Anleitung und Erfahrung: LACKIEREN, fast perfekt.


Wie mach ich und wo bekomme ich was? Was ist gut und günstig?
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Kempoka100


Anleitung und Erfahrung: LACKIEREN, fast perfekt.

#1

Beitrag von Kempoka100 » 21.08.2004 20:57

Hier sind die Bilder meines lackierten Babys:

http://www.pixum.de/viewalbum/?id=1429660

Einleitung:
Ich habe mir mal gedacht, da die Threads über das Lackieren recht durcheinander sind, versuche ich einen Allround-Thread zum Thema lackieren zu schreiben.

Ich hatte erst an allen Stellen blaue Folien, diese habe ich aber wieder entfernt, weil diese nicht kranzfest sind, man müsste 3M Schutzfolien draufkleben, was den Glanz vermindern und die Optik verschlechtert.
FRAGEN ZU FOLIEN KLEBEN UND KAUFEN: kempoka100@t-online.de

Kauf:
1. In einem Fachgeschäft (z.B. Tip Auto in Berlin) kaufen.
- Lackdosen: (viele tausend Farben möglich); brauchte selbst für die Lackierung 4-5 Dosen mit 400ml. Gleich min. einen Lackstift in der Farbe mitkaufen.
- Klarlack (2x 400ml): (den besten den es gibt, den bei deisem Lack sollte man nicht sparen. Sorgt für Glanz, Schutz und Haltbarkeit.
- Schleifpapier: (evtl. manuell oder via Maschine; P80 und P480 oder noch feiner)
- Klebeband: Wählt das Richtige, denn die Ränder müssen auch unter einem Lichtmikroskop noch glatt geschnitten sein.
Grund: Sonst erkennt man im Detail, dass die Übergang von blau auf silber nicht geradelinig ist.
- Folie (20qm²): zum Schutz der nicht lackierten Teile.
- billiges Klebeband: Das Teil mit der Folie muss ja verpackt werden.
- Poliepaste: Besitzt feine Schleifpartikel zum glatt schleifen, des ausgehärteten Klarlackes.
- Wachs: Poliewachs, zum verschönern.
- Kunststoffvermittler (400ml) : Sorgt dafür, dass der Lack optimal auf dem Kunststoff hält.
- Mund- und Nasenschutz: Wenn man einige Stunden mit Lacken arbeitet, ohne sich nicht die Atemwege schützt, bekommt nicht nur euer Darm Probleme: Durchfall, Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenschmerzen. Um nur einige zu nennen.
- uni. Verdünner: zum Entfernen von Lack.
- Klarlackstift: fehlender Teil zum Lackstift

Vorbereitung:
0. Es geht alles nicht an einem Tag...das ist sicher...
1. Nicht die Natur wählen als Lackierer.
- Umweltschäden
- Kleinste Staubpartikel, Haare, Blätter, Tiere können am Lack haften bleiben, später 100% sichtbar.
2. Alles bereit stellen.
3. Lack min. 2-3 Minuten schütteln.
4. Folie auf dem Boden ausbreiten.
5. Mund- und Nasenschutz aufsetzen.

Procedere:
0. Teile zum Lackieren ausbauen, von Schrauben, Klammern entfernen.
1. Umgebung der Lackierende Stellen sehr sehr sorgfältig abkleben.
2. Die orginal Lackschicht abschleifen. Erst mit P80 Schleifpapier und dann mit P480 Schleifpapier. Gleichmäßigkeit ist das Ah und Oh.
3. Dreck und Staub entfernen (mit Seife)
4. Fett entfernen (mit Silikonentferner)
5. evtl. nach schleifen
6. evtl. säubern
7. Abgeklebte Ränder kontrollieren. Durch das Abschleifen kann das Klebeband sich gelöst haben.

7a. Weil man es nie perfekt gleichmäßig abschleifen kann, Kunststoffvermittler in jedem Fall auf die gesäuberten abgeschliffenen Stellen (die Schicht darf nur sehr dünn sein. Stichwort: Einnäbeln)
Ich rate dies. Es ist die kleinste Investition, zeitlich und finanziell, um sich viel Arbeit zu ersparen.

Es kann passieren, dass einige Stellen bis auf den Kunststoff runtergeschlieffen sind, dann wellt sich später der Lack, was sehr ärgerlich ist.
Den dann darf man den abspachteln, Spachtelpaste benutzten etc.
Die Erfahrung habe ich leider gemacht, ist aber kaum sichtbar, weit es der unterste Teil der Unterverkleidung ist.

8. Von 20-25cm Entfernung den Lack draufsprühen
Nasenvermeidung:
- Abstand einhalten
- eine gewisse Farbintensität gleichmäßig draufsprühen und einige Minuten warten, dann weiter sprühen.
9. nach 20-30min. den Klarlack (nach 2-3 min. schütteln, Härter sollte enthalten sein) sprühen. Keine dicken Schichten
10. nach 5 Minuten, die zweite Schicht Klarlack.
11. Min. 4-5 Stunden warten. Nicht mit dem Finger die lackiernen Stellen berühren, Fingerdrücke lassen sich in der Sonne wunderbar sichten.
12. Klebeband und Folien entfernen.
13. evtl. mit Verdünner Lack entfernen, der durch kleine Lücken auf den orignal Lack kam.
14. Mit allen Teilen die Lackiert werden sollen...[1-13]
15. Anbau der Teile erst nach min. 6-10 Stunden.

