Leder oder Textilklamotten?


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blue light


#31

Beitrag von blue light » 08.12.2004 17:19

Vor ein paar Jahren bin auch mal bei etwas höherem Tempo abgestiegen und über eine Straße gerutscht.

Seit dem ist klar, ich liebe Leder, Integralhelme und Protektoren!

Meine Jacke habe ich bis jetzt noch nutzen können, alles andere war hin, hat mich aber vor ernsthaften Verletzungen bewahrt! Die Protektoren an den Knien waren mit dem Futter fest verschmolzen, Nähte an der Hose und auch den Stiefeln waren durchgescheuert. Textilklamotten traue ich eine vergleichbare Reißfestigkeit und Hitzeresistenz nicht zu!

Jetzt stehe ich vor dem Gleichen Problem, meine geliebte Jacke zeigt zunehmende Auflösungserscheinungen und ist dann auch nicht mehr wirklich vertrauenswürdig. Das Blöde ist, ich weiß ganz genau was ich will, aber das ist im Moment schwer zu bekommen! Mit Textil wird man regelrecht beworfen, richtig sportliche Kombis gibt es auch, aber darin kann ich mich nicht mehr bewegen. Zum Glück ist noch Zeit und ich habe noch nicht ernsthaft gesucht!

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#32

Beitrag von SunnyFrani » 08.12.2004 20:45

Alex hat geschrieben:Umsomehr die Klamotten deshalb bremsen beim Rutschen - desto besser!! :!:
Ich glaube das ist ein Trugschluß. Bremswirkung erreichst Du durch hohe Reibung, was aber große Hitze verursacht.
Reibung und Hitze schaden aber Deiner Kleidung, weil sie sie aufscheuert oder sogar reissen lässt oder (im Falle Textilbekleidung) sogar schmelzen lässt (Kunstfaser, vgl. blue lights Erfahrungsbericht). Was wiederum auch Dich verletzen kann.
Daß Leder kaum abbremst, ist also wahrscheinlich ein schöner Nebeneffekt. Und Textilien für Motorradbekleidung werden also wahrscheinlich auch möglichst fein statt rauh gewebt.
Anderes Beispiel: Nieten am Handballen bei Handschuhen sind im Idealfall sogar so flach, daß sie zwar das leder schützen, aber sich nicht im rauhen Asphalt verhaken, Dich also nicht abbremsen, da das möglicherweise Deine Hand verreisst und das Bänderrisse, Ausrenkungen, Knochenbrüche etc. verursachen kann.

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#33

Beitrag von SunnyFrani » 08.12.2004 20:51

Alex hat geschrieben: Aber wie ist das mit Zweiteilern - ich finde den Verbindungsreißverschluß zuzumachen ist jedesmal eine Fummellei. Schlimmstenfalls bleibt er dann offen - und dass kann bei'nem unfreiwilligen Abstieg böse aussehen, nicht!?
Graphit kann helfen.
Oder einfach mehrfach kraftvoll auf- und zureissen, dann spielt sich der Verschluss schon ein.
Beim Anziehen kann auch helfen, der Schließbewegung zu folgen, also den Oberkörper nach und an nach rechts, hinten und links zu biegen, sodass sich Jacke und Hose näher sind.

Und offenlassen würd ich den Verschluß besser nicht. :?

Q996


#34

Beitrag von Q996 » 08.12.2004 21:03

Alex hat geschrieben: Umsomehr die Klamotten deshalb bremsen beim Rutschen - desto besser!! :!:
Hey Alex.

