Angst


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Easy82m


#46

Beitrag von Easy82m » 28.05.2005 13:08

Hallo.
Also ich persönlich halte von Sicherheitstrainings auf dem Motorrad nicht besonders viel. Das einzige was dir hilft ist respektvoll die Anforderungen langsam steigern und einfach üben und Kilometer abspuhlen.
Such dir nen Schotterplatz und fahr gaaanz sachte von a nach b. Fahr langsam ein paar Slaloms und versuche danach so stark zu bremsen, das das rad kurz vorm blockieren ist.
Ich denke wenn du deine Alpentour hinter dich gebracht hast bist du schon um ein vielfaches sicherer unterwegs.

Und denk immer dran: Angst, NEIN! Respekt, JA!

Gruß Easy

mattis


#47

Beitrag von mattis » 28.05.2005 13:12

Easy82m hat geschrieben: Also ich persönlich halte von Sicherheitstrainings auf dem Motorrad nicht besonders viel.
Warum?

Ohne gewöhnt man sich die eigenen Fehler und Vorgehensweisen an.

Ich denke viele hier (alle?) die ein SHT besucht haben, hatten ein mehr oder weniger großes Aha-Erlebnis. Mir wirds nicht anders gehen.


me

Easy82m


#48

Beitrag von Easy82m » 28.05.2005 13:33

mebner hat geschrieben:
Easy82m hat geschrieben: Also ich persönlich halte von Sicherheitstrainings auf dem Motorrad nicht besonders viel.
Warum?




me

Weils sauteuer ist und meines Erachtens kann ich mir das sparen.

Faltenhals


#49

Beitrag von Faltenhals » 28.05.2005 13:56

Ich finde das gar net schlecht,ist doch besser als jede Kurve auf ner neuen Strecke sauschnell zu nehmen um dann auf Rollsplit wegzuschmieren.Mir gehts genauso,auf mir neuen Strecken falle ich immer ab.Gibst Du halt nur auf die bekannten und Schotterfreien Strecken Gas,so wie ich.Fahr mal auf Schotter und bremse hinten so dass das Rad kurz rutscht,natürlich nur mit 10km/h oder so,bringt Gefühl für die Sach.Das sind die alltäglichen Gefahren auf der Gass,Bitumen und Schotter... Ich hab so meine Strecken die ich kenne und auf denen weiss ich grob was geht,am besten vorher locker fahren und sehen dass alles sauber ist und dann halt schneller.Durch Blickführung kannst Du auch oft in die Kurve sehen und erkennen das die Gass sauber ist.

Nasenbohrer
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#50

Beitrag von Nasenbohrer » 29.05.2005 10:59

eigentlich ist alles gesagt. :)

in der fahrschule lernst du wie man mit einem motorrad ueberhauptanfaehrst und ein erstes gefuehl bekommt. sozusagen, dass man vorwaerts kommt. ein SHT ist fuer fahranfaenger mit sicherheit das beste. du lernst du WIE das motorrad sich in gewissen situationen anfuehlt. dort lernst du das locker bleiben! das ist sehr wichtig. es wird auf dich individuell eingegangen, um deine probleme zu loesen. versuche deine lockerheit in einem SHT zu gewinnen. selbst gestandene alltagsfahrer bekamen einen AHA effekt. das lieszt man immerwieder.
als zweites, setzt du dich auf dein moped regelmaessig drauf und du und dein mann macht regelmaessige ausfahrten. 1-2h pro wochende oder so. durch routine kommt das gefuehl der lockerheit und erfahrung braucht auch seine zeit. baut schotterpisten, wald- und feldwege mit in die strecke ein. fahrt langsam durch und erfuehle deine lockerheit auf dieser piste. es soll nicht darum gehen, schnell darueber weg zu kommen, sondern achte auf deine lockerheit!
wenn du meinst lockerer zu werden, spiele mit dem gas auf den gerade. du weiszt, dass fuer die beschleunigung ein grip notwendig ist, den du auf schotter hast. bremse mit dem hinterrad und erfuehle den grip. wenn du das weiter gut im griff hast, nimmt die vorder bremse und gib gefuehl mit rein. bei langsamen geschwindigkeiten ziehst du sie staerker. bist du locker genug, baue spurrillenwechsel mit ein und ueberfahre diese.
lockerheit bedeutet, vertrauen in den untergrund. wenn du verkrampft bist, denkst du als gesamtheit mit dem motorrad. werde locker indem du die verbindung zwischen dir und den motorrad locker laeszt.
das heiszt, Arme + handgelenke und deine huepfte (ganz wichtig). die verbindung besteht in deinen beinen, wie beim reiten. das kennst du ja. bei sportlichen motorraeder merkt man das deutlicher. bei schlechten sitzpositionen und schlechten stummeln tun die handgelenke weh, so dass sie automatisch die beine anziehen muessen und den oberkoerper ueber den ruecken halten, dass sie die haende entlasten koennen.
denke im kopf nicht als gesamtheit mit dem motorrad. konzentrier dich auf die haftung am reifen. erfuehle die reifen! denn nur dort faehrt dein moped und du bekommst alle noetigen feedbacks mit. gerade auf dem schotter ist das wichtig! dein kompletter oberkoerper ist locker und vom motorrad als gesamtheit getrennt. das ganze schaust du dir mal beim motorcross an. wenn du das nochmals ueberwillst, nimm das fahrrad und fahre die kurven auf dem parkplatz damit. oberkoerper locker und senkrecht, arme locker, huefte locker, rechtes bein in verbindung mit dem fahrrad an sattel und pedale, linkes bein raus ala sumopstil und links rum in die kurven druecken. kommt eine AHA effekt, werde dir klar, dass motorradreifen doppelt so breit sind. wenn dein vorderrad wegrutscht, weiszt du, dass da grip immernoch grip vorhanden ist, wenn es motorradreifen und diese warm sind. wenn du nicht grad uebermotiviert bist, wirst du auch nicht sturzen. bis zum grip verlust, ist es noch ein weiter weg in deiner situation.
was nochhilft, sind die parkplatzuebungen der fahrschule. im slalom kannst du wunderbar die lockerheit trainieren und das gefuehl fuer die haftung erlernen.
mensch mir faellt ja auch immerwieder etwas ein :lol:

