Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???


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FabiWS
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Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#1

Beitrag von FabiWS » 31.07.2019 16:45

Hallo zusammen,

ich bin grad ein wenig geschockt, da mir ein Motorschaden per Ferndiagnose angedeutet wurde.

Zur Vorgeschichte...

Ich hab bei meiner 1000er K3 am Anfang der Saison brav einen Flüssigkeitenwechsel machen lassen. Mein Mechaniker des vertrauens hat anstelle des vorherherigen 10W40 Öls, 10W50 verwendet.

Nach der ersten Tagestour von knapp 700 km ist mir bei der Heimfahrt, auf der Autobahn, ein komischer Geruch aufgefallen (durschnittliches Tempo ca 150 - 160 Km/h auf ca. 150 km). Roch wie eine stinkende Kupplung beim Auto, da das Kupplungsgehäuse jedoch komplett geschlossen ist, wohl eher unwahrscheinlich. Das hat zumindest mein Werkstattmeister gesagt, als ich nach gehakt habe. Maschine verliert leicht Öl am Nehmerzylinder vllt von da auf den Krümmer getropft?

Am Tag nach der 700km Tour ist mir bei kurzer Fahrt ein Klackern und Quietschen aufgefallen, vorallem bei sehr langsamer Fahrt und auch gezogener Kupplung.

Als ich dann gestern wieder eine Tagestour von knapp 675 Km machen wollte, ist mir bei der Hälfte der Tour in der Ortschaft, dieses Quietschen erneut aufgefallen. Als ich dann den nächsten Pass gefahren bin war das quietschen immer noch zu hören. (Ich dachte erst an die Kette). Es kam mir aber so vor, als würde es vom Kupplungsgehaüse komm. Also habe ich die Kupplung gezogen und es kam ein kurzes Klackern hinzu, das ich auch leicht in den Fußrasten spüren konnte.

Mir ist dann aufgefallen, dass kein Öl mehr im Schauglas zu sehen war. Ich habe dann Öl nachgefüllt und der Maschine 20 min Pause gegönnt. Bei der Weiterfahrt keinerlei Probleme mehr. Am Ende der Tour hatte ich jedoch wieder eine leeres Schauglas.

Insgesamt habe ich knapp 400 ml Öl nachgekippt auf knapp 675 km.

Meine Frage, kann der erhöhte Ölverbrauch vom Wechsel von 10W40 auf vollsy. 10W50 kommen oder ist der Verbrauch normal bei so langen Touren ohne Pause (also nur zum Tanken)?? :O Oder deutet das wirklich auf einen Motorschaden hin? :cry:

Maschine fährt sich sonst einwandfrei, deswegen kann ich nicht glauben, dass sich ein Motorschaden anbahnt! Sie verliert ein wenig Öl am Nehmerzylinder, aber das ist ja nix neues bei der K3 und da kommen auch keine 400ml raus! :D

Was kann ich tun oder was sollte ich tun?

VG
Fabi

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#2

Beitrag von FabiWS » 31.07.2019 16:48

*ERGÄNZUNG

Ich habe bereits einiges gelesen von Steuerkette oder ausgeschlagenem Pleullager die Geräusche verursachen... Aber hat das was mit dem Ölverbrauch zu tun?

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Dieter
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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#3

Beitrag von Dieter » 31.07.2019 17:34

Ein paar Eckdaten zur Maschine wären gut. Ob 18.000 oder 80.000 gelaufen ist schon ein Unterschied

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FabiWS
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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#4

Beitrag von FabiWS » 31.07.2019 18:33

Als ich sie gekauft habe hatte sie 24.000 km runter, jetzt sind es knapp 34.000 km.

Ich jage sie auch nicht durchgehend und fahr sie die ersten 30 - 40 km warm.

Der Ölverlust am Kupplungsnehmerzylinder war schon ab Kauf, hat sich aber mit der Zeit verflüchtigt. Erst nach dem Wechsel des Öls ist er wesentlich stärker wieder aufgetreten.

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#5

Beitrag von Dieter » 31.07.2019 22:07

FabiWS hat geschrieben:
31.07.2019 18:33
Der Ölverlust am Kupplungsnehmerzylinder war schon ab Kauf, hat sich aber mit der Zeit verflüchtigt. Erst nach dem Wechsel des Öls ist er wesentlich stärker wieder aufgetreten.
Das eine hat mit dem anderen überhaupt nix zu tun.

Die Kupplung wird hydraulisch über Bremsflüssigkeit betätigt. Pumpe mit Behälter links am Lenker. Müsste dort weniger Flüssigkeit drin sein.

Und der Motor hat nen normalen Ölkreislauf.
Das bei 150km Autobahn Blaserei etwas mehr Öl verbraucht wird kann ja sein.

Um den Verlust im Kupplungskreis solltest du dich kümmern.

Wenn du die Ritzelabdeckung mal ab hast dann guck mal ob das vordere Ritzel fest ist. War zumindest bei den 650ern schon bei einigen lose.

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#6

Beitrag von FabiWS » 31.07.2019 23:13

Vielen Dank für den Tipp mit dem Ritzel, ich werd's mal überprüfen. Allerdings waren die Quietschgeräusche nachdem Öl nachkippen wieder weg... Vllt war das aber auch Einbildung, dass es vom Kupplungsgehäuse kommt.

Mit dem Nehmerzylinder habe ich mich vllt bissl blöd ausgedrückt. Dass das ein eigener Kreislauf ist wusste ich. Nur der Simmering, der die Stange, die vom Nehmerzylinder einmal komplett durch den Motorblock zur Kupplung geht, abdichtet, saut ein bisschen. Dadurch kommt Motorenöl nach außen. Aber das wird ja nicht der Grund für 400 ml Öl Verlust sein oder? :?

