Motor richtig behandeln


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Michael


Motor richtig behandeln

#1

Beitrag von Michael » 23.10.2004 14:30

Die aktuelle MO (11/2004) enthält IMHO einen sehr schönen Artikel dazu. Aus Copyright-Gründen halte ich mich mit Zitaten zurück und gebe stattdessen Teile des Artikels mit eigenen Worten wieder.
  • Neben dem Aufwärmen (8 - 10 km) ist Abwärmen des Motors auch sehr wichtig. Frühzeitig vor geplanten Stopps das Gas zurücknehmen, damit sich keine Hitzenester bilden.
  • Im Leerlauf warm laufen lassen ist nicht gut. Der Motor wird schneller warm und besser geschmiert, wenn man sofort losfährt (natürlich erstmal mit weniger Gas und Drehzahl).
  • Das Einfahren eines neuen Motors ist immer noch wichtig (so wie im Suzuki-Fahrerhandbuch beschrieben).
  • Häufige Kurzstreckenfahrten vermeiden. Wenn doch, dann aber häufiger das Öl wechseln (weil durch den fetten Kaltstartlauf mehr Benzin ins Öl kommt).

Q996


#2

Beitrag von Q996 » 23.10.2004 14:51

Mir hat der Artikel auch gut gefallen. Für Anfänger wirklich Basiswissen, für Fortgeschrittene mal wieder eine schöne Auffrischung.

Die aktuelle Motorrad ist dagegen ziemlich doof. Hab' mir mal so ein Miniabo bestellt, aber das werde ich sicher nicht fortführen. Lamborghini gegen MV, SV gegen Opel, 'ne BMW V8 Warze - das hat's nicht. Früher fand ich die motorrad irgendiwe besser, kann aber auch sein das ich inzwischen mehr zur MO, PS und Reitwagen Zielgruppe gehöre...

bye, Marcus

Christian


Re: Motor richtig behandeln

#3

Beitrag von Christian » 25.10.2004 13:29

SV Michel hat geschrieben:Die aktuelle MO (11/2004) enthält IMHO einen sehr schönen Artikel dazu. Aus Copyright-Gründen halte ich mich mit Zitaten zurück und gebe stattdessen Teile des Artikels mit eigenen Worten wieder.
  • Neben dem Aufwärmen (8 - 10 km) ist Abwärmen des Motors auch sehr wichtig. Frühzeitig vor geplanten Stopps das Gas zurücknehmen, damit sich keine Hitzenester bilden.
Stimme ich voll zu.
SV Michel hat geschrieben: [*]Im Leerlauf warm laufen lassen ist nicht gut. Der Motor wird schneller warm und besser geschmiert, wenn man sofort losfährt (natürlich erstmal mit weniger Gas und Drehzahl).
Stimme ich überhaupt nicht zu. DB-AG und Schifffahrt(da könnt ich glatt noch 2-3 f mehr rein schreiben :wink: ) sind sehr auf Verschleißminderung bedacht. Hier werden die Motoren stets erst laufengelassen bis sie warm sind und wenn machbar noch extern vorgewärmt. Da gabs mal ne Reportage zu, in Verbindung mit einer Erklärung des Kreuzgelenk im Kolben, um die Schabbewegung bei den Auf-und Abbewegungen des Kolben zu minimieren bzw. zu nullen.
SV Michel hat geschrieben: [*]Das Einfahren eines neuen Motors ist immer noch wichtig (so wie im Suzuki-Fahrerhandbuch beschrieben).
Natürlich, es sei denn man kauft sich ein Kfz, dass schon auf dem Prüfstand eingefahren wurde. (siehe Porsche)
Und entgegen vieler Meinungen ist die Einfahrphase natürlich nicht nach 1500 oder 2000km beendet (sondern bis dort nur grob) sondern erst nach ca. 15.000km. Ein Bericht in einer Moppedzeitung hat mal einen nach 12.000km zerlegten SV-Motor gezeigt und das daran erklärt...vieleicht hat den noch jmd.!?
SV Michel hat geschrieben: [*]Häufige Kurzstreckenfahrten vermeiden. Wenn doch, dann aber häufiger das Öl wechseln (weil durch den fetten Kaltstartlauf mehr Benzin ins Öl kommt).[/list]
Da hab ich gerade ne Denkblockade und versteh das nicht...
Das Benzin ist zwar mehr im Zylinder und wird event. nicht vollständig verbrannt aber wäscht doch nicht gleich den Ölfilm ab und wenn die Kolbenringe noch ok sind kommt auch wirklich kaum was in den Ölkreislauf.

mattis


#4

Beitrag von mattis » 25.10.2004 14:38

Moin,

ich fand den Artikel sehr interessant.

