Fest- vs. schwimmend gelagerte Bremssättel


Wie mach ich und wo bekomme ich was? Was ist gut und günstig?
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Knubbler
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Fest- vs. schwimmend gelagerte Bremssättel

#1

Beitrag von Knubbler » 04.09.2017 15:17

Mal ne doofe Frage, aber inwiefern unterscheidet sich die Bremskraft von Fest und schwimmend gelagerten Sätteln? Und vorallem warum? Hab da grade mal drüber nachgedacht und bin zu keinem Ergebnis gekommen :) empty
Bitte um Aufklärung. Mein Gedanke, bei selben Belägen mit der selben Auflagefläche, selben Kolbendurchmesser und selben Bremsdruck, muss auch die selbe Bremsleistung anliegen. Oder irre ich mich?

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Pat SP-1
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Re: Gabelumbau - SV2016

#2

Beitrag von Pat SP-1 » 04.09.2017 15:20

Macht es nicht einfach der Effekt, dass Du üblicherweise bei Festsätteln 4 oder 6 statt 2 oder 3 Kolben hast (deren Durchmesser üblicherweise etwa gleich ist)?
Habe mir jetzt allerdings auch keine Gedanken über die Hydraulik dahinter gemacht.

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Re: Gabelumbau - SV2016

#3

Beitrag von Knubbler » 04.09.2017 15:30

Wenn man die Hydraulik verändert, kann ein 1 Kolben genauso fest wie ein 6 Kolben Sattel Bremsen. Nur die Wärme Entwicklung, Verteilung und Abfuhr verändert sich.

Ich höre bloß öfters "Brauchste mehr Bremsleistung? Bauste Festsättel ein!" und ich verstehe nicht warum.

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Re: Gabelumbau - SV2016

#4

Beitrag von Pat SP-1 » 04.09.2017 15:38

Knubbler hat geschrieben:Ich höre bloß öfters "Brauchste mehr Bremsleistung?
Das ist ja auch schon verkürzt. Die Bremsleistung ändert sich sowieso nicht. Die ist dadurch limitiert, dass entweder das Vorderrad blockiert oder sich das Motorrad überschlägt. Auch mit der Serienbremse der SV geht je nach Grip-Bedingungen das eine oder andere. Man muss allerdings zulangen wie ein Ochse.
Eine stärkere Bremsanlage bringt eine geringere Handkraft und dadurch eine bessere Dosierbarkeit (und bei besserer Wärmeabfuhr (die wahrscheinlich zum größten Teil von der Größe der Scheiben abhängt) eine bessere Standfestigkeit bei starker Belastung). Da kommt dann aber wie von Dir angesprochen das ganze Hydrauliksystem ins Gespräch.

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Re: Gabelumbau - SV2016

#5

Beitrag von Kolbenrückholfeder » 04.09.2017 15:55

Knubbler hat geschrieben:Wenn man die Hydraulik verändert, kann ein 1 Kolben genauso fest wie ein 6 Kolben Sattel Bremsen. Nur die Wärme Entwicklung, Verteilung und Abfuhr verändert sich.
Ich höre bloß öfters "Brauchste mehr Bremsleistung? Bauste Festsättel ein!" und ich verstehe nicht warum.
Theoretisch ist deine Annahme richtig. Da ist aber noch das Gleiten auf dem Stift. Ich denke da geht auch Leistung verloren. Zudem werden Festsättel scheinbar steifer konstruiert, da die Teile mehr kosten dürfen.
Der SV-Sattel weitet sich auf, ebenso verbiegt sich elastisch der Halter der/s BremsPumpe/Hebel.
Zuletzt geändert von Kolbenrückholfeder am 04.09.2017 21:35, insgesamt 2-mal geändert.
Linke Hand zum Gruß.
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Re: Gabelumbau - SV2016

#6

Beitrag von Knubbler » 04.09.2017 16:11

Also die Stifte sind eher eine Art Nachsteller bei Verschleiß, da gleitet im Normalbetrieb nichts hin und her, daher auch kein Verlust. Eher der Vorteil, dass auch leichte Schrägstellung von Teilen im System ausgeglichen werden, das kann der Festsattel nicht. Die Steifigkeit eines einteiligen Schwimmsattels würde ich auch höher bewerten als ein Zweiteilig geschraubter Festsattel im Punkto Aufbiegen. Also wo liegt der Vorteil?

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Re: Gabelumbau - SV2016

#7

Beitrag von Kolbenrückholfeder » 04.09.2017 17:41

Es muss gleiten, sonst läge der innere Belag immer an. Es sind nur wenige 1/100mm Weg, die Krafteinleitung bei den Stifte geschieht nicht konzentrisch. Und das sind recht großzügige Gleitpassungen die als Widerlager dienen. Außerdem müssen die beiden einseitigen Kolben den doppelten Weg zurücklegen um die Klötze anzulegen.

Beobachte mal die SV-Bremse ....
Linke Hand zum Gruß.
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Re: Gabelumbau - SV2016

#8

Beitrag von guzzistoni » 04.09.2017 18:50

Interessante Diskussion, die hier nicht am richtigen Platz ist.
Mach doch ein Thema dazu auf.

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Re: Gabelumbau - SV2016

#9

Beitrag von Knubbler » 04.09.2017 19:53

Finde ich auch, Moderator bitte walte Deines Amtes :D

Also dass sich der Sattel ein klein wenig auf den Stiften bewegt ist ja Voraussetzung für die Funktion, sonst würde sich ja nie etwas nachstellen. Wie Du sagst sieht man sogar leicht die Bewegung des ganzen Sattels wenn man bremst. Ich würde aber sagen die Beläge legen sich in dem Moment eben maximal möglich an die Scheibe an.
Und das ist genau der Moment den ich beleuchten möchte. Wenn bei beiden Sättel Typen der Hebel gezogen wird bis zum Druckpunkt und Kraft X, dann herrscht in beiden Sätteln der gleiche Druck Y auf die Beläge. Sind diese Plan eingeschliffen, dann entsteht doch die selbe Bremskraft (minus Aufbiegung der Sättel) oder?

