ich brauche eure Hilfe.
Problem:
Die Maschine lief letzten Donnerstag zur TÜV-Prüfung tadellos und hat natürlich ohne Mängel bestanden. Ein paar Stunden später wurde sie erneut bewegt (ca. 50 Meter) – ebenfalls ohne Probleme.
Vier Tage später wollte ich die Maschine wieder starten – leider ohne Erfolg. Mit kurzer „Zwangsbeatmung“ per Bremsenreiniger lief sie dann so lange, bis sie ca. 70 °C Wassertemperatur erreicht hatte. Man konnte ganz normal Gas geben, und die Leerlaufdrehzahl lag bei etwa 1600–2000 U/min.
Dann ging sie schlagartig aus. Seitdem springt sie nicht mehr an bzw. geht sofort wieder aus. Der Anlasser dreht, und die Spritpumpe macht auch Geräusche.
Im Diagnosemodus wird -C00 angezeigt, also kein Fehler.
Daraufhin haben wir so ziemlich alles kontrolliert:
Beide Zündkerzen haben Funken
Motor hat 9–9,5 bar Kompression auf beiden Zylindern
Spritpumpe läuft hörbar
Spannung liegt an den Steckern der Einspritzdüsen an
Einspritzdüsen sind neu
Frischer 102-Oktan-Sprit ist im Tank
Killswitch steht korrekt
Kupplungsschalter kann ausgeschlossen werden
Batterie wurde zusätzlich mit einer Autobatterie überbrückt
Gaszug ist korrekt verlegt
Wasserablaufloch im vorderen Zylinder ist frei
Kurz gesagt: Die Maschine will einfach nicht mehr anspringen.
Für mich wirkt es so, als würde kein Sprit mehr (oder zum falschen Zeitpunkt) eingespritzt werden.
Besonders merkwürdig: Ich habe zunächst aus beiden Düsen einen feinen Benzinnebel gesehen – dann plötzlich nicht mehr, später nur noch am hinteren Zylinder. Wir haben sogar die komplette Einspritzanlage im Ultraschall gereinigt, also sollten alle Leitungen frei sein.
Zum Motorrad:
Es handelt sich um eine SV 650S, Baujahr 2003. Vor dem TÜV-Termin lief sie zuletzt 2008 in Berlin. Sie hatte also eine sehr lange Standzeit, vermutlich sogar im Freien.
Zur Fehlereingrenzung wurden bereits viele Teile erneuert:
Beide Zündkerzen
Airbox inkl. Filter
Einspritzdüsen
Batterie
Einspritzanlage
Steuergerät
Tank
Spritpumpe
Zündspulen
Gleichrichter
Zusätzlich wurde festgestellt, dass das Kabel am Diagnosestecker vor dem Kauf sauber durchtrennt wurde – für mich ein klarer Fall von arglistiger Täuschung. Es wurde uns einiges verheimlicht. Rostlöcher im Tank waren z. B. einfach mit Stickern überklebt.
Außerdem war ein Kabel an der hinteren Zündspule beschädigt (Isolierung defekt).
Im Heck liegt zudem ein Kabel, auf dem bei eingeschalteter Zündung 12 Volt anliegen. Vermutlich hat ein Vorbesitzer dort etwas angeschlossen (z. B. Kennzeichenbeleuchtung o. Ä.).
Wir haben bereits viele Stunden in den Wiederaufbau investiert und wollen jetzt auf den letzten Metern nicht aufgeben.
Zu mir:
Ich habe 2018 meine erste SV gekauft und seitdem eine große Leidenschaft für diese Motorräder entwickelt. Ich habe bereits einiges selbst geschraubt. Der bekannte grüne Stecker unterm Tank ist mir ein Begriff – da die Maschine aber Strom bekommt, würde ich ihn aktuell ausschließen.
Ich hatte bereits fünf Suzuki SVs, teils für mich selbst, teils zum Wiederaufbau für andere. Unter anderem habe ich eine SV 1000 mit einer GSX-R 750 K4-Gabel umgebaut, die ich aktuell als Trackbike nutze.
Ich bin kein gelernter Zweiradmechaniker, habe aber durchaus Erfahrung und hoffe, dass jemand von euch einen entscheidenden Hinweis hat.
Persönliche Einschätzung:
Eigentlich kann es nur noch ein Kabelbruch oder ein Fehler sein, der die Einspritzdüsen am Einspritzen hindert.
Was mich besonders wundert: Die Maschine ist plötzlich ausgegangen und springt seitdem gar nicht mehr an.
Vielleicht noch hilfreich: Im kalten Zustand hatte sie ein normales Standgas bei ca. 1600 U/min. Nach kurzer Zeit stieg die Drehzahl auf etwa 2200–3000 U/min.
PS:
Wer den entscheidenden Tipp liefert, bekommt von uns eine Kiste Bier.