Motorrad Lenken


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mototr3


Motorrad Lenken

#1

Beitrag von mototr3 » 28.10.2004 19:24

Hi,
ich wollte mal wissen wie ihr so das Mopped bei hoher Geschwindigkeit lenkt.
Mit Gewichtsverlagerung bzw Körpereinsatz lenkt sich das Mopped ab 60 km/h so langsam schwerer.
Bei ca.100 km/h und aufwärts tue ich es nur noch mit Lenker drücken und regle erst dann den einen oder anderen Neigungswinkel mit dem Körper.
Wie macht ihr das ? - andere Techniken ?
Könnte ich durch das Drücke mal auf den Grip am Vorderrad verlieren :) up ( besonders bei den Standardreifen von Dunlop bei der K3, die ich gar nicht vertraue).

:) sv Tr3,dererst3000kmErfahrunghat

Michael


#2

Beitrag von Michael » 28.10.2004 20:01

Ab - sagen wir - spätestens 40 km/h ist das Drücken gegen den Lenkergriff der einzige Weg, ein Motorrad effektiv zu lenken (wenn man nach rechts will, dann kurz rechts drücken). Manche ziehen auch am anderen Griff, aber das mache ich weniger.

Macht jeder so. Der eine bewusst, der andere unbewusst. Anders geht es gar nicht. Und wer es weiß, wie es geht, kann viel wirkungsvoller lenken.

Ich fahre manchmal Schlangenlinie, um das Gefühl für das Lenken zu verbessern und lockerer zu werden. Aber normalerweise nur, wenn kein oder kaum ein anderer in der Nähe ist. Polizei hat mich schonmal deswegen angehalten (hab' die zu spät gesehen). Der eine Polizist hatte Verständnis dafür, der andere nicht. Strafe gab's nicht. Sowas kann man gut auf einem leeren Parkplatz üben.

mototr3


#3

Beitrag von mototr3 » 28.10.2004 21:17

Yo SV Michel
ja, ich wollte mir es nur richtig bewusst machen. :spitzel:
also lässt sich das Motorrad bei hoher Geschwindigkeit/Stabilität nicht anders lenken als über das drücken am Lenker.
Irgendwie ist es immer noch in meinem Kopf so verbreitet als ob der Fahrer immer durch sein Körpereinsatz das Bike lenkt, auch wenn ich es selber nicht mache

gibt es irgendwie noch andere wichtige Tipps beim legen des Mopped in die schiefe Bahn ?

Slalom trainiere und Kurvenfahren bei niedriger Geschwindigkeit trainiere ich auch oft, und da macht man die Fahrübung schon mit Automatismus.
Doch für hohe Geschwindigkeit will ich genau wissen was ich mache, bevor ich es automatisiere - will ja nichts falsches anlernen.

Sledge


#4

Beitrag von Sledge » 28.10.2004 21:27

mototr3 hat geschrieben:Yo SV Michel
ja, ich wollte mir es nur richtig bewusst machen. :spitzel:
also lässt sich das Motorrad bei hoher Geschwindigkeit/Stabilität nicht anders lenken als über das drücken am Lenker.
Irgendwie ist es immer noch in meinem Kopf so verbreitet als ob der Fahrer immer durch sein Körpereinsatz das Bike lenkt, auch wenn ich es selber nicht mache

gibt es irgendwie noch andere wichtige Tipps beim legen des Mopped in die schiefe Bahn ?

Slalom trainiere und Kurvenfahren bei niedriger Geschwindigkeit trainiere ich auch oft, und da macht man die Fahrübung schon mit Automatismus.
Doch für hohe Geschwindigkeit will ich genau wissen was ich mache, bevor ich es automatisiere - will ja nichts falsches anlernen.

Fahrsicherheitstraining machen...
Buch kaufen mit Moppedfahrgrundlagen...

Michael


#5

Beitrag von Michael » 28.10.2004 21:45

Ich stimme dem Sledge zu.
mototr3 hat geschrieben:gibt es irgendwie noch andere wichtige Tipps beim legen des Mopped in die schiefe Bahn ?
Weit vorausschauen. Aber auch den Nahbereich checken wegen Rollsplitt und so.
Dahin sehen, wo man hinwill.
Locker und entspannt sitzen.
Oberkörper hat die gleiche Schräglage wie das Motorrad,
Kopf bleibt dabei aber ziemlich senkrecht. So sieht man besser als mit schräger Birne und kann leichter Schräglage fahren. Geht mit Lockerheit ganz leicht.

