Schadensersatz nach Unfall


Allgemeine Gesprächsthemen, Fragen und Antworten.
flieger-baby


#16

Beitrag von flieger-baby » 13.04.2008 11:11

@hps

Erstmal will ich dich loben !!!
Es ist äußerst selten geworden, daß hier auf so gutem Niveau diskutiert wird !!! :) grins



Ein paar Sachen muß ich natürlich noch erwähnen. :wink:

Zum ersten die unterschiedlichen Mietpreise für Versicherung und Kunden:
Der Preis für die Versicherungen ist der offizielle Preis der laut BGH anerkannt wurde. Daß wir von einem Kunden keine 70€ für einen VW Fox oder 200€ für einen Audi A8 verlangen können ist schon klar.
Die (für uns schlechte) Erfahrung hat aber gezeigt, daß wenn man einmal nen günstigeren Preis macht, die Versicherung dann immer auf den günstigen Preis besteht. Deshalb müssen wir den Preis bei Versicherungen und Firmen immer knallhalt durchziehen.
Ein Fehler und die Probleme sind größer als vorher!

Zum Reparaturpreis muß ich sagen daß es Quatsch ist. Zumindest bei unserer Autohauskette. Wir haben nach Fahrzeigen gestaffelte Verrechnungssätze und die gelten für alle !
Einzig die Reparaturbedingungen sind teilweise anders.
Bei nem Haftpflichtschaden empfehle ich nie eine Beilackierung ! Das Fahrzeug soll ja so sein wie vorher und ich muß 2 Jahre Garantie geben.
Das ist privat anders. Da will der Kunde meist schnell und günstig repariert haben. So steht das dann auch auf der Rechnung.


Zu der Sache mit der R1:
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man Reifen mit normalen Werkstattmitteln nicht prüfen kann. Einzig einen Sichtcheck kann man durchführen. Nur der verrät einem nicht ob die Karkasse etwas abbekommen hat oder nicht.
Also wird der Reifen einfach mit ersetzt !
Wegen 200€ nen Unfall und damit ein Leben riskieren ? Niemals !!!
Da stimmt einem auch jeder Sachverständige zu. Sollte mal einer nicht damit zufrieden sein, deute ich kurz an, daß auf der Reparaturrechnung folgender Text auftauchen wir: "Das Teil xxx wurde laut Anweisung von Her xxx Fa. xxx nicht erneuert". Spätestens dann gibt jeder Sachverständige sein OK. Die Verantwortung will nämlich niemand tragen, weder die reparierende Werkstatt, noch der Gutachter.


Gerade die Versicherung H*K ist ja bekannt für ihre Knausrigkeit. Kam ja schon häufig im TV daß sie Gutachten, Reparaturen und Leihwagen nur teilweise bezahlen. Wir weigern uns, die Reparatur durchzuführen wenn der Kunden keinen Anwalt bevollmächtigt oder er nicht in Vorkasse tritt.

So schlimm ist es leider schon bei den deutschen Versicherungen. :(
Meinetwegen können die bei jedem Schaden nen eigenen Gutachter schicken, hauptsache die bezahlen vollständig!


MfG... Carsten

hps


#17

Beitrag von hps » 13.04.2008 22:09

Hallo flieger baby,

klar muss ich auch Dir Recht geben! :D

Wenn wir alle das christliche Liebesgebot sehr ernst nähmen und wir uns konsequent daran hielten, dann bräuchten wir zwar immer noch Versicherungen aber weder das ganze Kleingedruckte noch das BGB.

Das Trachten der Menschen, ganz gleich ob Versicherte oder solche in den Versicherungen hat manchmal mehr mit Eigeninteressen zu tun als mit dem Wohlwollen, das Gegenüber leben zu lassen. Vielleicht ist das ja die Erbsünde. 8) So lange es die gibt, werden wir auch Rechtsanwälte, Rechtschutzversicherungen, Haftpflichtversicherungen und Gerichte für Zivilstreitigkeiten und die Bundeswehr benötigen.

Wie dem auch sei, ich kann allen Ärger hierüber auch in diesem Forum verstehen und im Grunde macht mich das alles auch traurig. Alle müssen wir jedoch immer daran arbeiten, dass diese Dinge besser werden.

Ich für meinen Bereich sorge trotz all meiner Begrenztheiten jedenfalls dafür, dass Wahrheit und Ehrlichkeit sich lohnen und nicht selten merken das die ehrlichen Geschädigten auch. Und ich kenne auch noch viele andere Zeitgenossen meines Berufes, ich kenne auch Richter und Rechtsanwälte, denen Moral etwas bedeutet und ich begegne auch ehrlichen Geschädigten. Gerne erinnere ich mich an solche Begegnungen um die eigene Lebenslust nicht zu verlieren.

Ich wünsche uns allen viele solcher Begegnungen und die Sensiblitität, diese auch bewusst zu erleben :wink:

Zur R1
Natürlich wurde auch der Reifen aus nur aus den von Dir angegebenen Gründen ersetzt. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass ich selbst kein Problem damit gehabt hätte, den Reifen auch noch auf meiner SV zu fahren.

LG von
Hans Peter

flieger-baby


#18

Beitrag von flieger-baby » 14.04.2008 18:55

Privat hätte ich den Reifen warscheinlich auch noch gefahren. Beim eigenen Mopped ist das kein Problem.

Für einen Kunden würde ich jedoch nie die Verantwortung übernehmen. :x

Eine Woche später platzt der Reifen und es kommt zum Sturz.
Dann fragt niemand mehr ob der Besitzer evtl. über Bordsteinkanten oder ähnliches gefahren ist. Dann geht es direkt an die Werkstatt und an den Sachverständigen. :wink:

Von ähnlichen Fällen (nicht mit Reifen sondern mit Fahrwerksteilen) kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Zum Glück habe ich nach Gutachten repariert und in die Rechnung nicht "Fahrwerk geprüft" sondern "Sichtcheck Fahrwerk" geschrieben. :) trost

Dann trinken wir am besten auf eine bessere Welt und wünschen MAZI viel Glück bei der Abwicklung seiner Unfallgeschichte !!! 8)


MfG... Carsten

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