Fahrtechnik für Anfänger


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SunnyFrani
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Re: Die obere Hälfte...

#16

Beitrag von SunnyFrani » 27.04.2004 14:42

Ampelumfaller hat geschrieben:Für jeden Fahranfänger "zwingend" vorgeschrieben:
Das geniale Buch von Bernt Spiegel -> "Die obere Hälfte des Motorrades"

Kauf es dir und viele Fragen werden beantwortet auch die du nie stellen wirst... ;)

Ist zwar stellenweise etwas langatmig.. aber extrem empfehlenswert...
Ist ein guter Tipp. Spiegel beantwortet viele Fragen und gibt einen guten Leitfaden vor, aber der Fahrstil ändert sich nicht zwingend und nicht sofort. Im Gegenteil, es wird zunächst sogar schwerer, schön rund zu fahren, weil man zu viel denkt - die Tips bewusst umzusetzen geht anfangs auf Kosten der Lockerheit.
Mir fällt es immer noch schwer, die Tipps aus "Mal probieren" umzusetzen (siehe Thread Zweiter Bremspunkt).

Michael


#17

Beitrag von Michael » 27.04.2004 14:58

SV-Thomas,

ich habe (u. a.) folgende Vorsätze beim Kurvenfahren:

Kurven von außen anfahren
Lange außen bleiben (= später Scheitelpunkt)


Nachdem ich dann noch die Beobachtung gemacht habe, dass man weiter vorausschauen kann, wenn man weiter außen fährt, mache ich das um so lieber. Vielleicht hilft Dir das auch, nicht auf die Gegenspur zu kommen.

Was mir auch hilft:

Weit vorausschauen
Auch in Schräglage den Kopf senkrecht halten (aber Oberkörper hat dieselbe Schräglage wie das Motorrad)
In der Mitte sitzen


Um mit Schräglage vertraut zu werden, empfehle ich immer Parkplatztraining. Kreise und Achten mit immer größerer Schräglage fahren.
Zuletzt geändert von Michael am 27.04.2004 15:06, insgesamt 1-mal geändert.

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svbomber
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#18

Beitrag von svbomber » 27.04.2004 15:04

Kurvenfahren kann man schön auf einem größeren Parkplatz üben. Wenn man keine Hütchen hat, gehen auch schön halbe Tennisbälle.

Wichtig dabei ist die Blickführung. Dort, wo ich hinschaue, fahre ich auch hin.

Dem letzten Vorderreifen nach zu urteilen, fahr ich lieber (oder öfter) Linkskurven.

Ein Angststreifen am Hinterrad (oder ein Rest Kreidestrich) zeugt nicht von Schlechtigkeit, sondern bestätigt einem, noch Reserven für subjektiv zu schnell angefahrene Kurven zu bestitzen.

Das Hineinragen des Oberkörpers innerhalb einer Linkskurve ist mir auch schon öfter passiert.
Solange die Kurvenfahrt nicht am Limit erfolgt, läßt sich dies in einer Gefahrensituation relativ schnell durch kurzes Aufstellen korrigieren.
Nicht in die Vorderbremse greifen !
Kurven sollten von außen angefahren werden. In die Kurve hineinziehen kann man immer noch.

Ansonsten: üben, üben, üben, am besten mit jemandem, der Gedult aufweisen kann und vom Fahrkönnen weiter ist, als man selber.

Michael


#19

Beitrag von Michael » 27.04.2004 15:13

heikchen007 hat geschrieben:@ sv-thomas

Bin jetzt in meiner 3. Motorradsaion und habe immer noch genau das gleiche Problem mit den Linkskurven... :oops: Bei mir ist es definitiv die Erklärung von Archimedes:
Das mit den Linkskurven:
Du hast sicherlich Angst, die Kurve nicht zu "kriegen". Daher lenkst du etwas früher ein und fährst in der Mitte der Strasse, um nicht herausgetragen zu werden. Bei Rechtskurven hat man (wenn kein Gegenverkehr kommt) immer noch ne Fahrbahn Reserve wenn´s mal eng wird.
Also: Alles Kopfsache !
Ja, das halte ich auch für den Grund. Deswegen gab ich die Tipps: Die Kurven bewusst von außen anfahren und länger ziemlich außen bleiben.