Die Aussage stimmt so nicht.
Wenn die Kleidung einen zu hohen Bremsfaktor hat, wirst Du beim Sturz nicht rutschen sondern "rollen" um die kinetische Energie abzubauen. Dabei überschlägt sich Dein Körper und Arme und Beine schleudern unkontrolliert durch die Gegend. Dabei bricht man sich dann so richtig schön die Knochen.

bye, Marcus

PS. bei einer guten Kombi sollte der Verbindungsreißverschluß kein Problem sein. Wie Frani schon schrieb, ist das aber auch Übungssache, die durch Körperbewegung enorm erleichtert wird.
Ich fahre auch Zweiteiler, da es im Eiskaffee und so praktischer ist. Außerdem muss man den nicht immer trennen. Ich habe ihn meistens wie einen Einteiler verbunden und trenne nicht nach jeder Fahrt. An- und Ausziehen geht dann wie beim Einteiler...

rap


#35

Beitrag von rap » 08.12.2004 21:06

Ich habe mal nen maßgeschneiderten Lederkombi von Alne gekauft.
Damals fuhr ich eine Honda NTV650, deren Fußrasten ziemlich hoch lagen.
Der Fehler war, daß ich mir aus Bescheidenheitsgründen? die Tourenversion bestellt habe, obwohl die Höhe der Rasten eine Sportversion erforderlich gemacht hätten.
Das Ergebnis war ständiger Druck auf den Kniescheiben wegen des Kniewinkels.

Nachdem ich mit dem Moped auf der Autobahn auf einer Kante (Betonplatte war abgesackt) in einer Kurve beim Beschleunigen einen Überschlag gedreht habe (Hersteller: keine Kickbackprobleme bekannt obwohl in allen Tests erwähnt) muß ich mich bei einer höheren Macht von oben bedanken. Trotz Tragen einer Jeans bin ich bis auf einen Bänderriss in der Schulter (durch das Auftreffen mit dem ausgestreckten Arm und dem darauffolgenden Umdrehen auf den Rücken), einen Fußbruch und einem Scheuerloch im Rücken unverletzt geblieben. Das bei 130kmh. 2 Lederschichten meiner hochgerutschten Jacke waren durchgeschliffen. Glücklicherweise hatte ich einen Rucksack auf. Der hat meine Wirbelsäule bewahrt. Die Leitplanken hatte 10m vor meinem Einschlag ins Gebüsch aufgehört und die sich überschlagende Maschine hatte mich nicht getroffen. Mit anderen Worten, mehr Bewahrung ging nicht.
Ok ist off Topic aber ich wollte mich mal über die Verantwortung der Mopedhersteller äußern.

rap

blue light


#36

Beitrag von blue light » 09.12.2004 14:16

Mir ist es so ähnlich wie rap ergangen! Die Straße hatte plötzlich eine tiefe Delle und ich bin bei der Stellung Vollgas über den Lenker geflogen, weil das Federbein völlig überlastet war und ich nix davon gesehen habe. So habe ich meine CBR 600 verschrottet. OK, das Federbein war nicht mehr das Beste, aber damit habe ich nicht gerechnet. Von hinten hat man ein extremes Lenkerschlagen gesehen, aber da hatte ich die Hände schon nicht mehr am Lenker. Ich bin vor der Rutschphase erstmal richtig mit Knie und Ellenboden aufgeschlagen und die Protektoren waren da wo sie sein sollen und sind geblieben!