hats du das im griff, bist du bereit fuer die alpenpaesse!

ich bin vielfahrer und fahre nicht fehlerfrei, ich lege mich auch immer wieder hin. viel durch unachtsamkeiten oder weil ich zuviel will. mir passiert es auch einfach, dass ich zu bloed bin mein moped auf den staender zu stellen :oops: :lol: . naja, was solls.
ich habeauch respekt vor rutscher und begegne diese, in dem ich wissen will wann man rutscht und wie tief ich in den kurven kann (rennstrecke). aber denoch bin ich extrem auf meinen ersten pass rumgeschwuchtelt. es war der klausenpass. er ist nicht besonders hoch (hat die 2000er marke verfehlt) und doch gibt er einen enormen respekt in der westabfahrt. an der stelle kannst du voll in das tal hinunter schauen und es bestehen keine leitplanken. es geht sicher 500m dort hinab. die haeuser sehen kleiner als auf eisenbahnplatten aus. ich bin extrem langsam gefahren und hatte schiss. es war asphalt und ich habe mich zuzammenreiszen muessen, dass ich nur auf einer strasse fahre und das langsam. der respekt vorm abgrund zob mich aber weiter magisch an. ich musste anhalten um das genauer anzuschauen und lockerer zu werden. klar kaemte ich die strasse rauf und runter, doch wollte ich die lockerheit wieder erlangen, die ich auf dem moped sonst auch habe.
auf den schotterpisten fahren auch alle langsam. stell dir vor, dass da 240kg schwere, verkleidete und unbaendig viel kraft habende maschinen hochfahren.
ich rate dir regelmaessig zu fahren und die schotterueberungen zu machen. ob ihr jetzt den pass raufschwuchtelt wie die letzten goldwingfahrer ist voellig nebensache. ich habt den wirklich wundervollen urlaubsausritt verdient und den laeszt du dir nicht von einer angst versauen. es geht nicht darum, mit besten vorraussetzungen da hochzufahren, sondern anzukommen und wieder etwas gelernt zu haben. sage keinesfalls die ausfahrt ab, weil du nicht bereit scheinst. fahr taeglich wenn moeglich auf arbeit, fahre die feldwege ab. und wenn es nur kurze stueckchen sind. mache es regelmaessig und es wird in dein blut uebergehen. erfahrungen brauchen zeit und gewonnene eindruecke setzen sich nicht gleich sofort ab. du wirst merken ein schneller erfolg kommt. du bist motiviert? dann klappt das auch!
das SHT kannst du nebenbei mit einbauen oder hinterher mal machen.
was du brauchst, ist routine!
na gut, die message ist wohl sicher ruebergekommen ;)

erfahrung braucht zeit und routine. du schaffst das! mach das fuer den urlaub! dir entgeht sonst wirklich was.

gruss
christian

SVDuja


#51

Beitrag von SVDuja » 29.05.2005 18:54

Hi Christian,

danke auch für Deinen langen Beitrag, werde Deine Tipps beherzigen. Vielen Dank besonders dafür, dass Du mir Mut zusprichst für meinen Urlaub. Du hast recht, den lass ich mir nicht von meiner Angst versauen!!!