Ausbesserungen und Verschönerung
1. Die lackierten Teile haben nun an manchen Stellen kein perfekten Übergang. Auch wenn es mir niemand glaubt, aber es wir passieren, egal wie sauber ihr geklebt habt. Umso besser geklebt, umso weniger jetzige Arbeit, d.h. mit dem Lackstift "nachzeichnen". Klebt dabei unbedingt die orignal mit kleinen Streifen Klebeband ab.
2. Poliepaste erst nach mit 24 Stunden Aushärtung benutzen. Leicht auftragen, und die Stellen einreiben, dann polieren bis es glänzt.
3. Mit einem Lappen über die Stellen gehen, die poliert werden, weil in Lackunebenheiten, kann sich die Polierpaste verankern und helle Stellen verursachen. Mit dem Lappen wüscht man die einfach weg.
4. Mit dem Wachs schützt man den lack. Einsprühen und die Stellen damit behandeln.

Freuen

Extra
Airbrushset: Wer zuviel Geld hat, kann sich gerne so etwas kaufen, damit geht es gründlicher und einfacher. Wer das Geld hat.
Tank: Der Tank muss mit einem anderen Klarlack eingesprüht werden. Problem lösen durch Folien oder anderen Klarlack.
Polierpaste: Damit lassen sich verwitterte Stellen an Lack und auch am Scheinwerfer entfernen.


Fragen, Verbesserungen, Korrekturen und Hilfe: kempoka100@t-online.de

Fragt lieber bei mir nach, als wenn ihr einen dummen Fehler macht.
Zuletzt geändert von Kempoka100 am 30.08.2004 21:51, insgesamt 1-mal geändert.

bswoolf
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#2

Beitrag von bswoolf » 22.08.2004 13:24

geil :) grins

hast du tips bzgl. matte klarlacke? ist es denkbar, vorhandene farbige lackierungen in matt "umzuwandeln". wie empfindlich ist das dann, usw. ?

Lazareth


#3

Beitrag von Lazareth » 22.08.2004 14:54

ich muss noch eins hinzufügen, das ich nie wieder mit der spraydose lackieren werde, bei mir ist das nie was geworden.
ich habe mir nun lack in der dose von Spieß & Hacker gekauft, und man merkt sofort den unterschied, die verarbeitung ist viel viel einfacher, und das ergebnis ist am ende auch besser. also wer die möglichkeit hat, sollte auf "teureren" lack umsteigen, ich halt nicht viel von dem baumarkt lack und dem spritzsystem.

Kempoka100


#4

Beitrag von Kempoka100 » 22.08.2004 19:15

@Lazareth: Wie funktioniert das dann, habe widerrum damit keine Erfahrungen? Dann geht man aber bald in die Kosten, so als wenn der Lackierer (ohne Vorarbeiten), das machen würde oder?

@bswoolf:
ICh verstehe die Frage nicht ganz, um dir helfen zu können.
Meinst du matte Lacke oder wirklich matte Klarlacke?
Oder meinst du einfach matte Lacke, die keine Effektpartikel enthalten?

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Aldo
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SVrider:

#5

Beitrag von Aldo » 22.08.2004 19:50

von weitem sieht es sehr gut aus! :) grins
und dein Beschreibung ist was fürs Handbuch!

aber nach Säääß und Schnitte schon wieder in blau/silber! :roll:
1992 Rinderwahn,
1999 Weltuntergang nach Nostradamus,
2000 Millenium-Bug,
2002 SARS,
2005 Vogelgrippe H5N1 Virus,
2009 Schweinegrippe H1N1 Virus,
21.12.2012 Weltuntergang im Maya-Kalender,
2014 Ebola,
2020 Corona auch überlebt

Lazareth


#6

Beitrag von Lazareth » 22.08.2004 20:26

Kempoka100 hat geschrieben:@Lazareth: Wie funktioniert das dann, habe widerrum damit keine Erfahrungen? Dann geht man aber bald in die Kosten, so als wenn der Lackierer (ohne Vorarbeiten), das machen würde oder?
jopps, genau so, kompressor ran, spritzpistole ran, farbe einfüllen und los spritzen, gibt wirklich das beste ergebnis, ich wollts auch nie glauben, jedoch ist es auch (zeit)aufwendiger.

Kempoka100


#7

Beitrag von Kempoka100 » 22.08.2004 21:26

@Aldo:
An wenn muss ich das "Handbuch" schicken, damit es immer präsent sein kann und es eingestellt werden wird, um anderen ein kleinen Denkanstoß zu setzen...

MAX03


#8

Beitrag von MAX03 » 29.08.2004 20:56

Ach Kempoka dann warst du das also neulich in Berlin Zehlendorf an der Ampel (Shelltankstelle vor Düppel) neben mir. Hab mich schon gewundert, wer sone schicke Sv fährt.

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