rap


#37

Beitrag von rap » 09.12.2004 16:32

Ergänzung: mit den SV´s fahre ich nur noch mit dem Leaderanzug von Polo (Textil Goretex). Ich habe die Styroporprotektoren aus schwitztechnischen Gründen gegen diese Waffelgummiprotektoren von Rukka ersetzt http://www.moto-thek.de/protect.html Mitte. Den Rückenprot. mußte ich ein Stück abschneiden aber die Dinger bringens. Kein Schwitzen mehr im Sommer. Und nach 3-maliger unfreiwilliger Benutzung kann ich auch der Dämpfung ein großes Lob aussprechen.
Der Leaderanzug ist an allen Sturzstellen großflächig mit Leder verstärkt. Und auch dazwischen gibt es einige Pölsterchen.
Ich finde das Teil Spitze. Im Sommer ist es erträglich durchs Goretex, man kann auch einiges offenlassen. Im Winter kommt das Futter rein und wenns regnet, machts auch nix. Einziger Nachteil: ist nicht für Renntrainings zugelassen. Ein Anzug für alle Fälle.
Die PoloPremium Membran soll noch besser atmen als Goretex und ist viel billiger. Ich weiß nicht, ob ein hochwertiger Textilanzug (billige kenne ich nicht) generell ein Sicherheitsrisiko darstellt. Die aktive Sicherheit (Wohlbefinden) ist für mich persönlich deutlich besser. Ein Lederanzug ist zwar deutlich cooler, aber imho nur in einem engen Klimabereich gut zu tragen. Wenn jemand viel Geld hat, kann er sich ja einen Armacoranzug von Rukka kaufen. Da ist ziemlich viel Kevlar mit drin (schusssichere Westen). Die Abriebfestigkeit ist wie die von Leder mit allen anderen Vorteilen von Membrananzügen.

rap

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#38

Beitrag von Jan Zoellner » 09.12.2004 17:12

> Im Sommer ist es erträglich durchs Goretex

Huh?
Is eh egal. Man schwitzt in *jeder* halbwegs tauglichen Moppedkleidung, wenn man in der Wärme rumsteht.

Ciao
Jan, dank Polo Lightning gut belüftet
--
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rap


#39

Beitrag von rap » 09.12.2004 17:29

Na klar. In dem Alnekombi hatte ich aber ein Polyesterfutter drin. Da hat man dann im Waser gestanden. Den hat man fast nicht mehr ausgekriegt.

Zum Anfang: bis dato war Goretex die atmungsaktivste Membran.
Mit ner anderen wäre es schlimmer. Ist vielleicht ein bißchen mißverständlich formuliert.

rap

Alex


#40

Beitrag von Alex » 09.12.2004 20:12

Was ist eine polo lightening? Kann ich bei Polo nicht finden...

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#41

Beitrag von Jan Zoellner » 10.12.2004 11:09

Die gibts nicht mehr. Die Forumssuche mit "Polo Lightning" gefüttert bringt da ein paar Threads zutage.
Das aktuell ähnlichste dazu müßten die gelochten FLM-Kombis sein (zumindest letztes Jahr), aber die sind halt quietschbunt. Aktuell auf der Webseite find ich jetzt allerdings kein Beispiel.

Ciao
Jan
--
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mattis


#42

Beitrag von mattis » 11.12.2004 15:09

Moin,

was haltet ihr den von der Alternative Protektorenhemd?

Z.B. das Scorpion von UFO:
Bild

Von der Sicherheit un dem Sitz der Schalen wohl kaum zu toppen.

Im Sommer kann man was dünnes drüber tragen, etc.

Ich muss zugeben:
Die neueste Generation von den Dingern hat was.


me

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#43

Beitrag von SunnyFrani » 11.12.2004 15:17

Sieht so aus, als würde der Rückenprotektor ganz schön dick auftragen. Bewegungsfreiheit? :?

Tauschi hat so ein Panzerhemd von Dainese.

Mir wär's zu umständlich.

Fatty


#44

Beitrag von Fatty » 11.12.2004 15:48

Kenne die Dinger vom Motocross ... ich hab so einen
Bild

Nach und nach kamen die ersten mit den Vollprotektoren weil das anziehen schneller geht und man nicht wie bei meinem Brustpanzer, Nierenschutz und Ellenbogenprotektoren anlegen muss ...

Glaub für die Strasse ist das nix ... außerdem kostest das Teil € 185 + ne Lederjacke drüber, weil auf den blanken Protektoren fällste in den Alpen vom Moped und vor Bremerhaven haste dann doch endlich Gewchwindigkeit abgebaut ... :lol:

Für 250€ gibts wirklich gute Jacken mit Protektoren ...

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