Da gibts nur ein Problem: Stichwort Händler/Werkstatt :?

Ich fahre meine Moppeds penibel warm.
Sehr penibel. Ich liebe meine Motoren.
Dazu keine übertriebene untertourige Last, extreme Höchstdrehzahl, etc.

Nur: Was hilft mir das, wenn der/die Händler das nicht macht/machen?

1. Testfahrt beim Zusammenbauen aus der Kiste
2. Testfahrten bei den Inspektionen
3. Testläufe bei Problemen (usw) im Stand (Stichwort: Diagnosegerät)


me

PS: Speziell das bei 3. konnte ich mir 2003 zusammen reimen, als die Kleine im Stand vom Suzuki-Werksmenschen gepflegt auf >8.000 gejubelt wurde. Ob sie vorher warmgelaufen ist? Das weiß nur Gott.

Kane


#5

Beitrag von Kane » 25.10.2004 16:00

@mebmer: aber einige wenigen ausnahmen werden ja dem ansonsten topp behandelten motor nicht wesentlich schaden, oder?

mattis


#6

Beitrag von mattis » 25.10.2004 16:04

Wollen wirs hoffen

Big R


Re: Motor richtig behandeln

#7

Beitrag von Big R » 26.10.2004 14:57

Christian hat geschrieben: DB-AG und Schifffahrt(da könnt ich glatt noch 2-3 f mehr rein schreiben :wink: ) sind sehr auf Verschleißminderung bedacht. Hier werden die Motoren stets erst laufengelassen bis sie warm sind und wenn machbar noch extern vorgewärmt. Da gabs mal ne Reportage zu, in Verbindung mit einer Erklärung des Kreuzgelenk im Kolben, um die Schabbewegung bei den Auf-und Abbewegungen des Kolben zu minimieren bzw. zu nullen.
Aber bei Bahn und Schiff sind das sind doch ganz andere Motoren. Das Problem beim warmlaufen lassen ist, dass ohne Drehzahl der Öldruck oft nicht ausreicht um die Nockenwelle auf Dauer genügend mit Öl zu versorgen - mit dem Ergebnis, das sie einläuft.
Bei einem Dieselmotor der sowieso die meiste Zeit nur knapp über Leerlauf betrieben wird, ist die Ölversorgung auch bei Leerlaufdrehzahl ausreichend dimensioniert.
Christian hat geschrieben:Da hab ich gerade ne Denkblockade und versteh das nicht...
Das Benzin ist zwar mehr im Zylinder und wird event. nicht vollständig verbrannt aber wäscht doch nicht gleich den Ölfilm ab und wenn die Kolbenringe noch ok sind kommt auch wirklich kaum was in den Ölkreislauf.
Bei kaltem Motor ist das Gemisch ja bekanntermaßen sehr fett. Das Ergebnis ist, dass Benzin nicht verbrennt, sondern verdunstet und anschließend an den noch kalten Zylinderwänden kondensiert, anstatt mit dem Abgas ausgestoßen zu werden. Da ein Zylinder ja nicht 100% plan ist (--> gehohnt), kann es am Kolbenring vorbeischlüpfen und vermischt sich dann mit dem Öl (Benzin und Öl mischt sich leicht). Ergebnis: Benzin im Öl. Wenn der Motor aber regelmäßig warm gefahren wird, sollte das kein Problem sein, denn dann verdunstet das Benzin aus dem Öl. Wird das nicht gemacht, kann es u.U. zum Motorschaden führen: Benzin schmiert nämlich nicht so dolle... ;)

