraube durch eine Kreuzschlitzschraube M5 aus. Ca. 10-15mm lang. Denn mit einem Kreuzschlitz finde ich das ganze noch leichter, denn ihr koennt besser etwas schräger ansetzen!!
 
Anonymous
17 Jul 2011 22:05
 
 
Super Anleitung vielen Dank!
Nachdem die Airbox ab war, habe ich die Drossel von der Seite mit einem langen Imbus entfernt. Ging auch sehr gut.
Nun habe ich allerdings mal eine doofe Frage, die Schraube, mit der die Drossel angeschraubt wird, hält doch nur die Drosselplatte oder?
Macht es einen Unterscheid ob Sie im entdrosselten Zustand des Motorrads ein oder ausgebaut ist? Habe sie nämlich bei mir nicht wieder reingedreht, bisher ist das Moped noch nicht auseinander gefallen^^
greetz
 
Anonymous
25 May 2010 12:30
 
 
Hey, super Thread, hätte nur eine Frage:

Muss ich die selbst eingebaute Drosselung bei einer Suzuki-Vertragswerkstatt abnehmen lassen oder geht das auch bei einer x-beliebigen Motorradwerkstatt?

Die nächste Vertragswerkstatt ist etwas weit entfernt :-/
 
Anonymous
29 Mar 2010 11:43
 
 
ja also das mit der weichheit der schrauben kann ich nur zustimmen bei mir ist die schraube mit der der gaswegbegrenzer festgeschraubt ist, so stark angezogen, dass ich das blöde ding sofort rundgemacht habe...
mal gucken, werde mich heute nochmal mim schraubendoktor daran wagen oder mir ne gripzange besorgen, wenn das alles nix wird, dann muss ich sie wohl doch mal in ne werkstatt bringen...
 
Anonymous
17 Apr 2009 12:09
 
 
halllo
bei mir in den papieren steht drinne leistugnsreduzier.durch einbau gaswegbegrenzers herst. alphatechnik, typ u. kennz.0656 U Drosselbl. in Ansaugstutzendurchm. 20mm pro ansaugkanal

wie entferne ich den zweiten teil der drossel?? bitte um PN danke
 
Anonymous
26 Mar 2009 11:07
 
 
Hab den Artikel leider zu spät gefunden, sonst hätt ichs bei mir selber gemacht :-(

Dafür hab ich jetzt eine zweite Variante!
Kühler weggklappen, untere Gaszug weg und man kommt mit ner Rätsche und nem Bit hin!
 
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