Du bist wirklich eine ganz normale Fahrerin. Genau das passiert jedem ganz normalen Fahrer hin und wieder und darf auch sein. Natürlich ist die Angst, die sich ja auch auf den Körper auswirkt, für angemessene Reaktionen in brenzligen Situationen eher hinderlich.SVDuja hat geschrieben:So, jetzt nochmal zu meinem größten Problem beim Motorradfahren. Habe 2003 meinen Führerschein gemacht und bin in dem Jahr 3000 km gefahren. Letztes Jahr sind wir überhaupt nicht gefahren (Umzug, Hochzeit - irgendwie war keine Zeit dafür) und dieses Jahr will ich langsam anfangen (muss ich auch, da ich mich fühle, als säße ich zum ersten Mal auf dem Ding) und im Spätsommer soll es gleich ins Allgäu gehen.
Ich bezeichne mich als normale Fahrerin (nicht zu schnell, nicht zu langsam). Respekt beim Fahren vor den Kräften die dort wirken habe ich auch, aber es gibt Situationen, in denen der Respekt sich in echte Angst umwandelt. Und ich weiß, dass das nicht sein darf!
Jeder engagierte Fahrlehrer würde Deiner Bitte entsprechen und mit Dir zu einer solchen Stelle fahren. Ein erfahrener Fahrlehrer hat soviel Vertrauen in seine Fähigkeiten, daß er selbst keine Angst hat, daß Du die Fahrschulmaschine ablegen könntest.Ich habe Angst, wenn sich der Straßenbelag in einen Fleckenteppich verwandelt, die Angst wächst immens, wenn ich auf Schotter fahren soll (Parkplätze z.B.), so dass ich dann das Fahren über diesen verweigere!
Die Angst hat 2 Ursachen: zum einen hat mir mein Fahrlehrer immer und immer wieder gesagt, wie wichtig es ist, die Fahrbahn im Auge zu behalten, da auf Fleckenteppich-Straßenbelägen die Haftung nicht so gut ist (mein Mann sagt, das ist völliger Quatsch, doch ich kann es nicht glauben). Zum anderen hatte ich mir mit 18 im Urlaub mal eine 80er ausgeliehen gehabt, bin über Schotter gefahren und patsch lag ich da. Sobald ich Schotter sehe (es reichen schon einige Steinchen am Fahrbahnrand) ist diese Erinnerung wieder da...
Mein Mann meint, wir sollten mal gezielt auf Schotter üben fahren gehen, doch ich weigere mich, schon allein weil ich Angst habe mein schönes Motorrad hinzulegen.
Ich weiß nicht, wie ich diese Angst bekämpfen kann, wie ich sie gottverdammt nochmal aus meinem Kopf rausbekommen kann. Ich hatte auch schon überlegt, vielleicht noch mal eine Fahrstunde zu nehmen, dann kann ich die Maschine des Fahrlehrers ablegen, aber das kostet auch wieder 50 Euro und Geld ist zur Zeit megaknapp und ich kauf mir lieber ein paar vernünftige Sommerhandschuhe dafür. Zumal ich auch nicht wüsste, wo der dann mit mir Schotterfahren üben wollte...
Es ist durchaus sinnvoll, auch mal ein Buch zu Rate zu ziehen. Die Haftung auf Alpenstraßen ist sicherlich manchmal eingeschränkt aus vielerlei Gründen. Und es ist gut, sich das vorher mal klarzumachen. Ich kenne aber Typen, für die es wesentlich sinnvoller wäre, daraus Lehren zu ziehenNun wollen wir ja im Spätsommer in die Alpen. Mein Mann möchte unbedingt den Silvretta-Pass fahren. Jetzt les ich blöde Kuh einen Artikel über die Alpen, in dem steht, dass viele Straßenbeläge der Pässe "blank"gefahren sind und man dort nicht so die Haftung hat mit den Reifen. Schwupps, schon habe ich es im Kopf drin und die Angst wächst...
Bücher zum Motorradfahren gibt es wie Sand am Meer. Aber drei Bücher, mir denen ich persönlich viel anfangen konnte, waren:
"Perfekt fahren mit Motorrad" http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 98-0817635
"Die obere Hälfte des Motorrads" http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 98-0817635
"Der richtige Dreh" Band 2 http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... 98-0817635
Erstmal herausfinden, ob Du wirklich Freude am Motorradfahren hast oder haben könntest.Meine Frage ist an Euch: habt Ihr ähnliche Probleme wie ich (gehabt) und was kann man dagegen tun?
Wenn ja, dann nimm Dir gefälligst auch Zeit, an den entscheidenden Fragen zu arbeiten. Dazu gehören Sicherheitstrainings, mal eine Übungsfahrstunde oder die Lektüre und Diskussion eines Buches. Dann müssen die Sommerhandschuhe halt noch warten.
Dein Problem, das du eben nochmal in einem posting geschildert hast, geht nicht durch drüber Nachdenken oder mentales training alleine weg.
Üben, üben, üben - wie es alle hier schon geschrieben haben.
Wenn Dir andere Dinge wichtiger sind und Du keine Zeit zum Motorradfahren-Lernen hast, laß es besser sein.
Gerhard