Chinook_MUC


Re: Motor richtig behandeln

#8

Beitrag von Chinook_MUC » 26.10.2004 19:07

Christian hat geschrieben:
SV Michel hat geschrieben:Die aktuelle MO (11/2004) enthält IMHO einen sehr schönen Artikel dazu. Aus Copyright-Gründen halte ich mich mit Zitaten zurück und gebe stattdessen Teile des Artikels mit eigenen Worten wieder.
  • Neben dem Aufwärmen (8 - 10 km) ist Abwärmen des Motors auch sehr wichtig. Frühzeitig vor geplanten Stopps das Gas zurücknehmen, damit sich keine Hitzenester bilden.
Stimme ich voll zu.
SV Michel hat geschrieben: [*]Im Leerlauf warm laufen lassen ist nicht gut. Der Motor wird schneller warm und besser geschmiert, wenn man sofort losfährt (natürlich erstmal mit weniger Gas und Drehzahl).
Stimme ich überhaupt nicht zu. DB-AG und Schifffahrt(da könnt ich glatt noch 2-3 f mehr rein schreiben :wink: ) sind sehr auf Verschleißminderung bedacht. Hier werden die Motoren stets erst laufengelassen bis sie warm sind und wenn machbar noch extern vorgewärmt. Da gabs mal ne Reportage zu, in Verbindung mit einer Erklärung des Kreuzgelenk im Kolben, um die Schabbewegung bei den Auf-und Abbewegungen des Kolben zu minimieren bzw. zu nullen.
SV Michel hat geschrieben: [*]Das Einfahren eines neuen Motors ist immer noch wichtig (so wie im Suzuki-Fahrerhandbuch beschrieben).
Natürlich, es sei denn man kauft sich ein Kfz, dass schon auf dem Prüfstand eingefahren wurde. (siehe Porsche)
Und entgegen vieler Meinungen ist die Einfahrphase natürlich nicht nach 1500 oder 2000km beendet (sondern bis dort nur grob) sondern erst nach ca. 15.000km. Ein Bericht in einer Moppedzeitung hat mal einen nach 12.000km zerlegten SV-Motor gezeigt und das daran erklärt...vieleicht hat den noch jmd.!?
SV Michel hat geschrieben:
Kann ich so nicht bestätigen. Es steht nirgends geschrieben, wie das Einlaufprogramm der Proscheleutz ausschaut. Wo möglich ist das nur ein Funtiontest. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die das ganze Leistungskennfeld durchfahren... dauert zu lange. Ein hochdynamischer, kundenorientierter Einlauf dauert einfach zu lange. Das würde Stunden dauern. Ich habe mal gehört, dass Porsche ein Einlaufprogramm hat, wo bestimmte Lastpunkte im Kennfeld angefahren werden um Nenn-P und Nenn-M zu checken. Eingelaufen ist der Motor dann na klar noch nicht. Und entgegen der Aussagen vieler Automobilhersteller, man könne gleich voll zur Sache gehen... NEIN! Die Motoren "schleifen" sich durch Mikropartikel zunehmend ein. Erst recht bei den neuartigen Alusil-Zylindern. Macht langsam am Anfang mit dem Motor, gebt im ab und zu im warmen Zustand ne Leistungsspitze und er wird es auch lange danken.


[*]Häufige Kurzstreckenfahrten vermeiden. Wenn doch, dann aber häufiger das Öl wechseln (weil durch den fetten Kaltstartlauf mehr Benzin ins Öl kommt).[/list]
Da hab ich gerade ne Denkblockade und versteh das nicht...
Das Benzin ist zwar mehr im Zylinder und wird event. nicht vollständig verbrannt aber wäscht doch nicht gleich den Ölfilm ab und wenn die Kolbenringe noch ok sind kommt auch wirklich kaum was in den Ölkreislauf.

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EiWolf
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SVrider:

#9

Beitrag von EiWolf » 27.10.2004 20:15

Natürlich, es sei denn man kauft sich ein Kfz, dass schon auf dem Prüfstand eingefahren wurde. (siehe Porsche)
Wird heute schon jeder KFZ Motor aufn Prüfstand geschraubt?

Ich kann mir das nicht vorstellen, das z.B. jeder 1,9 TDI Motor im VW Konzern, der ja überall drinn ist aufn Prüfstand geprüft wird.


MFG
Wolfgang

Diverse Teile (Ausser Nockenwellen ;-)) eines SV 650 K3 Motors zu verkaufen - Bei Fragen einfach PN.