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Re: Gabelumbau - SV2016

#10

Beitrag von guzzistoni » 04.09.2017 19:57

Markus, du musst mal die Hand an den Bremssattel legen, richtig anfassen und dann von jemandem die Bremspumpe betätigen lassen, da merkst du wieviel Bewegung da im System ist.
Mit der Bewegung verlierst du Kraft und vor allem Dosierbarkeit.

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Re: Gabelumbau - SV2016

#11

Beitrag von grosSVater » 04.09.2017 20:09

Knubbler hat geschrieben:Finde ich auch, Moderator bitte walte Deines Amtes :D
Gewaltet :mrgreen:
Gruß
Michael
R.I.P Heinz 11.03.1944 - 23.05.2016

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Re: Gabelumbau - SV2016

#12

Beitrag von Beta-Zonk » 04.09.2017 21:47

[quote="guzzistoni"
Mit der Bewegung verlierst du Kraft und vor allem Dosierbarkeit.[/quote]

Und je älter und Klappriger die Gleitstifte/ Führungen sind, um so schwabbliger wird das gefühl beim Bremsen.

Festsättel haben dieses Problem nicht,da müssen sich nicht erst irwelche Gleitstifte Final verkanten.
Welches der einzige Grund war weshalb ich Festsättel haben wollte.
Ich Hasse halt Wackelige Bremszangen .

Die Bremsleistung an sich wird zwischen Fest- zu Schwimmsätteln so dramatisch unterschiedlich nicht sein.
Zumindest eine gewisse zeitlang,
denn ich bin der auffassung das Festsättel die entstehende Wärme deutlich besser abführen.

Nimm mal eine Uralt Bremszange, zb. von einer Luftgekühlten RD 250,oder eine alte Brembo 08 und kombinier diese mit Modernen Bremsscheiben,
für den Normalo Bremst das vorzüglich. ! Taugt nur nicht vor der Eisdiele. Da müssens dann schon so bekloppte sachen wie 6 oder 8 Kolbenzangen sein, welches eine reine modeerscheinung war und daher nur noch im Streetfighterbereich anzutreffen ist.

Zu der zeit als die leute nach besseren bremsen schrien,und man dann die "Multikolbenzangen " erfand, war in den Bremsscheiben noch ein hoher Chromanteil welcher wohl für die teils schlechten Bremsleistungen verantwortlich war.

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Re: Fest- vs. schwimmend gelagerte Bremssättel

#13

Beitrag von guzzistoni » 04.09.2017 22:28

Die Reibpaarung Scheibe Belag spielt eine große Rolle. Daher waren auch die Graugussscheiben von Brembo den "Chromscheiben" lange Zeit überlegen.
Festsattel ist einfach steifer als Schwimmsattel. Noch steifer sind Radialsättel, gefolgt von den einteiligen Sätteln.
Der Druck in einer normalen SV Bremsanlagen wird auch nicht viel anders sein als in der Moto GP, aber die Kraft und Dosierung ist völlig anders.

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Re: Gabelumbau - SV2016

#14

Beitrag von Knubbler » 04.09.2017 22:32

guzzistoni hat geschrieben:Markus, du musst mal die Hand an den Bremssattel legen, richtig anfassen und dann von jemandem die Bremspumpe betätigen lassen, da merkst du wieviel Bewegung da im System ist.
Mit der Bewegung verlierst du Kraft und vor allem Dosierbarkeit.
Das was Du beschreibst hab ich bildlich vor Augen. Hab schon mal die Hand auf den Sattel gelegt und man fühlt richtig wie er sich windet wenn man am Hebel zieht. Jedoch möchte ich dazu nochmals kurz mein Verständnis schildern und bin offen dafür wenn es mir jemand dann klarmachen kann wie es tatsächlich ist.
Also aus technischer Sicht ist der schwimmende Sattel "freifliegend" als hätte man ihn gerade selbst in der Hand und würde ihn über der Bremsscheibe halten. Zieht man jetzt am Hebel richtet sich der Sattel alleine nach den Bremsbelägen an der Scheibe aus, er ist bei vollem Druck sozusagen perfekt fluchtend (Eigenbiegung ausgenommen) und von den Stiften nicht beeinflusst (Außer dieser würden grob schief sitzen). Diese kommen erst bei der Bremsung während der Fahrt zum Tragen, indem sie das erzeugte Bremsmoment ins Fahrwerk einleiten.
Das ist der Grund weshalb ich bisher der Meinung war, man würde auf einem Bremsenprüfstand bei gleicher Handkraft eigentlich keinen nennenswerten Unterschied sehen.
Viel eher haben zweiteilige Sättel ein größeres Problem mit Biegung, da die Schrauben unweigerlich elastisch gekängt werden beim Bremsen.

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Re: Gabelumbau - SV2016

#15

Beitrag von Beta-Zonk » 04.09.2017 22:48

Knubbler hat geschrieben: Viel eher haben zweiteilige Sättel ein größeres Problem mit Biegung, da die Schrauben unweigerlich elastisch gekängt werden beim Bremsen.
In der Praxis ist das aber kein Problem.Es ist halt nur einer von vielen punkten der den "Druckpunkt" beeinflusst.
Manche wechseln die serienschrauben gegen 12.9er . Der Glaube versetzt halt Berge

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