PhrEaT hat geschrieben:
Ich baue kein Vertrauen zum Reifen (MEZ4) auf da ich keine Ahnung habe wie sich dieser bei größerer Schräglage, auf nasser Fahrbahn oder im Grenzbereich (weiss ja netmal wo der anfängt) verhält. Ich eiere somit um die Kurven, dass ist nicht mehr schön. Da bleibt der Spass doch etwas auf der Strecke
Üben, üben, üben. So schlecht ist der Z4 nicht, aber in deinem Fall wahrscheinlich sogar schon vom Vorbesitzer total eckig gefahren.
Dummerweise ist es jetzt nicht unbedingt mehr die Zeit nochmal Schräglagen zu üben. Der Nass- und Kaltgrip des Z4 ist nämlich nicht gerade vertrauenerweckend. Ich würde die Übungsstunden auf nächstes Jahr verschieben, oder darauf hoffen, dass der Oktober nochmal schön wird.
Dann aber sofort in ein nahegelegenes Industriegebiet mit Kreisverkehr und üben bis der Arzt kommt.
Desweiteren musste ich bisher nur zweimal etwas kräftiger die Vorderradbremse betätigen (auf der Autobahn). Da alles Original ist tauchte die SV auch ziemlich gut ein und das Heck wurde, für mich, vergleichsweise beängstigend leicht.
Auch hier: ÜBEN!
Soch dir eine wenig befahrene Nebenstrasse und übe Bremsen. Taste dich langsam an deinen Bremspunkt ran, bis du angstfrei kleine Stoppies schaffst. Dann erschrickst du auch nicht mehr, wenn dir sowas im ALltag passiert.
Ausserdem meide ich die Hinterradbremse soweit wie möglich seitdem ich einmal etwas zu kräftig reingetreten bin und sich das Mopped leicht querstellte.
Na ist doch nicht weiter schlimm.
Wenn sich die Mopete hinten etwas querstellt macht das nix. Bremse kurz lösen und schwupp ist sie wieder gerade.
Intergriere das in deine Bremsübungen.
Fahre so mit 30-40km/h und gehe hinten gut in die Eisen. Wenn das Hinterrad blockiert, lass es blockieren bis es dir dabei unwohl wird. Anschließend Bremse wieder lösen. Dabei, wie beim Bremsen mit der Vorderhand, auf Körperspannung achten, sonst bricht sie dir hinten zu weit aus und du landest möglicherweise noch auf der Nase.
Du wirst sehen, wie du von mal zu mal weniger Angst vor nem blockierenden Hinterrad haben wirst. Irgendwann kommt der Punkt an dem es anfängt Spass zu machen und du mitleidvoll auf deinen rauchenden Reifen schaust. Ist aber nicht weiter schlimm - es ist nur ein Z4.
Gibts ne Möglichkeit die hintere Bremse zu entschärfen dass sie nicht gleich so hart zupackt? Oder hab ich einfach immernoch kein Gefühl für diese gefunden. Ich kann mit den Motorradstiefeln nicht kontrollieren wie stark ich schon auf der Bremse stehe.
Du könntest es mit weicheren Bremsbelägen versuchen, dass die Bremswirkung nicht so aggressiv einsetzt. Auch den Winkel des Bremshebels kann man minimal verstellen - das hilft schon etwas.
Für das Gefühl hilft aber nur Üben!
Thx falls ihr für mich

ein paar gute Tips habt.
Ich hätte noch ein paar Tips, die dir und deiner SV ein gutes Sicherheitsplus bieten können.
- zieh dir andere Reifen auf
Irgendwas mit besserem Nass- und Kaltgrip, also alles ausser Z4 oder Contiforce. Scheue auch nicht davor zurück, dir einen ausgewiesenen Sportreifen zu kaufen. Durch die sehr spitze Kontur und die weiche Mischung fällt vorallem im Kopf die Angst vor der Schräglage. Ausserdem lenken diese Reifen sehr leicht ein. Ich persönlich halte den Z4 für einen sehr schlechten Reifen für Anfänger. Durch sein aussergewöhnliches Fahrverhalten (Kippelkante, mieser Grip bei schlechtem Wetter, etc.) hilft er nicht wirklich, Vertrauen aufzubauen.
-Stahlflex-Bremsleitungen (wenigstens vorne)
Bei dem Alter deiner Maschine sind die Bremsleitungen spätestens nächstes Jahr fällig. Bester Zeitpunkt voll auf Stahlflex umzurüsten. Ist m.W. sogar billiger als die originalen Gummileitungen von Suzuki.
Durch den klaren und fest definierten Druckpunkt musst du nicht bei jedem Bremsvorgang das Bremsen neu lernen, sondern dein Druckpunkt ist immer an derselben Stelle. Auch nach mehreren heftigen Bremsungen.
Die Bremse wird zwar spürbar etwas giftiger, aber das ist unkritisch, da du immer genau weisst, ab wo die Bremse giftig wird. Dich überrascht also nichts mehr.
Die regelmäßigen Bremsübungen ersetzt das natürlich nicht.
Noch ein ganz wichtiger Tip:
Besuche einige Fahrsicherheitstrainings!!!!! (da kann man gar nicht genug Ausrufezeichen hinsetzen)
Dieses Jahr wird's vielleicht etwas schierig noch einen Veranstalter zu finden, aber im Frühjahr geht's wieder richtig zur Sache.
Solche Trainings kosten i.d.R. zwischen 40 und 100 Euro pro Tag und sind durch nichts aber auch gar nichts zu ersetzen.
Bevor du also irgendwelche Investitionen an deinem Motorrad denkst, steck das Geld lieber erstmal in deine Fahrerfahrung.
Auf Fahrsicherheitstrainings bekommst du auch viele gute Tips, wie du ausserhalb des Trainings weiter an dir arbeiten kannst. Du lernst dort neben vielen Standardsituationen auch den spielerischen Umgang mit deiner Mopete.
Als Bettlektüre für die kommenden Winterabende empfehle ich "Die obere Hälfte des Motorrades" von Bernt Spiegel.
Das Buch selbst ist schon fast soviel wert wie ein Fahrsicherheitstraining.
Wenn du nämlich weisst warum du so verkrampft fährst, ist es sehr einfach für dich, diese Verkrampfungen wiederr zu lösen.
Dieses Buch gibt dir dazu das Handwerkszeug. Gut erklärte, praxisnahe Fahrphysik gepaart mit den Erfahrungen einen Psychologie-Professors, der selbst leidenschaftlicher Biker ist und mit Gewissheit nicht zu den Nasenbohrern gehört.
Ein besseres Buch gibt es einfach nicht.