KaiservonChina


#10

Beitrag von KaiservonChina » 27.10.2004 21:58

Nein, Großsserien werden nicht auf dem Prüfstand kontrolliert - höchstens einzelne Stichproben. Aber bei kleineren Serien, wie Prosche eben, da kann man sich das noch erlauben :). Ich habe aber gehört und das ist auch logisch, dass nur die teureren Stücke getestet werden, nicht alle Boxer-Motoren. Wäre ja sonst auch viel zu viel.
cu

Chinook_MUC


#11

Beitrag von Chinook_MUC » 27.10.2004 22:03

eiwolf hat geschrieben:
Natürlich, es sei denn man kauft sich ein Kfz, dass schon auf dem Prüfstand eingefahren wurde. (siehe Porsche)
Wird heute schon jeder KFZ Motor aufn Prüfstand geschraubt?

Ich kann mir das nicht vorstellen, das z.B. jeder 1,9 TDI Motor im VW Konzern, der ja überall drinn ist aufn Prüfstand geprüft wird.


MFG
Wolfgang
Das hatte ich ein Posting darüber erläutert.
Es wird ein sog. Bandendetest gemacht, wo bestimmte Lastpunkte angefahren werden. Nenn-P & -M werden gemessen. Ferner wird der Motor mit Schwarzlicht beleuchet, das Öl hat ein Kontrastmittel intus... man will sehen on er sifft. Das ganze ding dauert ca. 20 min... zu kurz für einen Einlauf. Bei einigen Motoren werden auch nur sog. Kalttests gefahren. Das heisst, dass der Motor "geschleppt" wird, die Bänke/Bank wird nicht befeuert.
Aber schau halt mal einen höher...

CU

bswoolf
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#12

Beitrag von bswoolf » 28.10.2004 12:06

eiwolf hat geschrieben:
Natürlich, es sei denn man kauft sich ein Kfz, dass schon auf dem Prüfstand eingefahren wurde. (siehe Porsche)
Wird heute schon jeder KFZ Motor aufn Prüfstand geschraubt?

Ich kann mir das nicht vorstellen, das z.B. jeder 1,9 TDI Motor im VW Konzern, der ja überall drinn ist aufn Prüfstand geprüft wird.


MFG
Wolfgang
"schon" ist falsch formuliert. "nicht mehr" wäre richtig. früher war 100% hottest, ca. 5 min., bzw. einstelllauf für einspritzpumpe bzw. zündung. heute 100% kalttest ( schleppen ), mit absicherung über ca. 10% der motoren hottest ( ca. 5 min. ).

mototr3


#13

Beitrag von mototr3 » 28.10.2004 14:11

Warum genau ist untertouriges Fahren schlecht ?
Mein Gefühl sagt "no no no" zu zuniedrige Drehzahl doch erklären kann ich es nicht.

Chinook_MUC


#14

Beitrag von Chinook_MUC » 28.10.2004 17:40

...mhhh... genau kann ich das auch nicht sagen, aber ich denke die laufruhe ist ja abhäning von drehzahl. entsprechend verhält sich auch die maschinendynamik, aktio=reaktio, untertouriges fahren führt evtl zur bildung ungewünschter momente und kräfte und ist deshalb nicht gut für die mechanik. hört sich auch nicht gut an wenn die kolben auf der kurbekwelle rumhacken. ferner wäre zu überlegen was da gebau beim ladungswechsel passiert... ist ja heute alles appliziert. wer weiß schon wie die motronik darauf reagiert...
werd mal nen applikatuer fragen. antwort kommt demnächst!

Chinook_MUC


#15

Beitrag von Chinook_MUC » 28.10.2004 18:04

...im übrigen führt überwiegend untertouriges fahren (sprich in der teillast) zu verbrennungsrückständen. weil, ein benzinmotor ist i.d.r. quantitätsgesteuert, d.h. die sättigung des gemisches wird ausschließlich über die masse an luft geregelt, bei konstanter kraftstoffmenge. wenn man nun ständig größer lambda=1 (luft/kraftstoffgemisch stöchiometrisch ideal) fährt, führt das unweigerlich zu verbrennungsrückständen und somit zu eventuellen schäden. mal ordentlich den hahn aufreißen und die temperatur mal so richtig nach oben jubeln sorgt für einen sauberen brennraum und für weniger verschleiß. denn selbst ölkohle kann zu riefen in der laufbahn führen.
ich weiß nicht wie die laufbahnen von den suzis beschichtet sind, oder ob die überhaupt beschichtet sind. macht sich eventuell bemerkbar im verschleiß und bei den notlaufeigenschaften.

weiß jemand wie bei der sv1000 der grundmotor aufgebaut ist???

zu meinem vorherigen posting... "stottern" kann (!) auch zum abreissen des ölfilms führen.


greetz

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