Lorbas hat geschrieben:gerade in der kurvenfahrt sitzt man bei supermoto, enduro und motocross so weit vorne wie möglich.
Hab genau das Gegenteil gelernt und praktiziere es auch so.
Beim Beschleunigen ganz nach vorne, damit das Rad unten bleibt und ich damit mehr Beschleunigung auf den Boden bekomme, ohne einen Überschlag zu machen.
Beim Bremsen ab nach hinten, damit das Heck nicht hochsteigt und ich hinten auch noch etwas mitbremsen kann.
In der Kurve bleib ich dann relativ hinten und rutsche ersta langsam wieder nach vorne, wenn ich wieder Vollgas geben kann - was bei meiner 350er schon verdammt früh ist.
Es stimmt, dass du die Gewichtsverteilung sehr stark mit der Gashand kontrollierst. Aber wenn ich nun in der Kuve sehr weit vorne sitze, wäre das kontraproduktiv. Es sei denn, du hast soviel Power am Hinterrad, dass dir die Mopete schon beim Anblick des Gasgriffs in die Luft steigt. Dann musste wieder weiter vorne sitzen, da du sonst das Vorderrad so sehr entlastest, dass du vorne gar kein Gummi mehr auf's Asphalt hast.
Es gibt Spezialisten, die auch damit klar kommen und nur auf dem Hinterrad um ne enge Kurve zirkeln - aber die lassen wir jetzt mal aussen vor, das ist ne andere Welt.
Und wenn beim SuMo halt ein Rad in der Kurve wegrutscht....
...na, und! Rutscht es halt, scheissegal! Mit dem Fuss auf dem Boden hast du immernoch genügend Kontakt zu Fahrbahn um die Kiste rechtzeitig wieder einzufangen. Das klappt ganz von selbst und erfordert kaum besondere Fahrfertigkeiten. Auf nem Sportler ist das schon bedeutend schwieriger und die Übungslektionen kosten schonmal die eine oder andere Vollverkleidung.
@SanDee
Hockenheim ist kein üblicher Supermoto-Kurs. Dort ist es gar nicht möglich, die sonst üblichen Schräglagen zu fahren. Der Kurs ist viel zu groß.
Die Duke-Battle wird aber sehr häufig auf so großen Kursen gefahren, weshalb man dort auch viele Fahrer im HangOff sieht.
Im HangOff sind, wie wir alle wissen, bei gleicher Schräglage deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich.
Bei den riesigen Kursen in Hockenheim, Oschersleben, etc. sind die Kurven so großzügig, dass es sicherlich kaum einen Unterschied zwischen HangOff und dem "modernen Supermoto Stil" gibt (es gibt auch noch einen "klassischen Stil", der aus dem MotoCross kommt, nach geltender Lehrmeinung ist dieser jedoch nicht geeignet um auf Asphalt zu fahren).
Aber wenn der Kurs kleiner wird, hat der Sportler verspielt. Nicht, weil er etwa mit dem Umlegen nicht hinterher kommt, er kann auch nicht solche Schräglagen fahren.
Auf einem als Handlingparcours ausgelegtem Kurs bin ich deutlich schnellere Kurvengeschwindigkeiten gefahren als z.B. ne Kilogixxe. Wie sollen höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich sein, wenn nicht über größere Schräglage. Okay, in einigen Kurven konnte er seine maximal mögliche Schräglage gar nicht ausschöpfen, aber auch in vermeintlich schnellen Kurven hätte ich ihn mit meinen !!27 PS!! aussenrum überholen können - hab ich aber nicht gemacht, auf der Geraden hätte er mich sowieso wieder geholt und wir sollten/wollten dort auch kein Rennen fahren.
Auf der Landstrasse sind die Unterschiede vergleichbar. Okay, zugegeben, mit meiner Kleinen hab ich dort gegen richtige Supersportler keine Chance. Aber mit ner ausreichend motorisierten Berg oder ner Husky kann man Kilogixxer ganz schön ins Schwitzen bringen. Besser noch als mit der SV, die ich ehrlich gesagt etwas ungeeignet finde um mit ihr auf Gixxerjagt zu gehen. Die Motorradkonzepte sind zu ähnlich, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen.
Aber ich glaube auch nicht, dass dies der richtige Thread ist, um sich über den Unterschied zwischen SuMo und Sportler auseinanderzusetzen. Beide Motoradarten haben in ihrem Einsatzgebiet unstreitige Vorteile.
Nicht umsonst gibt es so eine Vielzahl an verschiedenen Motorradkonzepten.
Fakt ist jedoch, dass die SV älteren Supersportlern gut am Hinterrad klebt weil die Leistung früher zur Verfügung steht, die Reifen schmaler sind und die Mopete leichter ist.
Einem Supersportler der Jahrgänge 2003/2004 wird eine SV keinen Meter mehr abnehmen.
Vorausgesetzt die Fähigkeiten beider Fahrer sind vergleichbar.
Auf der Rennstrecke hab ich nem Mädel auf ner 2003er Kilogixxe auch öfter mal mein Heck gezeigt. Aber blos für wenige Runden. Als sie mit sich, der Mopete und der Strecke richtig warm war, durfte ich einige Sekunden lang ein Gixxerheck bewundern und hab es dann erst nach der nächsten Überrundung wieder gesehen.
Nun bin ich ja sowieso kein besonders schneller Fahrer, aber es zeigt gut, wie sehr der Fahrer die Möglichkeiten des Motorrades beeinflusst.