Ach Mensch immer diese Physiker...fred hat geschrieben:Ein Gasstrom ist erst ab einem gewissen Reynolds-Grenzwert verwirbelt. Bei gleichen Dimensionen zweier Ansaugtrakte kann dieser Grenzwert von der Form der Abrisskante beeinflusst sein.Schumi-76 hat geschrieben:Die Trichterform am Einlass macht auf jeden Fall Sinn, denn es entstehen dadurch weniger Verwibelungen. Ein sauberer unverwirbelter Gasstrom ist schneller und somit ist auch die zu erwartende Zylinderbefüllung besser.
Ich glaube nicht dass du belegen kannst dass (in Originalzustand) der Gasstrom verwirbelt ist.
Wenn ich die Bilder der besprochenen Einrichtung sehe, bemerke ich dass die Ansauglänge steigt. Da der Reynolds-Wert mit der Kanallänge steigt, wird (meiner Meinung nach) der Reynolds-Grenzwert eher mit der zusätzlichen Einrichtung durchbrochen als ohne diese "Trichter", d.h. die Trichter werden die Luft mehr verwirbeln als sie sie beruhigen.
So das war jetzt nicht zum Klugscheissen aber so bombensicher scheint mir das Geschäft nicht zu sein.
Ich weiss nur dass es üblich ist Ansaugtrichter eben Trichterförmig zu gestalten und ich glaube auch nicht dass Du belegen kannst dass der Gasstrom im Originalzustand nicht verwirbelt wird.
Der kritische Wert ist IMO aber nicht die einzige Vorraussetzung für Verwirbelungen, ab diesen Wert steigt wohl lediglich die Gefahr von Verwirbelungen stark an. Ein Hinderniss im Gasstrom wird warscheinlich immer Verwirbelungen hinter sich zur Folge haben.
Ich halte das ganze eh für sehr theoretisch und ich glaube auch nicht dass man mit diesen recht kurzen Trichtern den kritischen Wert ansatzweise erreicht.
Immerhin hat der Typ aus dem Link von bios31 ne Grabvase verwendet und eine geringfügige Leistungssteigerung erzielt.
Hab bei Wiki schließlich noch was zum Thema gefunden
Folglich finde ich ich deinen Einwand bezüglich der Verwirbelungen zwar ziemlich interessant, bei den hier angesprochenen Längen aber für völlig unkritisch.Resonanzaufladung
Bei diesem Verfahren wird die Aufladung nicht durch ein eigenständiges Laderaggregat erreicht, sondern durch Nutzung der kinetischen Energie der im Ansaugtrakt strömenden Luft und der Schwingungen der Gas-Säule, die durch die diskontinuierliche Strömung angeregt werden. Die maximal erreichbare Steigerung des Drehmoments ist wesentlich geringer als bei einer Aufladung durch Verdichter, und es ist eine spezielle Konstruktion des Saugrohres notwendig. Verglichen mit Gebläseaufladung kann aber mit relativ wenig konstruktivem Zusatzaufwand eine Leistungssteigerung erzielt werden.
Einfache Konstruktionen saugen die Luft durch ein Rohr an, dessen Länge so bemessen ist, dass sich die im Rohr nachströmende Luft in dem Moment am Einlassventil zu stauen beginnt, in dem das Ventil öffnet. Die kinetische Energie der Luft wird so für eine Verbesserung des Füllungsgrades genutzt. Der Ladeeffekt wirkt jedoch nur in einem relativ schmalen Drehzahlband, und die Höchstleistung ist durch den Drosseleffekt des längeren Ansaugrohres begrenzt...
Wenn die Einlasssteuerzeit mit der Frequenz der Gasschwingung übereinstimmt, kommt es zur Resonanz. Diese bewirkt, angeregt durch den Rhythmus der Ansaugtakte der Zylindergruppe, eine zusätzliche Drucksteigerung. Bei mittleren Drehzahlen bewirken lange Saugrohre in Verbindung mit einem Resonanzbehälter lange schwingende Gassäulen mit großem Druck vor dem Einlassventil. In diesem Drehzahlbereich bewirkt die Resonanzschwingung eine Aufladung und damit eine bessere Füllung. Die Bildung von Zylindergruppen vermeidet eine Überschneidung der Strömungsvorgänge durch den in der Zündfolge nächsten Zylinder. Jeder Resonanzbehälter ist deshalb an einem Resonanzsaugrohr angeschlossen.
Verwendet wurden solche Systeme unter anderem von Audi und BMW. BMW verwendete dieses Prinzip bereits in den 1950er Jahren bei Motorradmotoren. Bei der R25/3 war das Ansaugrohr aufgrund der notwendigen Länge durch den Tank geführt. Es ergab sich eine Leistungssteigerung um 1 PS gegenüber dem Vorgängermodell R25/2, das dieses Schwingrohr nicht aufwies. Besonders effizient war dieses Prinzip beim Wankelmotor: Aufgrund der fehlenden Einlassventile konnte beim NSU Spider mit passender Ausführung des Ansaugtraktes bereits anfangs der 1960er Jahre Liefergrade (das ist das Verhältnis der angesaugten Frischgemischmenge zur aufgrund des Hubraums möglichen Menge) von über Eins erreicht werden.
Gruß Patrick