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#20

Beitrag von heikchen007 » 27.04.2004 21:27

Common hat geschrieben:
heikchen007 hat geschrieben:....Da ich das von alleine wohl nicht so gut abstelle, habe ich mich dieses Jahr für ein Kurventraining bei Zitzewitz in Groß Dölln angemeldet. Findet jetzt am WE statt.
Dann sehen wir uns ja :lol:

Wörsty und meine Wenigkeit sind auch in Groß Dölln, allerdings zum Renntraining.
Klasse, dann lerne ich endlich mal ein paar Leute aus´m Forum persönlich kennen... :lol:
Ich lehne es ab, eine Schlacht des Geistes mit einem unbewaffneten Gegner zu führen

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#21

Beitrag von heikchen007 » 27.04.2004 21:38

KaiservonChina hat geschrieben:...was kostet denn ein Kurventraining ?..
Sieh doch vielleicht auf die Seite von Zitzewitz http://www.zitzewitz.de/. Da kostet z.B. mein Kurventraining für 1 Tag 90 €.
Ich lehne es ab, eine Schlacht des Geistes mit einem unbewaffneten Gegner zu führen

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SV Colonia


#22

Beitrag von SV Colonia » 27.04.2004 22:38

Ansonsten: üben, üben, üben, am besten mit jemandem, der Gedult aufweisen kann und vom Fahrkönnen weiter ist, als man selber.
na wenn ich dann zum treffen komme, könnt ihr mir ja auch unter die arme greifen ;)

ich denke es is schon relativ ok, aber wenn man doch manchmal mit dem oberkörper im gegenverkehr landet, is nicht so ermutigend :?

aber das mit dem später und stärker einlenken is bei mir auch ne klare kopfsache, hab auch viel schiss vor dreck am fahrbahnrand... dann gehts meiner meinung nach auch schnell von der straße

Kara


#23

Beitrag von Kara » 27.04.2004 23:14

SV Colonia, ich denke, wichtiger als später und stärker ist später und SCHNELLER.

An diesem "später einlenken" bin ich am Anfang auch gescheitert. Gab immer ein furchtbares geeiere - bis ich gelesen hab, daß man auch schnell einlenken soll. Habs dann ausprobiert und hat gut geklappt.

Beim spät einlenken allein bekomme zumindest ich die Panik, nicht mehr gut rum zu kommen.

Tschüß, kara

Mouton


#24

Beitrag von Mouton » 28.04.2004 3:14

Hallo SV Thomas,

anfangs ist es mir oft passiert, dass ich mich "verkrampft" habe,
was dazu geführt hat, dass ich das Mopped mehr schlecht als recht
durch die Kurve geschoben habe. Aber inzwischen klappts wohl ganz gut...

So hat´s bei mir geklappt:
Atmen nicht vergessen!
Hört sich vielleicht blöd an, aber achte mal drauf. Wenn du "verkrampfst"
hälst du intuitiv die Luft an. Versuche in der Kurve einfach tief und regelmäßig zu atmen. Mir hat´s geholfen...
Schau auf das Kurvenende!
Wie oben schon erwähnt: Du fährst da hin, wo du hinschaust.
Mach den Test mal bei Schrittgeschwindigkeit (wenden): schau einmal
direkt vor dein Mopped und einmal dahin wo du auch wirklich hinfährst.
Du wirst den Unterschied merken...
Halt den Kopf gerade(parallel zur Fahrbahn)!
So bekommst du ein Gefühl dafür, wie schräg du wirklich bist, und hast
außerdem einen besseren Blick auf deine Umwelt. Ich persönlich fühle
mich dabei sicherer, weiß auch nicht warum...
Benutze dein Gewicht!
Die Kurvenbewegung hängt eigentlich mehr vom Verlagern des Gewichtes
ab als von der Lenkbewegung. Hat man beim An- oder Durchfahren der
Kurve ein "flaues Gefühl" versucht man instinktiv, die missliche Lage
durch Lenkereinschlag zu korrigieren. Dabei hält man mit der kurven-
äußeren Hand aber (wohl auch instinktiv) dagegen, so dass man am Ende
einen Haufen Kraft für nichts verschwendet hat. Versuche einfach für
dich herauszufinden, wo der optimale Schwerpunkt liegt, aber ich denke
da hilft auch nur Übung...

@alle, die das ein oder andere schon oben erwähnt hatten:
Bitte nicht böse sein, ich schreib das nur nochmal der Voll-
ständigkeit halber.

Guten Ritt,

Mouton

Michael


#25

Beitrag von Michael » 28.04.2004 12:54

> ich denke es is schon relativ ok, aber wenn man doch manchmal mit dem
> oberkörper im gegenverkehr landet, is nicht so ermutigend
Langsamer fahren soll da wohl auch helfen. Ernsthaft. Erstmal langsamer fahren, und wenn das gut klappt, kann man immer noch schneller werden. Man lernt nur, während man unterhalb seines persönlichen Limits fährt.