Also, ich bereue es nicht, dieses Thema hier angefangen zu haben, Eure Tipps und allein die Tatsache, mal drüber zu reden hat mir sehr gut getan und ich bin motiviert. Denke, Mitte/Ende nächster Woche gehts los, dann ist mein Arm wieder ok und dann will ichs wissen ;-)

Gruß
Alex

SVDuja


#52

Beitrag von SVDuja » 01.06.2005 7:39

So, bin für Samstag an einem Fahrersicherheitstraining für Frauen angemeldet (www.motorradfrau.de). Die Frau, welche die Trainings macht meinte, sie wird sicher sehr gut auf meine Probleme eingehen können, da die meisten Teilnehmerinnen die gleichen haben.

Jetzt drückt mir bitte ganz ganz fest die Daumen, dass mein Arm (welcher doch keine Sehnenscheidentzündung ist sondern ein sog. Mausarm bzw. Tennisarm) bis dahin wieder fit ist!!!

FriC-a-Delle


#53

Beitrag von FriC-a-Delle » 01.06.2005 10:53

SVDuja hat geschrieben:...sie hat mir ein Buch gegeben, in dem Trockenübungen für die richtige Sitzposition drin sind. Es geht aber in den ersten Kapiteln auch darüber, dass wenn man zu sehr den Kopf einschaltet, vieles nicht gelingt und man soll einfach versuchen zu machen und nicht überlegen...
offtopic:
von Bernt Spiegel "Die obere Hälfte des Pferdes"?! ;)

ontopic:
stell Dich dem Schotter... aber erzwing nix :)

gutes Gelingen auch von mir!

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#54

Beitrag von tdassel » 01.06.2005 11:10

[quote="SVDuja"]So, bin für Samstag an einem Fahrersicherheitstraining für Frauen angemeldet (www.motorradfrau.de). Die Frau, welche die Trainings macht meinte, sie wird sicher sehr gut auf meine Probleme eingehen können, da die meisten Teilnehmerinnen die gleichen haben.

Absolut Richtige Entscheidung !!!

Wer meint ohne (Sicherheits)training auszukommen oder sowas nicht zu brauchen, der hat wohl etwas zuviel Selbstbewusstsein.
Ein Anfängertraining ist auf JEDEN Fall das Richtige für Dich, lass Dir bloss nix anderes einreden. Ich habe diverse Trainings abolviert und noch bei jedem was dazugelernt, z.B. in Schräglage in der Kurve über Kanthölzer einfach rüberzufahren, weil es eben geht.
Auf Deinen Erfahrungsbericht bin ich echt gespannt. Das Schöne ist, daß mit nur einem Tag Training Dein Können erheblich wachsen kann und damit auch die Sicherheit, mit der Du Dich auf dem Mopped bewegst.
Das bekommst Du mit vielen tausend Kilometer fahren nicht hin, weil da ständig die Angst mitfährt und die hindert Dich daran Deine Grenzen zu verschieben.
Auch ganz wichtig: Nichts erzwingen und immer ganz locker bleiben.
Wenn Du auch nach dem Training Ängste hast, würde ich es auch mal mit einem Psychologen probieren ( macher ich auch gerade wg. einem Unfall im letzten Jahr ). Hilft wirklich.
Trainings mit psychologischer Betreuung gibt es z.B. hier:http://www.verkehrs-service.de/unfall.html

Grüsse

Thomas
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#55

Beitrag von Jan Zoellner » 01.06.2005 13:28

> Wer meint ohne (Sicherheits)training auszukommen oder sowas nicht zu
> brauchen, der hat wohl etwas zuviel Selbstbewusstsein.

Oder fährt ein bißchen mit Beobachtung. Daß man das bei nem Training kompakter vermittelt kriegt, ist klar.

> z.B. in Schräglage in der Kurve über Kanthölzer einfach rüberzufahren,
> weil es eben geht.

Ich lad Dich gern auf ein paar der noch nicht gemachten Straßen in der hiesigen Umgebung ein. Da lernt man sowas auch. ;)

Ciao
Jan
--
If ya don´t spend the most money on tires and gas, ya ain´t havin´ enough fun.