Sieht dann ungefähr so aus wie der Sledge oben auf seinem Avatar. Nur auf der Straße nicht so schräg, würde ich sagen. Bei mir sieht es auf der Rennstrecke so aus (für die Straße aber auch zu schräg).

Zur Linienwahl sind die wichtigsten Tipps:
Kurven von außen anfahren.
Später Scheitelpunkt.

Als Bücher kann ich Dir besonders folgende empfehlen:

Die obere Hälfte des Motorrads: Im Kapitel "Mal probieren" steht fast alles, was ein Einsteiger wissen sollte. Solche Tipps, wie ich oben fett geschrieben habe, stehen da massig drin. Finde ich sehr gut.

Twist of the Wrist I, II: Enthält Fortgeschrittenere Techniken. Meiner Meinung nach richten sie sich hauptsächlich an Rennstreckenfahrer, für die Straße ist aber auch viel dabei. Die deutsche Übersetzung ist leider schlecht. Band II halte ich für noch besser als Band I.

Ich habe auch noch andere. Aber "Die obere Hälfte" und Twist II sind IMO die Besten. Da steht alles schön erklärt drin.

Vor längerer Zeit habe ich da mal kurz zusammengefasst, was ich für wichtig halte. Würde ich heute auch noch unterschreiben, muss ich aber mal überarbeiten.
Zuletzt geändert von Michael am 28.10.2004 21:58, insgesamt 6-mal geändert.

Alex


#6

Beitrag von Alex » 28.10.2004 21:48

:roll: Ich hab mir gerade Gedanken gemacht - und festgestellt, dass ich nicht weiß, wie ich lenke. Aber irgendwie klappts doch.... :) :wink:

lelebebbel


#7

Beitrag von lelebebbel » 28.10.2004 21:49

dann auch an dich: nächstes frühjahr fahrsicherheitstraning machen! gut angelegtes geld!

Mopped-Man


#8

Beitrag von Mopped-Man » 28.10.2004 23:22

Hi!

Bitte korrigieren, falls ich falsch liege, aber das Mopped lässt sich meines Wissens grundsätzlich nur durch einen Lenkimpuls (Drücken bzw. Ziehen) lenken. Nur so koennen die Kreiselkräfte durchbrochen werden. Das Lenken durch Gewichtsverlagerung klappt nicht. Einfach mal freihändig fahren und versuchen ne Kurve zu drehen ...auf eigene Gefahr! 8O
Das ganze geht natürlich auch unbewusst. Man lenkt halt einfach und muss nicht erst Physik studieren. Allerdings ist es sicher nicht schlecht, ein wenig Ahnung von der Fahrphysik zu haben, weil man dann solche Techniken bewusst einsetzen kann. z.B. durch Drücken in Schräglage diese Vergrössern weils eng wird etc..
Zur Vertiefung empfehle ich wie meine Vor-Poster die Lektüre "Die obere Hälfte des Motorrades" für die lange Winterpause und im Frühjahr ein Fahrertraining.
Zurück ins Studio!
:D

Gruss vom Moppedman!

lelebebbel


#9

Beitrag von lelebebbel » 28.10.2004 23:49

Moppedman hat geschrieben:das Mopped lässt sich meines Wissens grundsätzlich nur durch einen Lenkimpuls (Drücken bzw. Ziehen) lenken. Nur so koennen die Kreiselkräfte durchbrochen werden. Das Lenken durch Gewichtsverlagerung klappt nicht. Einfach mal freihändig fahren und versuchen ne Kurve zu drehen ...auf eigene Gefahr!
stimmt. aber man kann schon freihändig kurven fahren, mach ich recht oft. aber auch da benutzt man den lenkimpuls, eingeleitet über den unterkörper (wirkt indirekt auf den lenker). gewichtsverlagerung dient dann nur als hilfe dazu, die schräglage zu regeln.

tpl
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#10

Beitrag von tpl » 29.10.2004 6:54

Wenn ich mich recht erinnere, ist in einem der Keith Code Bücher beschrieben, das man das Motorrad ausschließlich über den Lenkimpuls lenken kann. Die Superbike School hat zu diesem Zweck ein Motorrad mit verschweißtem Lenkkopf und dieses Ding kann nur geradeausfahren, egal was man macht.
Oder habe ich es doch woanders gelesen?
Gruß Thomas

Gegge


#11

Beitrag von Gegge » 29.10.2004 9:20

Hallo

ich hab zu Hause zwei kleine Videos, von denen ich aber leider nicht mehr weiss, von wo ich sie gesaugt habe

in einem davon wird die Sache mit dem entgegengesetzten Lenkimpuls deutlich gemacht.
Man sieht dabei einen Motorradfahrer auf einer Linie fahrend auf sich zu kommen.
Durch eine (un)bewusste Lenkbewegung in die "falsche" Richtung (man sieht dabei schön, wie das Vorderrad die Linie verlässt) wird das Motorrad aus dem Gleichgewicht gebracht und die Kurvenfahrt eingeleitet.