> An diesem "später einlenken" bin ich am Anfang auch gescheitert. Gab immer
> ein furchtbares geeiere - bis ich gelesen hab, daß man auch schnell
> einlenken soll. Habs dann ausprobiert und hat gut geklappt.
Beides gehört zusammen, so sehe ich das auch: Wenn spät, dann schneller. Im Endeffekt verringert das die Schräglage oder die Zeit, die man mit hoher Schräglage fährt. Also kann man früher wieder Gas geben und/oder gleich schneller in die Kurve fahren.

> Halt den Kopf gerade(parallel zur Fahrbahn)!
Du meinst, den Kopf senkrecht halten (auch wenn das Motorrad und der Oberkörper Schräglage haben). Das halte ich auch für eine gute Sache (hab' ich ja oben schon geschrieben).

> Benutze dein Gewicht!
Mache ich nur auf der Rennstrecke. Auf der Straße nur insofern, dass ich meistens in der Mitte sitze. Ich meine: Nicht am Tank und nicht am Soziussitz, sondern ziemlich in der Mitte von beidem. Bisschen vor und zurückrutschen, man merkt dann schon, wo es am Besten ist.

Hang-Off mache ich fast nie auf der Straße, nur auf der Rennstrecke. Auf der Straße höchstens in Kurven die ich kenne, und wo ich kurz vorher gesehen habe, dass da kein Mist drin rumliegt.

Kathrin


#26

Beitrag von Kathrin » 28.04.2004 18:44

Ich finde es irgendwie beruhigend, das es wohl einige Leute zu geben scheint, die Probleme mit Linkskurven haben. Mir geht es nämlich genauso. Ich war teilweise schon ganz stinkig auf mich, weil ich die Linkskurven nicht so fahre wie es sein sollte. Ich nehme mir immer vor, sie aussen anzufahren und dann habe ich doch wieder Angst und fahre sie viel zu sehr mittig an. Bin jetzt in der 4.Saison und denke, das es doch nun endlich klappen müßte. Merke aber, je mehr ich im Kopf dabei bin, desto verkrampfter fahre ich und desto blöder gehe ich in die Kurve. Lang gezogene Rechtskurven, die ich zudem noch einsehen kann, machen mir Laune ohne Ende, aber nicht einsehbare Kurven oder Linkskurven..... Manchmal fährt mein Freund hinter mir her, um mein Kurvenfahren zu beurteilen, aber da kommt leider meistens "Du fährst zu weit innen" :cry:
Gruß Kathrin

SV Colonia


#27

Beitrag von SV Colonia » 28.04.2004 18:58

ich glaube mein vorteil ist, dass ich nicht zu viel denke *g*

manchmal passts aber leider doch noch nicht richtig ... bedarf halt übung

Michael


#28

Beitrag von Michael » 28.04.2004 20:09

SV Colonia hat geschrieben:ich glaube mein vorteil ist, dass ich nicht zu viel denke *g*
Wenn ich schnell fahre, denke ich auch kaum oder gar nicht darüber nach, was ich beim Fahren alles machen muss. Dann macht meine Tiefenperson (= Unterbewusstsein, Intuition) nämlich das meiste. Aber beim Üben und wenn ich nicht auf dem Motorrad sitze, denkt meine Ich-Person (= Bewusstsein, Intellekt) über manches nach.

Beim Fahren sollte man den Intellekt schon ein bisschen abstellen können und der Tiefenperson vertrauen. Die macht das schon. Das halte ich für sehr wichtig, dass man als intellektbetonter Mensch weiß, dass man auch eine Tiefenperson in sich hat, die vieles besser kann als die Ich-Person.

Die Ich-Person sehe ich als eine Art Trainer der Tiefenperson. Die Begriffe Tiefenperson und Ich-Person sind aus dem Buch von Prof. Spiegel und werden da ausführlich erklärt. Der Prof. ist übrigens Verhaltensforscher.

Stranze


#29

Beitrag von Stranze » 28.04.2004 22:50

Naja hat den Herrn Spiegel eigentlich mal jemand fahren gesehen!?
Theorie und Praxis sind ja meist 2 verschiedene dinge...
es gibt viele sachen über die man sich gedanken macht , aber sobald man auf dem Motorrad sitzt sollte man sich komplett ausklingen können und solange man diese "Tips" nicht verinnerlicht hat , dürfte das wohl kaum möglich sein , da das bewusste präsenter ist als es sein sollen. Mir persönlich bringt es mehr einfach zu "üben" oder mit jemandem zu fahren der mir im Fahrkönnen überlegen ist oder gleichwertig.

Was vielleicht auch nicht zu vernachlässigen ist : das Alter ...

buttz


#30

Beitrag von buttz » 28.04.2004 22:56

Stranze hat geschrieben:Naja hat den Herrn Spiegel eigentlich mal jemand fahren gesehen!?
Theorie und Praxis sind ja meist 2 verschiedene dinge...
*plonk*

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