Hälst du den Wechsel von 10W40 auf 10W50 für die Möglichkeit des deutlich höheren Ölverbrauchs? Und durch die höhere Viskosität die Geräuschdämmung abgenommen hat?

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#7

Beitrag von Der58er » 31.07.2019 23:17

Was hat denn dein Mechaniker für ein Öl verwendet, Teilsynthetisch, Vollsynthetisch oder Mineralöl?

Als ich meine SV 1000 gekauft habe, hatte ich Probleme mit dem Getriebe, bzw. keine sauberes Trennen der Kupplung.
Nach den Unterlagen der letzten Wartung, wurde ein synthetisches Motorenöl verwendet.

Auf anraten meines Suzuki - Händlers, den ich nun schon seit den 80ziger Jahre kenne, habe ich einen Ölwechsel auf Mineralöl machen lassen.
Seit dem habe ich keine Probleme mehr.

Ich würde ggf. nochmal einen Ölwechsel vornehmen.

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#8

Beitrag von FabiWS » 31.07.2019 23:24

Ja er hat vollsyntethisches Öl verwendet und im kalten Zustand trennt die Kupplung auch eher weniger gut. Habe mir auch schon überlegt wieder auf teilsyntethisches 10W40 umzurüsten, da ich davor keinerlei Probleme hatte.

Sofern sich irgendein Motorschaden anbahnen sollte, müsste ich das ja beim erneuten Ölablassen erkennen können...

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#9

Beitrag von Der58er » 31.07.2019 23:32

Das mit meiner Kupplung ist ja nur ein Beispiel. Ich würde nicht erst warten bis sich ein Motorschaden ankündigt.
Ein erneuter Ölwechsel ist billiger als eine Motorreparatur.

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#10

Beitrag von FabiWS » 31.07.2019 23:37

Ja das stimmt natürlich. Ich meine nur, falls bereits irgendein Schaden entstanden sein sollte müsste ich den ja im Öl, durch beispielsweise Metallreste sehen können oder?
Würde nur gerne irgendwie einschätzen können wie ernst die Lage wirklich ist! :)

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#11

Beitrag von hannes-neo » 01.08.2019 1:08

Stimmt das Kettenspiel? Wenn die Kette zu stramm ist, jault das Getriebeausgangslager.
Star mich nicht so an, ich bin auch nur eine Signatur!

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#12

Beitrag von FabiWS » 01.08.2019 4:54

Nachdem das von der Werkstatt gemacht wurde, habe ich mir da keine Gedanken mehr drüber gemacht. Aber ich werde mir das dann auch mal gleich anschauen. Danke für den Tipp :D

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#13

Beitrag von motus » 01.08.2019 7:54

Ich habe schon öfters gelesen, dass ein Wechsel von teil- auf vollsynthetisches Öl kritisch sein kann, bei nem Motor, der schon ne Weile gelaufen ist. Erklärung war immer, dass Rückstände vom teilsynthetischen Öl feine Riefen o.ä. zugesetzt und so abgedichtet haben. Das vollsynthetische Öl wäscht dann diese Ablagerungen aus und es entsteht ein erhöhter Ölverbrauch. Inwieweit das zutrifft kann ich aber nicht sagen. Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass ein Kante Motor mit 34.000km schon soviel Riefen haben soll, dass sich das wirklich auswirken würde.

Was den Ölverlust am Kupplungsnehmerzylinder angeht: Bist du dir sicher, dass es sich um die bekannte Schwachstelle handelt und wirklich der Kuuplungskreis undicht ist? Bei der geringen Menge Flüssigkeit im System sollte auch eine kleine Undichtigkeit bereits relativ schnell zum Ausfall führen. Auf keinen Fall ist damit ein Betrieb über längere Zeit möglich. Wenn es da unten rumsaut, tippe ich eher darauf, dass an der Kupplungsdruckstange was undicht ist. Wenn man die rausziehen würde, würde ja auch Motoröl auslaufen. Ggfs. ist dort die Dichtung undicht. Wenn es zwischendurch besser war, kann es durchaus sein, dass Ablagerungen dort für Dichtigkeit gesorgt haben, die jetzt durch das andere Öl evtl. weggewaschen wurden.
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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#14

Beitrag von Dieter » 01.08.2019 10:15

motus hat geschrieben:
01.08.2019 7:54
...Was den Ölverlust am Kupplungsnehmerzylinder angeht: Bist du dir sicher, dass es sich um die bekannte Schwachstelle handelt und wirklich der Kupplungskreis undicht ist? .... ...tippe ich eher darauf, dass an der Kupplungsdruckstange was undicht ist.....
Hatte erschon oben geschrieben
FabiWS hat geschrieben:
31.07.2019 23:13
....Nur der Simmering, der die Stange, die vom Nehmerzylinder einmal komplett durch den Motorblock zur Kupplung geht, abdichtet, saut ein bisschen. Dadurch kommt Motorenöl nach außen.....

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Re: Vermutlicher Motorschaden durch hohen Ölverbrauch???

#15

Beitrag von Mr_Toni » 01.08.2019 10:20

So weit ich weiß gehört in die Susi Teilsynthetisch 10W-40 rein. Vollsynthetisches ÖL kann zu mehr Ölverbrauch führen, die höhere Warmviskosität + Vollsynthetisch lässt vermutlich deine Kupplung auf der Bahn leicht durchrutschen, was zu dem Geruch führt.

Ein Tipp: Mach da einfach das ÖL rein, welches dort reingehört.

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