Schnelle Ausweichbewegungen werden dagegen imho mit aufrechtem Oberkörper und nur durch "herunterdrücken" des Motorrades gemacht
(kann man schön bei Kanaldeckeln auf der Strasse üben)

lelebebbel


#12

Beitrag von lelebebbel » 29.10.2004 13:02

tpl hat geschrieben:Wenn ich mich recht erinnere, ist in einem der Keith Code Bücher beschrieben, das man das Motorrad ausschließlich über den Lenkimpuls lenken kann. Die Superbike School hat zu diesem Zweck ein Motorrad mit verschweißtem Lenkkopf und dieses Ding kann nur geradeausfahren, egal was man macht.
Oder habe ich es doch woanders gelesen?
joa, wie gesagt.

aber ne frage zu dem motorrad ohne lenkung: fällt man damit nicht um? bzw: da muss man beim losfahren ganzschön turnen, damit man nicht aus der balance kommt, oder?

mototr3


#13

Beitrag von mototr3 » 29.10.2004 14:16

Ich hab mir das Video von " Perfekt fahre mit Motorrad" angeschaut, sowie das Buch dazu gelesen.
@gegge_mc2 : ist glaub ich das im Video von " PfmM"
Nette Bilder bze Texte über Allgemeines, wobei ich aber nach eurer Empfehlung mit über die Wintersaison mit das Buch " Ober Hälfte des Motorrad" mal zulegen werden.
Nun Theorie und Praxis sind ja Einerlei.

Was passiert wenn ich bei hoher Geschwindigkeit einen starken Lenkimpuls einsetze (z.B später auf der Rennstrecke) ?
Ist die Grenze zu einem Sturz leicht zu erreichen oder erlaubt die Physik da eine grossen Spielraum ? - nur so mal pauschal

Michael


#14

Beitrag von Michael » 29.10.2004 16:02

mototr3 hat geschrieben:Ist die Grenze zu einem Sturz leicht zu erreichen oder erlaubt die Physik da eine grossen Spielraum ?
Ich habe noch nie gehört, dass einer durch zu starken Lenkimpuls ausgehend von Geradeausfahrt ohne Bremsung gestürzt ist. Aber es sind schon viele in der Leitplanke gelandet, weil sie zu schwach eingelenkt haben.

Bei starker Bremsung und in hoher Schräglage ist es was anderes. Da darf man keinen starken Lenkimpuls geben. Aber sonst verträgt der Reifen das schon. Bei glatter Fahrbahn muss man natürlich auch vorsichtiger sein.

Mach doch mal auf einem leeren Parkplatz ein paar ordentliche Lenkimpulse testweise.* Da kann ja nicht viel passieren. Dann weißt Du für die Straße, was geht. Normalerweise macht man auf der Straße nie so heftige Lenkimpulse, wie von der Physik her möglich sind.

Es ist gut, wenn man schnell einlenken kann. Langsames Einlenken macht die Kurve enger als sie ist, weil man dabei ja schon weiter nach innen kommt bevordas Einlenken beendet ist.

Keith Code** empfiehlt: Spät einlenken. Schnell einlenken. Dadurch braucht man bei gleicher Geschwindigkeit weniger Schräglage. Auf der Rennstrecke kann man dadurch schneller fahren, auf der Straße hat man dadurch mehr Reserven.


* Oder lass Dir von einem erfahrenen Motorradfahrer ein paar zeigen.
** Das ist der Autor von "Twist of the Wrist". Ich glaube Bernt Spiegel, der Autor von "Die obere Hälfte des Motorrads", empfiehlt es auch.

jensel
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#15

Beitrag von jensel » 29.10.2004 17:07

Spät einlenken hat gerade auf der LAndstraße noch mehr Vorteile.

1. Man kann am späteren Einlenkpunkt schon weiter in die Kurve hineinsehen
2. Mehr Reserven am Kurvenausgang

und für Leistungsstarke Moppeds:
3. Man kann früher wieder mehr Gas geben :)

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