SVDuja


#56

Beitrag von SVDuja » 05.06.2005 10:13

Hi Zusammen,

für alle, die es interessiert, hier mein Erfahrungsbericht zum 1. SHT, welches ich dank bswolfWilheLM bei www.motorradfrau.de gestern gemacht habe. Dank bswolf/WilheLM deshalb, weil ich diesen Link gefunden habe, da ich nach Trial-Training gesucht habe.

Wir waren 6 Frauen plus die Trainerin. Es fing schon damit an, dass ich am liebsten den ganzen Parkplatz gefegt hätte, denn der war voll mit Steinchen, Blätterchen, Blüten, Knospen in jeder Größe...
Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich mit meinem Bike auf so einem Platz Bremsen, Ausweichen, Kreisfahren, Turnübungen auf dem Bike etc. machen würde, dem hätte ich einen riesen Vogel gezeigt. Im Gegenteil, vor lauter Konzentration auf die Dinge, dich ich machen sollte, habe ich den Boden irgendwann (eigentlich schon nach sehr kurzer Zeit) gar nicht mehr wahrgenommen.... ne wirklich, ich dachte, ich fahr auf dem saubersten Platz der Welt :P

Ich bin über eine Wippe gefahren, über eine liegende Leiter, über einen alten Motorradreifen - und es hat tierisch fun gemacht, besonders die Wippe, über die ich bestimmt 20 mal gedüst bin :) love

Mittags hat mich Astrid (die Trainerin) allerdings sehr gelinkt. Wir haben einen Ausflug zum Restaurant gemacht. Dort sprach ich meine Panik bezüglich Schotter an. Sie zu mir: such Dir zu Hause einen leicht beschotterten Feldweg oder so und fahr einfach drüber, allerdings nicht zu langsam sondern ruhig angemessen zügig - üb es einfach, es kann nix passieren. So nach dem Motto: heute können wir das ja nicht üben....
Dann sind wir losgefahren zurück zum Platz - und plötzlich mussten wir über einen Schotterweg.... das waren bestimmt 1-2 km ich habe nur geschrien, geflucht, geschimpft :mecker: und dann war der Weg auch zu Ende und ich stolz wie Oskar :) king

Alles in allem hat mir das Training wahnsinnig viel gebracht und es wird nicht das letzte gewesen sein!!! Jetzt muss ich nur mal gucken, wieviel es mir wirklich auf der Straße bringt. Aber ich denke, Flickenteppiche werden mir jetzt auch nicht mehr die Angst einflößen können, denn wir sind auch ein paar mal über ein schmales Brett gefahren und natürlich auch mal abgerutscht, war garnicht so schlimm... und das einfach zu merken, dass es nicht schlimm ist, wenn das Bike ein wenig rumhoppelt oder wenn beim Bremsen auf der geraden das Hinterrad blockiert, die Erfahrung ist ne Menge wert!!!

Leider kann ich heute kaum meine Arme bewegen... *schmerz* Muskelkater im ganzen Körper ... sonst säß ich jetzt schon wieder auf der Maschine :rider:

Also allen, die wie ich Angst haben, lege ich so ein Training auch ans Herz, es macht auch super viel Spaß und man geht leicht an seine Grenzen, aber nicht über seine Grenzen!!!

Vielen Dank an alle, die mir den Mut zugesprochen haben.

:) moped

Duja
Zuletzt geändert von SVDuja am 05.06.2005 12:21, insgesamt 2-mal geändert.

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#57

Beitrag von heikchen007 » 05.06.2005 11:16

Na das hört sich doch klasse an. :top:

So viele SV-Rider konnten in Bezug auf ein SHT ja auch nicht irren... :wink:

Und glaub mir, es bringt dir auch für die Straße enorm viel.
Einfach schon deshalb, weil dein Kopf jetzt viel freier ist.

Wünsche noch ganz viel Spaß beim fahren. :D
Ich lehne es ab, eine Schlacht des Geistes mit einem unbewaffneten Gegner zu führen

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#58

Beitrag von Nasenbohrer » 05.06.2005 11:17

:lol: congratulations!

damit bist du bereit fuer die alpenpiste! schoener bericht und es freut mich wirklich sehr fuer dich. nur noch etwas routine, dass es intus bleibt und der muskelkater verschwindet. dann jed's los! :P

einsamerreiter


#59

Beitrag von einsamerreiter » 05.06.2005 14:28

Hey Duja,

ich freu´ mich für Dich!! Da hat Dich die Trainerin aber ganz schön gefoppt!

Viel Freude beim Moppedfaaahn weiterhin...


Gruß, Gerhard :lol:

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